Technische Fusion

Gevelsberger Sparkasse warnt Kunden vor 17. und 18. März

Christian Becke, Michael Hedtkamp und Thomas Biermann (von links) glauben, alles für die technische Fusion getan zu haben. 

Christian Becke, Michael Hedtkamp und Thomas Biermann (von links) glauben, alles für die technische Fusion getan zu haben. 

Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.   Bei der technischen Fusion der Institute von Gevelsberg und Wetter streiken Geldautomaten und bargeldloser Zahlungsverkehr ist eingeschränkt.

„Da hat man nur einen Schuss und der muss sitzen, sonst hat man ein Datenchaos“. Thomas Biermann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, hat Respekt vor dem 17. und 18. März. An diesem Wochenende wird aus zwei eins gemacht, der technische Zusammenschluss der beiden in dieser Beziehung noch getrennt marschierenden Geldinstitute Gevelsberg und Wetter vollzogen. Und auch der Kunde wird es merken.

Das alles wird an den beiden Tagen passieren, wenn man nicht darauf vorbereitet ist:
Die Mitarbeiterin an der Kasse im Supermarkt schüttelt den Kopf, wenn ein Kunde mit einer Karte der Sparkasse Gevelsberg-Wetter bezahlen möchte.
Der Geldautomat zeigt keine Reaktion, wenn ein Kontoinhaber Geld abheben möchte.
Die dringende Überweisung vom heimischen Computer ist nicht mehr möglich.
Die Sparkasse ist im Internet nicht zu erreichen.

Schalter wird umgelegt

„Am 17. und 18. März wird bei uns sozusagen der Schalter umgelegt“, erklärt Sparkassen-Vorstand Christian Becke. Die Datensysteme der Sparkassen Gevelsberg und Wetter werden verschmolzen. Die Kunden aus Wetter erhalten die Bankleitzahl beziehungsweise IBAN des Gevelsberger Instituts. Obwohl Gevelsberg und Wetter jetzt schon mit der selben Datenzentrale verbunden sind und mit den selben Systemen arbeiten, gibt es noch eine Menge zum Gleichschalten. „Es sind eine Reihe von Häkchen, die in Gevelsberg und Wetter anders gesetzt wurden“, sagt Becke. Und es gibt auch ein weltweites Datennetz, dem klar gemacht werden muss, dass aus zwei Sparkassen jetzt eine geworden ist.

All dies ist ein riesiger Aufwand, den die Sparkassen, die offiziell zum 1. Juni des vergangenen Jahres fusioniert haben, nur mit dem Einsatz von Experten meistern können. Zweimal, so verrät der Sparkassen-Chef Thomas Biermann, wurde die technische Fusion bereits hinter den Kulissen durchprobiert. Zweimal hat der Versuch auch auf dem Trockenen funktioniert. Das macht Mut, bringt aber keine Sicherheit.

37 Briefe werden verschickt

Die Sparkassen-Vorstände raten ihren Kunden, vor dem 17. und 18. März genug Bargeld abzuheben. Wer trotzdem lieber bargeldlos zahlen will, könne immer noch die Kreditkarte nutzen, die würde auch während der technischen Umstellung ohne Probleme funktionieren. Dringende Überweisungen sollten vor dem Wochenende getätigt werden, um keine Fristen zu überziehen.

Das alles steht in 37 000 Briefen, die die Sparkasse Gevelsberg-Wetter ab heute an ihre Kontoinhaber verschickt. Damit alle Kunden vorgewarnt sind, wird es auch Aufsteller in allen Haupt- und Nebenstellen und Aushänge an den Geldautomaten geben. Die Telefonzentrale der Sparkasse ist an dem Wochenende besetzt, um Anfragen beantworten zu können. Von 11 bis 16 Uhr werden am Samstag, dem 17. März, Mitarbeiter in den Haupt- und Geschäftsstellen als persönliche Ansprechpartner bei Fragen zur Verfügung stehen. In der Gevelsberger Zentrale werden es die Vorstände Thomas Biermann und Michael Hedtkamp sein: „Wir halten selbst die Wange hin und lassen uns beschimpfen“.

Umstellung kostet eine Million Euro

Wie lange die Behinderungen im Zahlungsverkehr dauern, kann heute noch keiner sagen, nur den Zeitraum festlegen, in dem sie möglich sind: Von Freitag, dem 16. März, um 18 Uhr, bis Sonntag, dem 18. März, um 18 Uhr. Und dann hat das Wochenende der Sparkasse Gevelsberg-Wetter die kaum vorstellbare Summe von einer Million Euro gekostet. So viel kostet die technische Fusion: „Aber wir haben auch neun Monate darauf hingearbeitet“, so Christian Becke.

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