Justiz

Gevelsberg sucht 17 Schöffen an Gerichten

Schöffen sind gegenüber dem Berufsrichter gleichberechtigt. Gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch, haben die Schöffen daher jedes Urteil mit zu verantworten.

Schöffen sind gegenüber dem Berufsrichter gleichberechtigt. Gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch, haben die Schöffen daher jedes Urteil mit zu verantworten.

Foto: Franz Luthe

Gevelsberg.   Die Schöffen werden vom Rat der Stadt Gevelsberg gewählt und sie sind gegenüber den Berufsrichtern gleichberechtigt, wenn Recht gesprochen wird.

Im ersten Halbjahr sind bundesweit wieder Schöffen für die Amtszeit vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2023 zu wählen. In Gevelsberg werden insgesamt zwölf Frauen und Männer gesucht, die am Amtsgericht Schwelm beziehungsweise am Landgericht Hagen als Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Strafsachen teilnehmen. Daneben werden noch weitere fünf Gevelsberger als Jugendschöffen für die Jugendkammer des Landgerichtes Hagen und das Jugend-schöffengericht Schwelm gesucht.

Zwischen 25 und 69 Jahre alt

Für die Übernahme des Amtes sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Die Bewerber müssen zu Beginn der Wahlperiode am 1. Januar 2019 zwischen 25 und 69 Jahre alt sein und ihren Wohnsitz in Gevelsberg haben. Wählbar sind nur deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verur-teilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige, wie zum Beispiel Richter, Polizeibeamte oder Bewährungshelfer, sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.

Neben diesen formalen Voraussetzungen sollen die Bewerber aber vor allem bestimmte Grundfähigkeiten mitbringen, die notwendig dazu gehören, wenn man über andere Menschen qualifiziert urteilen soll. Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen und auch einer Jugendschöffin verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – körperliche Eignung. Menschenkenntnis, Lebenserfahrung und Verantwortungsbewusstsein gehören dazu, denn jedes Urteil, das gesprochen wird, haben die Schöffen mit zu verantworten.

Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil, gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch, haben die Schöffen daher mit zu verantworten.

Für die Jugendschöffen ergibt sich noch eine weitere gesetzliche Voraussetzung: Sie sollen „erzieherisch befähigt und in der Jugenderziehung erfahren“ sein.

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