Ausstellung

Haus Ennepetal wird zum Tropenhaus

Die großen Schildkröten bei der Spinnen- und Reptilienausstellung im Haus Ennepetal sind besonders beliebt.

Foto: Angelika Trapp

Die großen Schildkröten bei der Spinnen- und Reptilienausstellung im Haus Ennepetal sind besonders beliebt. Foto: Angelika Trapp

Ennepetal.   270 Tiere, 111 Arten: Vielfalt der Spinnen- und Reptilienausstellung begeistert die Besucher.

Die Brüder Cody und Zack waren so stürmisch, dass sie fast die Einzäunung einrissen. Aber es handelte sich nicht um Besucher der Spinnen- und Reptilienausstellung, sondern um die Sporen- und Pantherschildkröten, die flott ihre Runden unter wärmenden Lampen drehten. Und die wollten Philipp (5) und Niklas (5) so gern einmal streicheln. Christian Maatz, Mitarbeiter und Mitgründer der Ausstellung von André Hein aus Lützow/Mecklenburg Vorpommern, machte es möglich.

Wie er auch auf Wunsch der kleinen und großen Besucher Vogelspinnen auf die Hand setzte und „Albino“, die „Dunkle Tigerpython“ namens Trick, die drei Kilo wiegt, den Leuten um den Hals legte. „So hautnah habe ich noch nie eine Schlange erlebt“, strahlte Tina Drees, die ihre anfängliche Scheu schnell überwunden hatte und die sagte: „Eine wunderbare, interessante Ausstellung, und ich bin beeindruckt über die artgerecht Haltung der Tiere.“ Wer wollte, durfte auch Leguan Leo ein wenig am Schwanz kraulen.

Viele Präsentationen

Im großen Saal des Hauses Ennepetal, der sich am Wochenende in einen kleinen Tropenwald verwandelt hatte, wimmelte es von Menschen. Über 270 Tiere, Spinnen, Reptilien, Amphibien und Insekten, 111 verschiedene Arten, wurden präsentiert. Dabei waren einige der größten Reptilienarten weltweit zu bestaunen, beispielsweise die größte Würgeschlangenart, die Netzpython.

Und auch die größte Vogelspinnenart konnte kennengelernt werden. „Ich habe keine Angst, eine Vogelspinne in die Hand zu nehmen“, sagte der vierjährige Onur, der ein Spiderman-T-Shirt trug. Schwester Nazli (8) zog dagegen die „Schlange um den Hals“ vor. „Spinnen sind die besten Insektenfresser überhaupt“, informierte Christian Maatz. „Wir würden ansonsten in bis zu sieben Metern hohen Insektenbergen untergehen.“ Hochgiftiges zeige man nicht. Und der Biss einer Vogelspinne, die Beiss-Zähne habe, sei nicht schlimmer als ein Wespenstich, so Maatz. Moritz ließ sich nach einer kleinen Diskussion mit der Mama eine Schlange um den Hals legen. „Mama hat mich mit Popcorn bestochen“, erzählte der Siebenjährige. Man erfuhr, dass der Schmuckhornfrosch sogar Mäuse verspeise. Kaiser- und Rotscherenskorpion waren nur schwer zu entdecken.

„Das sind hier alles Suchspiele“, äußerte sich ein junger Besucher. Die Gartenboa tummelte sich im „Swimmingpool“, der gepresste „Gemeine Flugdrache“ (Draco volans) aus der Familie der Agame, der im Schaukasten bewundert werden konnte, sah wie eine anmutige Balletttänzerin aus.

In mehrmals täglichen stattfindenden Präsentationen wurden die Tiere durch die Pfleger aus den Terrarien genommen und konnten so auch angefasst werden. Die Besucher wurden aktiv in die Thematik mit einbezogen.

Christian Maatz nahm sich viel Zeit, Fragen zu beantworten. Auch Schautafeln gaben Hintergrundinformationen zu den in Deutschland wenig bekannten Tieren. „Vorführungen vor Schulklassen und interessiertem Fachpublikum sind immer gern gesehen“, so der Pfleger. Ziel sei es, so Maatz, der sich über das große Interesse freute, mit der Präsentationsshow zum Thema dieser Lebewesen zu sensibilisieren.

Idee vor elf Jahren geboren

Alexandra Hein, Ehefrau des Unternehmers André Hein, erzählte, dass der Schwiegervater früher den Zirkus Hein betrieben habe, die Schwiegermutter vom Zirkus Renz komme. „Ich habe in die Schausteller-Familie eingeheiratet und es ist wunderbar, herumzureisen“, so Alexandra Hein. „Irgendwann wollte man sein eigenes Ding machen“, sagte Christian Maatz, der auf einem Bauernhof groß wurde und sein Leben lang mit Tieren zu tun gehabt habe. Vor elf Jahren wurde die Idee geboren, es ähnlichen Ausstellern gleich zu tun. „André Hein und ich kauften Tiere, teilweise haben wir diese auch geschenkt bekommen oder von Leuten übernommen.“ Man habe das Unternehmen aus dem Boden gestampft.

„Wir bieten den Tieren das, was sie auch in der Natur vorfinden. Wir wollen den Menschen auch die Angst vor diesen faszinierenden Lebewesen nehmen.“

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