Kirche

Herz-Jesu-Kirche könnte gerettet werden

2017 wurde im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses beschlossen, die Herz-Jesu-Kirche aufzugeben. Seitdem kämpfen die Gemeindemitglieder um den Erhalt.

2017 wurde im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses beschlossen, die Herz-Jesu-Kirche aufzugeben. Seitdem kämpfen die Gemeindemitglieder um den Erhalt.

Foto: Stefan Scherer / WP

Ennepetal.  Gibt es Hoffnung für die Herz-Jesu-Kirche? Der neu gegründete Förderverein will die Kirche in Ennepetal retten und hat einen Plan.

Der neu gegründete Förderverein Herz-Jesu Ennepetal e.V., der sich am Sonntag, 22. September, im feierlichen Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche präsentieren wird, könnte die Rettung der katholischen Kirche im großen Stadtteil Milspe bedeuten.

Zur Vorgeschichte: Als im Sommer 2017 die Entscheidung verkündet wurde, dass im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses (PEP) einige Gebäude in Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal aufgegeben werden sollten, darunter auch die Herz-Jesu-Kirche in Milspe, entstand zunächst ein Initiativkreis, der sich dafür einsetzen wollte, die Kirche zu erhalten.

So organisierten engagierte Gemeindemitglieder ein sogenanntes Minderheitsvotum, das von 1200 Ennepetalern unterschrieben wurde und in dem der Initiativkreis - damalige Initiatoren Thomas Esch, Johannes Kraft, Marlene Groha, Alfred Schmidtchen und weitere aktive Gemeindemitglieder - dem Bistum Essen eine Reihe von Argumenten darlegte, die gegen Verkauf und Abriss der Herz-Jesu-Kirche sprechen.

Die Gemeinde Herz-Jesu hat bisher vieles unternommen, um zu zeigen, dass eine Schließung aus ihrer Sicht verhindert werden muss. Im Laufe des Jahres 2018 habe es mehrere briefliche Kontakte mit den bischöflichen Stellen in Essen gegeben. Auch sei es zu persönlichen Kontakten und Gesprächen mit hochrangigen Vertretern des Bistums in Essen gekommen, an denen Thomas Esch, Johannes Kraft, Tobias Esser und Alfred Schmidtchen teilgenommen hatten, wie die Mitglieder des neu gegründeten Fördervereins berichten.

Positive Signale aus dem Bistum

Hier habe man die Argumente des Initiativkreises vorbringen und erläutern können. Was wichtig war, habe man in Essen bisher nur aus Sicht des Propstes Dudek gekannt, betont Alfred Schmidtchen. Daneben sei von den Gemeindemitgliedern schriftlich gegen den Abriss und für den Erhalt der Herz-Jesu-Kirche argumentiert worden.

Ende 2019 besuchten Herren vom Bistum Essen die Gemeindemitgliede in Ennepetal, um über die Möglichkeiten zur Gründung eines Fördervereins zu sprechen. Es sei signalisiert worden, dass das Bistum zwischenzeitlich auch die Gründung von Fördervereinen unterstütze, im Gegensatz zu Propst Dudek, der von der Idee, die Herz-Jesu-Kirche mit Hilfe eines Fördervereins zu erhalten, nicht viel gehalten habe, ja, er habe durchblicken lassen, dass es „nur um Steine“ gehe, an denen man nicht kleben solle, sagen Johannes Kraft und Thomas Esch.

Unterstützung des Propstes gefordert

Mit diesem Rückenwind aus Essen beschlossen die Herren Esch, Kraft, Esser und Schmidtchen, einen Förderverein zu gründen. Mitte des Jahres 2019 hatte es eine Gründungsversammlung gegeben – und nachdem die Unterlagen letzte Woche an das Amtsgericht gegangen seien, stehen die Gründungsmitglieder voller Elan in den Startlöchern.

„Nun können weitere Mitglieder dazukommen“, sagt Thomas Esch, der gemeinsam mit Elisabeth Gowert, Johannes Kraft, Hubert Korioth, Karsten Migchielsen, Bärbel Schneider, Wolfgang Schrey, Alfred Schmidtchen und Tobias Esser zum harten Kern des Fördervereins zählt. Thomas Esch verzichtet aber auf eine Mitgliedschaft im Vorstand, da er wegen seiner Mitgliedschaft im Kirchenvorstand Interessenskonflikte vermeiden wolle.

Am Mittwoch stellten die „Neulinge“ den Förderverein zur Erhaltung der Herz-Jesu-Kirche vor. Natürlich auch dessen Pläne, Spender zu werben, damit es gelinge, den „Betrieb“ aufrecht zu erhalten. Man sei positiv eingestellt, wünsche sich aber auch Unterstützung seitens des Propstes. Man möchte weiterhin einer lebendigen Kirche vor Ort in Zukunft gerecht werden.

Lebendig war jetzt erst einmal die Zusammenkunft der Fördervereins-Mitglieder, wobei es noch keinen Vorsitzenden gibt. Derzeit gibt es einen Kollektivvorstand, das heißt, alle Vorstandsmitglieder vertreten den Verein.

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