Schule ohne Rassismus

Gevelsberger Schüler gehen mit Courage ins neue Jahr

Schulpflegschaftsvorsitzende Anja Vesper, Caroline Schwedler,  Wolfgang Euteneuer,  Gabriele Streckert, Lukas Klostermann, Claus Jacobi, Seh-Mie Kim und  Jessica Bleibtreu (v. links) freuen sich über Auszeichnung fürs Gymnasium.

Foto: Laura Dicke

Schulpflegschaftsvorsitzende Anja Vesper, Caroline Schwedler, Wolfgang Euteneuer, Gabriele Streckert, Lukas Klostermann, Claus Jacobi, Seh-Mie Kim und Jessica Bleibtreu (v. links) freuen sich über Auszeichnung fürs Gymnasium. Foto: Laura Dicke

Gevelsberg.  Nach der Haupt- und Realschule in Gevelsberg erfüllt das Gymnasium als letzte weiterführende Schule die Anforderungen für „Schule ohne Rassismus“

Ins neue Jahr gehen alle drei weiterführenden Schulen in Gevelsberg mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Zuletzt erfüllte das Gymnasium zur Weihnachtszeit die Anforderungen. Ende Mai hatte bereits die Städtische Realschule den Titel gefeiert. Vorreiter war die Hauptschule, die sich bereits seit acht Jahren mit dem Titel schmücken darf.

Dem Gevelsberger Gymnasium wurde außerdem das Erasmusprojekt „Changing Habits – Changing the World“ genehmigt. Für beide Projekte brachten Bürgermeister Claus Jacobi und der Gevelsberger Fußball-Profi Lukas Klostermann als Pate des Projekts „Schule gegen Rassismus“ die passende Plakette in einer kleinen Feierstunde im Gymnasium an.

Eine aktuelle Herausforderung

„Auch heute noch müssen wir darauf achten, dass es nicht zu Rassismus kommt“, erklärte Schulleiterin Gabriele Streckert. Mit der Auszeichnung als „Schule gegen Rassismus“ hat sich das Gymnasium – wie auch die anderen beiden Schulen – jedoch nicht nur dazu verpflichtet, sich gegen rechte Gewalt zu engagieren, sondern einen Blick auf jede Form der Diskriminierung zu werfen: Egal ob es Ausgrenzung und Mobbing aufgrund der Hautfarbe, der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung ist.

Projektkurs der 11. Klasse

Dass das Thema hochgradig aktuell ist, merkte auch Lehrerin Jessica Bleibtreu, die mit ihrem Projektkurs Pädagogik der 11. Klasse das Projekt maßgeblich vorantrieb. Denn der Titel wird nicht einfach so verliehen, er muss sich erarbeitet werden. Schülerin und Ansprechpartnerin des Projektkurses, Caroline Schwedler, stellte den Ablauf und die Kriterien kurz vor: „Zunächst haben wir überlegt, was Rassismus für uns bedeutet. Wir haben uns mit dem Holocaust beschäftigt und anschließend Arbeitsgruppen gebildet“, berichtete die Schülerin.

Unterstützung von Wolfgang Euteneuer

Eine Arbeitsgruppe stellte ein Arbeitsheft über den Holocaust für die Sekundarstufe 1. zusammen und eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit vergangenen Projekten der Schule und der Stadt sowie dem Gevelsberger Stadtrundlauf. Dabei bekamen die Schüler und Schülerinnen Unterstützung von dem ehemaligen Schulleiter der Hasenclever Förderschule, Wolfgang Euteneuer, welcher sich zu seiner Zeit als Rektor mit einem Arbeitskreis und dem legendären Sternenlauf für Gewaltprävention einsetzte. Der Projektkurs entwickelte zudem eine App, die auf dem Stadtrundlauf basiert und mit der das frühere jüdische Leben in Gevelsberg visuell auf dem Smartphone nachvollzogen werden kann.

Ein wichtiges Kriterium für den Titel ist das Sammeln von Unterschriften von Schülern zur Unterstützung des Projekts. Die Mindestprozentzahl von 70 Prozent der Schüler hat das Gymnasium mit 85 Prozent voll erreicht.

85 Prozent haben unterschrieben

„85 Prozent sind ein ehrliches Resultat“, freute sich Bürgermeister Claus Jacobi und ist zudem mächtig stolz auf die weiterführenden Schulen der Stadt, die nun alle das ganze Jahr über mit Courage leben.

Mit dem bekannten Fußballspieler Lukas Klostermann vom Bundesliga-Club RB Leipzig als Paten und Sprachrohr erfüllte der Projektkurs ein weiteres Kriterium. „Die Beschäftigung mit diesem Thema ist nicht selbstverständlich, darum macht es mich umso stolzer meine ehemalige Schule dabei zu unterstützen“, so Klostermann.

Ebenso das Erasmusprojekt „Changing Habits – Changing the World“ bringt die Schüler und Schülerinnen des Gymnasium Gevelsbergs dazu, sich mit anderen Kulturen zu beschäftigen. Gemeinsam mit fünf Partnerschulen aus Italien, Litauen, Finnland, Spanien und Portugal setzt sich die Erasmus AG nun für den Umweltschutz ein. Mit der Auszeichnung als „Schule ohne Rassismus“ und dem Start des Erasmusprojektes ist die Arbeit jedoch noch nicht getan, sie fängt gerade erst an. „Rassismus verschwindet nicht sofort. Ihr habt euch verpflichtet nun dagegen vorzugehen“, erklärte Seh-Mie Kim, Mitarbeiterin des Integrationszentrums des Ennepe-Ruhr-Kreises, als sie die Urkunde an den Pädagogik-Kurs und Lehrerin Jessica Bleibtreu überreichte.

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