Jubiläum

Gevelsberger Frauencafé ist ein Treffpunkt der Vielfalt

Fünf Jahre Frauencafé in Gevelsberg:

Fünf Jahre Frauencafé in Gevelsberg:

Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg.   Die Teilnehmerinnen kommen aus unterschiedlichen Kulturen: Seit fünf Jahren gibt es in Gevelsberg das Frauencafé. Jetzt wurde fröhlich gefeiert.

„Wir sind weniger hauswirtschaftlich als politisch“, sagt Christel Hofschröer, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gevelsberg, wenn sie gefragt wird, was sich denn hinter dem Namen „Frauencafé“ verbirgt. Seit nun mehr fünf Jahren treffen sich Gevelsbergerinnen mit Wurzeln in unterschiedlichsten Kulturen. Und das muss natürlich gefeiert werden. Und da kann das hauswirtschaftliche Engagement durchaus nützlich sein. Die Leckerbissen unterschiedlichster Nationen waren bei der Party in der Alten Kornbrennerei auf dem kalten Buffet zu finden.

Ernste Themen und Spaß

„Wir haben ernste Themen, aber auch Spaß dabei“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte. Und diese Ansicht dokumentiert sie mit einer Diashow, die einen Teil der Aktivitäten der letzten fünf Jahre widerspiegelte. Schon vor der Gründung des Cafés habe es runde Tische zur Integration bei der VHS, ein Frauennetzwerk in Gevelsberg und aktive Bürgerinnen gegeben. Das sei den Frauen aber „zu abgehoben“ gewesen. Die es so sahen, trafen sich im Mai 2012 im Kleinen Caféhaus und unterhielten sich darüber, was man anders machen könnte.

Schmetterling als Symbol

Ein Schmetterling, bunt und frei, sollte das Symbol des Frauencafés sein, so viel stand fest. Das Bild fanden alle gut, die an einem Spätnachmittag im November 2012 im Städtischen Jugendzentrum zusammen kamen und das Logo des Frauencafés entwickelten. 20 Bürgerinnen, wie sie vielfältiger nicht sein können. Da traf die türkische Familienfrau auf die deutsche Krankenschwester, die angehende Studentin mit kosovarischen Wurzeln auf eine junge Oma im Spagat zwischen Enkel und Beruf und die ehemalige Unternehmerin aus Kasachstan auf eine Lebenskünstlerin.

Sie alle verband: Sie waren hier zuhause und Gevelsbergerinnen oder Südkreis-Bürgerinnen und sie waren neugierig aufeinander. „Wie ist das mit der Pflege von Menschen in anderen Kulturen?“, ist so eine Frage, die gestellt wurde. Seitdem treffen sich die „Café­frauen“ monatlich, zunächst im städtischen Jugendzentrum, später in der Kornbrennerei und immer wieder in verschiedenen Orten in den Stadtteilen von Gevelsberger. Sie laden interessante Gäste ein, streiten über Religionen und deren Auslegung, sie gehen zusammen ins Kino, picknicken am Ennepebogen oder bei Bürgerinnen, die ihre Türen hierfür öffnen, sie mischen im Stadtgeschehen mit und bringen Menschen zusammen, sie engagieren sich beim Mondschein-Solidaritätscafé, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen, und unterstützen soziale Projekte.

Kulturübergreifende Plattform

„Wir wollten uns näher kennenlernen, kulturelle Eigenheiten, Werte und Gefühle verstehen lernen, entdecken was uns verbindet und Zeit miteinander verbringen“, so die Caféfrauen zu Beginn. Sie wollten den interkulturellen Dialog fördern, Fraueninteressen kulturübergreifend eine Plattform geben, soziale Netze spinnen und dabei Spaß haben.

„Das ist uns gelungen“, freut sich Initiatorin Christel Hofschröer. „Das Frauencafé hat sich zu einem beliebten Treffpunkt für Frauen entwickelt, die Kontakte knüpfen oder etwas in der Stadt bewegen wollen und es bleibt spannend.“ Es gibt Frauen- und Rechtsberatung. Stadtteilspaziergänge werden organisiert, um zu erkunden, wo und wie die Menschen in den unterschiedlichen Teilen Gevelsbergs leben.

Rebecco Manioni und Nii Okine

Nicht jede Frau kommt zu jedem Treffen, zwischen 15 bis 30 sind aber bei jedem Termin dabei. Einige Frauen, die mitgemacht haben, sind auch nicht mehr dabei. Sie haben Gevelsberg verlassen, weil sie wollten, meist aber, weil sie mussten.

Und weil bei den Frauen der Spaß nicht zu kurz kommen sollte, waren beim Jubiläum in der Alten Kornbrennerei Rebecco Manioni und Nii Okine dabei. Mit den Liedern aus ihrer alten Heimat Ghana, vereinten sie die Frauen aus den unterschiedlichsten Nationen auf dem Tanzboden.

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