Stadtentwicklung

Große Investitionen trotz schwieriger Zeiten in Ennepetal

Das Freibad des „Platsch“ soll bis zum Frühjahr 2020 zu einem Naturfreibad mit ökologischer Wasseraufbereitung  umgebaut werden. Zudem ist ein Sole-Thermalbecken vorgesehen. Insgesamt 3,2 Millionen Euro investiert die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG in das Projekt.

Das Freibad des „Platsch“ soll bis zum Frühjahr 2020 zu einem Naturfreibad mit ökologischer Wasseraufbereitung umgebaut werden. Zudem ist ein Sole-Thermalbecken vorgesehen. Insgesamt 3,2 Millionen Euro investiert die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG in das Projekt.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Trotz der ganz schwierigen finanziellen Situation, plant die Kommune Millionen-Investitionen in das Platsch und das Haus Ennepetal.

Die Stadt Ennepetal wird im kommenden Jahr das Defizit der Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG wieder in voller Höhe tragen. Dadurch wird die Liquidität der Tochtergesellschaft, die das Haus Ennepetal, das „Platsch“ und die Kluterthöhle betreibt und für die Bereiche Tourismus und Stadtmarketing zuständig ist, sichergestellt. 2017 und 2018 war der Erhaltungszuschuss im Rahmen des Haushaltssicherungskonzepts auf jeweils 1,38 Millionen Euro gedeckelt worden. 2019 werden es 2 Millionen Euro sein, die die Stadt zuschießt. Zusätzlich wird eine Sonderabschreibung auf das Haus Ennepetal, dessen Abriss beschlossen ist, den städtischen Etat belasten.

Trotz der angespannten Haushaltslage der Stadt plant die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG in den kommenden Jahren Millioneninvestitionen. Dafür wird zunächst 2019 ein Kredit in Höhe von 3 Millionen Euro aufgenommen. Die folgenden Vorhaben stehen an:

Haus Ennepetal

Das Haus Ennepetal wird abgerissen. Die Stadtbücherei zieht bereits im kommenden Jahr in die Passage am Markt, das Mehrgenerationenhaus (MGH) samt städtischem Familienzentrum erhält an der Voerder Straße 123 einen Neubau. Diese Investitionen sind allesamt Angelegenheit der Stadt. Die Kluterthöhle und Freizeit GmbH selbst plant den Neubau eines kleineren Veranstaltungszentrums am bisherigen Haus-Ennepetal-Standort. Ursprünglich war der Abriss für 2021 vorgesehen, der Neubau sollte 2023 fertig werden. Doch das stellte Kämmerer Dieter Kaltenbach vor ein großes Problem bei der Aufstellung des Haushaltsplanentwurfs. Das 40 Jahre alte Haus Ennepetal steht noch mit einem Restwert von etwa 5,1 Millionen Euro in den Büchern. Dieser Wert muss bis zum erfolgten Abriss auf Null abgeschrieben sein. Somit ist eine Sonderabschreibung erforderlich, die den städtischen Haushalt um zusätzliche 1,135 Millionen Euro belasten würde. Daher soll das Vorhaben um zwei Jahre verschoben werden, was den Abschreibungsbedarf pro Jahr um 470.000 Euro verringern würde. Da der städtische Haushalt erst Ende November vom Rat verabschiedet wird, geht der Wirtschaftsplan der GmbH derzeit noch von der aktuellen Beschlusslage für Abriss und Neubau ab 2021 aus.

Wenn das Haus Ennepetal noch zwei Jahre länger stehe, erklärte Volker Rauleff, sollte man eine Zwischenvermietung der frei gewordenen Räume der Stadtbücherei und gegebenenfalls des MGH anstreben. Eventuell sei eine Nutzung der Büchereiräume durch die VHS möglich, sagte GmbH-Geschäftsführer Florian Englert.

Platsch

Das Platsch wird zu einem Naturfreibad mit ökologischer Wasseraufbereitung umgebaut. Insgesamt 3,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. 1,35 Millionen Euro stehen für 2019 im Wirtschaftsplan der GmbH bereit. Für 2020 – dann soll das neue Freibad eröffnen – sind weitere 1,85 Millionen Euro vorgesehen. Darüber hinaus sind für 2019 die Schaffung eines Zugangs zum Keller des „Platsch“ sowie die Erneuerung der mehr als 40 Jahre alten Lüftungsanlage des Hallenbads vorgesehen. Das schlägt mit weiteren 530.000 Euro zu Buche. Geplant ist auch der Bau einer Photovoltaikanlage für das Freizeitbad. 200.000 Euro sind dafür vorgesehen. Zunächst müsse geprüft werden, ob eine solche Anlage sich betriebswirtschaftlich lohne, erklärt Wolfgang Schrey von der Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG. Dann sei der Standort – Parkplatz oder Hallenbad-Dach – zu klären. Volker Rauleff, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, betonte in der jüngsten Sitzung des Gremiums, dass die Anlage sicher auch günstiger zu bauen sei.

Kluterthöhle

In die Kluterthöhle investierte die GmbH bereits in den vergangenen Jahren erhebliche Summen, als diese in drei Abschnitten mit aufweniger LED-Beleuchtung ausgestattet wurde. Dies ist im Zusammenhang mit den erfolgten Renaturierungsarbeiten inzwischen abgeschlossen. Im kommenden Jahr soll der Vorplatz der Kluterthöhle erneuert werden. Die Maßnahme wird zu 60 Prozent durch Fördermittel finanziert, die im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts) fließen. 45.000 Euro trägt die Stadt. Hinzu werden 50.000 Euro in ein Guide-System für die Besucher der Höhle investiert.

Sonstiges

Nur geringe Investitionen sind für den Bereich Tourismus vorgesehen. Insgesamt 23.000 Euro will die GmbH für den Ausbau von Wanderwegen und die Anschaffung neuer Wandertafeln und Wandereinrichtungen aufwenden. Im Bereich der Verwaltung stehen Investitionen von 76.000 Euro im Plan. Etwa die Hälfte davon ist für ein neues Fahrzeug eingeplant.

Der Aufsichtsrat stimmte dem Wirtschaftsplan einstimmig zu.

INFOBOX

2019 muss die Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG auch mit geringeren Erlösen rechnen. Wesentlicher Faktor sind dabei eine geringere Dividendenzahlung der AVU und eine geringere Gewinnausschüttung der Netzgesellschaft Ennepetal GmbH & Co KG, die Eigentümerin des Strom- und Gasnetzes im Stadtgebiet ist.

Aus steuerlichen Gründen hatte die Stadt sowohl die AVU-Aktien aus ihrem Besitz als auch die 51-prozentige Beteiligung an der Netzgesellschaft (49 Prozent hält die AVU Netz GmbH) an die Kluterthöhle + Freizeit GmbH übertragen.

Die AVU hat bereits angekündigt, dass sie statt 1 Euro nur noch 70 Cent Dividende zahlen wird. Unter dem Strich bleiben der Stadt so nur 92.700 Euro statt zuletzt 180.000 Euro. Und die Netzgesellschaft schüttet ihre Gewinne künftig vertragsgemäß künftig entsprechend der Anteile aus. Bisher erhielt die Stadt garantiert 270.000 Euro. Im kommenden Jahr werden es nun 100.000 Euro weniger sein.

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