Grundschulen

Gevelsberg: Freie Wahl der Grundschule wird eingeschränkt

Grundschule Strückerberg soll eine Beschränkung der Eingangsklassen für zwei Jahre erhalten.

Grundschule Strückerberg soll eine Beschränkung der Eingangsklassen für zwei Jahre erhalten.

Foto: Stefan Scherer / Stefan Scherer / WP

Gevelsberg.  Schulausschuss beschließt einstimmig, die maximale Klassengröße an der Pestalozzischule und am Strückerberg zu reduzieren.

Wenn zum Schuljahr 2020/21 der erste Jahrgang an die Grundschulen kommt, in dem die Geburtenzahlen um 50 Kinder gestiegen sind, wird die Stadt Gevelsberg die freie Wahl der Eltern, was die Grundschule für ihre Kinder betrifft, in gewissem Maße einschränken. Denn: In einer Sondersitzung beschloss der Schulausschuss, zunächst für dieses und das folgende Schuljahr 2021/22 die maximale Klassengröße an den Grundschulen Pestalozzi und Strückerberg auf 25 Kinder zu reduzieren. Das sind vier Kinder weniger als das Schulgesetz des Landes als Obergrenze vorgibt.

Prioritätenliste für die Aufnahme

Gleichzeitig hat die Politik beschlossen, an den beiden Schulen maximal drei Eingangsklassen zu bilden, an den drei weiteren Gevelsberger Grundschulen – in der Schnellmark, im Vogelsang und in Silschede – jeweils zwei. Das heißt in der Konsequenz, dass das Wetteifern um Plätze noch einmal zunehmen wird. Welche Kinder am Ende an welchen Schulen angenommen werden, darauf haben die Eltern allerdings keinen Einfluss, denn der Leitsatz „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ greift an dieser Stelle nicht.

Vielmehr gibt ebenfalls das Schulgesetz vor, nach welcher Prioritätenliste Kinder bei einem Anmeldeüberhang anzunehmen sind. Zunächst genießen Gevelsberger Kinder Vorfahrt – gerade am Strückerberg werden zahlreiche Kinder aus Ennepetal und Schwelm unterrichtet. Das danach gewichtigste Kriterium lautet, ob schon Geschwisterkinder auf die Wunschschule gehen. Wie weit der Schulweg ist, ob das Kind einen Kindergarten in der Nähe besucht hat, ob an der Schule ein ausgewogenes Verhältnis von Jungen dun Mädchen und von Kindern unterschiedlicher Muttersprachen herrscht, sind in dieser Reihenfolge die weiteren Kriterien, nach denen entschieden wird.

Anmeldung bereits im September

„Wir brauchen aufgrund der enorm gestiegenen Anmeldezahlen ein Steuerungselement für die fünf Schulen“, sagt Bürgermeister Claus Jacobi. Nach zwei Jahren solle geschaut werden, ob und wie sich das Anmeldeverhalten ändert. Gleichzeitig hänge die Zahl der Eingangsklassen und ob diese überhaupt bis zu Maximalgrenze eingerichtet werden müssen, ohnehin von den Anmeldezahlen ab.

Um frühzeitig reagieren zu können, verlegt die Stadt die Anmeldetermine vor. So werden die Anmeldungen aller Voraussicht nach im September sein. Anschließend erfolgen bei Bedarf klärende Gespräche zwischen den Schulleitungen, der Stadt als Schulträger sowie der Schulaufsicht aus der Kreisverwaltung. Erst dann sei klar, ob Kinder abgelehnt und andernorts beschult werden müssten. „Das Ziel lautet aber ganz klar, dass wir weiterhin so vielen Kindern wie möglich die Wunschschule ermöglichen möchten“, macht Claus Jacobi deutlich.

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