Todesfall

Gevelsberg trauert um Kirmes-Urgestein Stefan Oesterling (†)

Stefan Oesterling (†) war zur Kirmeszeit voll in seinem Element.

Stefan Oesterling (†) war zur Kirmeszeit voll in seinem Element.

Foto: Volker Speckenwirth

Gevelsberg.   Gevelsberger Kirmes-Urgestein verstirbt völlig unerwartet am Donnerstag im Alter von nur 57 Jahren. Ein Mensch mit Herzblut, Ecken und Kanten.

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Stefan Oesterling ist tot. Plötzlich und unerwartet schied der 57-Jährige am Donnerstag aus dem Leben und stürzte seine Familie wie auch die Gevelsberger Kirmesfreunde in tiefe Trauer. Kaum einer war mit der Kirmes so verbunden wie Stefan Oesterling, viele seiner Weggefährten sind schockiert und mit ihren Gedanken bei seiner Lebensgefährtin und seiner Tochter.

Schon wenige Stunden nach seinem Tod steht auf der Internetseite des Kirmesvereins ein Nachruf: „Egal wo, er war gern gesehen – und wird uns vor allem an den Kirmestagen fehlen.“ Das kann jeder, der Stefan Oesterling kennenlernen durfte, nur bestätigen. Seine strahlenden Augen, sein Lachen, wenn er im Blaukittel in der Stadt unterwegs war, haben viele angesteckt mit seiner Begeisterung für die Kirmes, für Gevelsberg. Dabei war Stefan Oesterling kein Lautsprecher, er packte an, anstatt groß zu debattieren.

Nicht mehr aus dem Koma erwacht

Auch zur Todesursache äußert sich der Verein. „Am letzten Wochenende ging es ihm schlecht, er kam mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus. Doch Untersuchungen brachten eine noch schlimmere Diagnose: Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Wegen der damit verbundenen starken Schmerzen versetzten die Ärzte ihn ins künstliche Koma, aus dem er dann nicht mehr erwachte.“ Ein Schock für alle, die ihn kannten, die mit ihm in wenigen Wochen auf der Kirmes feiern wollten.

Auch Bürgermeister Claus Jacobi zeigte sich am Freitag erschüttert: „Wir haben einen unserer engagiertesten und authentischsten Kirmesfreunde verloren. Mit Herzblut, Leib und Seele, eben aber auch mit Ecken und Kanten, hat er Kirmes sein ganzes Leben wirklich gelebt. Dafür danke ich ihm im Namen seiner Heimatstadt, ebenso aber auch ganz persönlich und im Namen aller Freunde im Bewertungsausschuss.“

Stefan Oesterling war ein Kirmesmensch durch und durch. Die Kirmesfreunde kannten ihn als den amüsanten, geselligen und zuverlässigen Kumpel, der immer mithalf und sich für die Sache einsetzte. Schon Großvater Gustav Röllinghoff und dessen Freund Emil Alberts gehörten dem Kirmesausschuss an, der Vorgängerorganisation des am 7. Oktober 1960 gegründeten Kirmesvereins. Stefan Oesterling ist in seine Fußstapfen getreten, auch wenn er sich das nie vorgenommen hatte.

Als Jugendlicher sei er mal bei der Kirmesgruppe Börkey im Zug auf dem Wagen mitgefahren, erinnerte sich Oesterling im Jahr 2012, als er zum 35. Ritter von Hopfen und Malz geschlagen wurde. Erstmals mitgemacht habe er aber erst 1994 – dann aber richtig.

Kind der Pinass Brumse

Die KG Pinass Brumse wurde seine Kirmes-Heimat. Schnell wurde Stefan Oesterling in den Festausschuss der Gruppe gewählt, kurz darauf übernahm er die Geschäftsführung der ältesten Kirmesgruppe der Stadt.

Seit dem Jahr 1997 mischte er auch beim Kirmesverein mit und wurde in dessen Vorstand als Beisitzer gewählt. 1999 wurde Stefan Oesterling Geschäftsführer. 2013 übernahm er das Amt des 2. Vorsitzenden und blieb es bis Ende 2015, als der heutige 1. Vorsitzende Markus Loetz seine Position übernahm. 2016 wechselte Stefan Oesterling ins Präsidium.

Es gab kaum ein Amt, in dem er sich nicht für seine Kirmes, für das Brauchtum seiner Heimatstadt engagierte. Für seinen Einsatz für die Gevelsberger Kirmes wurde er 2015 schließlich zum Blaukittelträger ernannt.

Die Gedanken der Gevelsberger sind bei den Hinterbliebenen Stefan Oesterlings, denen wir Kraft in dieser schweren Zeit wünschen.

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