Sicherheit in Gefahr

Jetzt fallen 25 Kastanien in der Gevelsberger Waldstraße

Ein Bild aus dem vergangenen Sommer: Die Miniermotte, die unaufhaltsam vordringt, hat die Kastanien in der Waldstraße stark angegriffen. 25 Bäume werden noch im März gefällt.

Ein Bild aus dem vergangenen Sommer: Die Miniermotte, die unaufhaltsam vordringt, hat die Kastanien in der Waldstraße stark angegriffen. 25 Bäume werden noch im März gefällt.

Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.   Die Baumfäll-Maßnahme war eigentlich schon auf die nächste Saison verschoben worden. Nun geht es in einer Woche in der Waldstraße los.

Es war eine dieser unendlichen Geschichten in Gevelsberg: Die der Kastanien in der Waldstraße. Aber, nun ist wohl das Schicksal zu einem Teil besiegelt. Zumindest 25 von etwa 70 der Bäume, die die Gemüter jahrelang erhitzt haben, werden in den nächsten Tagen fallen.

Zuletzt sah es so aus, als ob die Bäume sich noch einmal über die Saison retten könnten. Die fest eingeplante Fällung der Kastanien zwischen Waldstraße und Bahnlinie bis zum Stichtag 28. Februar schien daran zu scheitern, dass die Stadt Gevelsberg kein Unternehmen zur Verkehrssicherung für die umfangreichen Arbeiten finden konnte, die unter anderem auch die Sperrung der ICE-Strecke unterhalb der Bäume managen musste.

Jetzt kam alles ganz anders. Reinhold Lorch, Leiter der Technischen Betriebe der Stadt Gevelsberg: „Durch die Vermittlung eines Mitarbeiters der Bahn haben wir einen Verkehrssicherer gefunden, der uns einen Weg aufgezeigt hat, wie wir die Bäume fällen lassen können, ohne die Bahnstrecke sperren lassen zu müssen.“ Dazu sei allerdings der Einsatz von großem Gerät notwendig.

Zahl von zehn auf 25 gestiegen

Und, wenn ein Zufall da ist, steht der nächste auch vor der Tür. Reinhold Lorch: „Wir haben dann auch noch einen Unternehmer gefunden, der das entsprechende Gerät und ein paar Tage Zeit in diesem Monat hat.“ Der wird ab Montag, dem 12. März, bis Donnerstag, dem 15. März, in der Waldstraße unter Beweis stellen, dass er in wahrsten Sinne des Wortes Bäume ausreißen kann.

Die Zahl der Kastanien, die wegen der Gefahr, die von ihnen ausgeht, gefällt werden müssen, ist ständig gestiegen. Erst waren es laut Beschluss der Politik nur 10, im vergangenen Sommer bereits 19 und jetzt schon 25. Die Bäume sind so stark geschädigt, so argumentiert die Stadt, dass Äste auf Menschen und Autos zu stürzen drohen. Nicht zuletzt die anscheinend unaufhaltsam in ganz Europa vordringende Miniermotte hat einigen Kastanien in der Waldstraße den Rest gegeben.

Bei Gefahrbäumen gilt der Stichtag nicht

Eigentlich dürfen Bäume dieser Größenordnung nur bis Ende Februar abgeholzt werden, um das Brutverhalten bei den Vögeln nicht zu stören. Bei den so genannten „Gefahrbäumen“ gelte dieser Stichtag allerdings nicht, klärt Reinhold Lorch auf: „Außerdem haben wir die Maßnahme mit der Unteren Landschaftsbehörde abgesprochen.“ Alle Bäume, die im März gefällt werden, stehen nach Angaben der Technischen Betriebe im Bereich der Waldstraße zwischen Friedhofstraße und Brücke.

Erst einmal müssen die Bewohner in und an der Waldstraße eine Menge Verständnis aufbringen. Für die Arbeiten wird die Waldstraße an den betreffenden Tagen in der Zeit von 7.30 bis 19 Uhr vollständig gesperrt. Auch Autos dürfen dort nicht mehr abgestellt werden. Es gilt ein vollständiges, beidseitiges Halteverbot. Weitere Halteverbote werden in der Friedhofstraße, in der Brinkstraße und der oberen Bahnhofstraße eingerichtet. Es ist allerdings sicher gestellt, dass Fußgänger, Krankentransporte, Rettungsdienste und Fahrzeuge der Feuerwehr den Bereich, in dem die Kastanien gefällt werden, passieren können.

Aufgrund der vorgesehenen Sperrung, so die Gevelsberger Stadtverwaltung, sei auch die Müllabfuhr am Montag, dem 12. März, betroffen. Sie wird zwar wie gewohnt stattfinden, doch kommen die Müllwagen bereits am frühen Morgen, ab 6.30 Uhr, in die Waldstraße. Die Mülleimer müssen also rechtzeitig vor die Tür gestellt werden.

Keine Rechnung von der Bahn

Das nehmen zumindest die Anwohner gern in Kauf, denen die lästige Miniermotte das Leben in der Waldstraße im Sommer schwer gemacht hat.

Und sicherlich wird sich auch der Gevelsberger Stadtkämmerer die Hände reiben, wenn er nicht mehr für die kostspielige Sperrung der ICE-Linie eine gepfefferte Rechnung von der Bahn bekommt. Deshalb sollte die Fällung in der Waldstraße mit einer ähnlichen Maßnahme eines privaten Ennepetaler Waldbesitzers zeitgleich stattfinden, um sich die Kosten zu teilen. „Die Maßnahmen hätten sicherlich nicht nur nachts durchgeführt werden können,“ so Lorch.

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