Religion

Gemeindesaal in Schwelm größer, heller und freundlicher

Der Anbau der Freien Evangelischen Gemeinde soll am 22. April eingeweiht werden.

Der Anbau der Freien Evangelischen Gemeinde soll am 22. April eingeweiht werden.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.   Eine Million Euro hat die Freie evangelische Gemeinde Schwelm in Anbau und Sanierung ihres Domizils in der Kaiserstraße investiert.

Die Freie evangelische Gemeinde Schwelm hat ein Ziel fest vor Augen! Mit einem Festgottesdienst um 10.30 Uhr wollen die 74 Gemeindemitglieder am Sonntag, 22. April, mit Gästen die offizielle Wiedereröffnung ihres Gemeindehauses feiern. Zwischen der Erteilung der Baugenehmigung zum Jahresbeginn 2017 und dem Abschluss der Anbau- und Sanierungsarbeiten liegen neben vielen Monaten Bauzeit auch ca. 90 Sitzungen des Bauausschusses, unzählige Baustellengebete jeweils donnerstagsabends und Vorgottesdienste sonntags um 9.30 Uhr. Für die Frauen, Männer und Jugendlichen ist das Bauprojekt an der Kaiserstraße 31-33 eine Herzensangelegenheit – und mit Baukosten von rund einer Million Euro auch ein finanzieller Kraftakt, der von allen allerdings gerne gestemmt wird.

Nicht wiederzuerkennen ist der Baukörper nach der Sanierung. Noch geben die Handwerker in dem Gebäude den Ton an. Kabel werden verlegt, der Installateur vollendet sein Handwerk. Feuerschutztüren werden eingebaut, Trockendecken eingezogen. Und immer wieder greifen die Gemeindemitglieder selbst zum Handwerkszeug, um kleinere Arbeiten selbst zu erledigen – damit die Kosten im Rahmen bleiben. „Wir müssen uns als Gemeinde selber finanzieren“, sagt Eberhard Kohn.

Neubau aus dem Jahr 1973

Der gelernte Optiker ist Mitglied des Bauausschusses, war schon 1973 dabei, als der damalige Neubau des Gemeindehauses angegangen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren angemietete Räume in der Kaiserstraße 14a (danach u.a. als Ballettschule genutzt) Mittelpunkt des Gemeindelebens. „Damals war ich junger Student und Mitläufer beim Bau, heute bin ich fast jeden Tag auf der Baustelle“, erinnert sich Eberhard Kohn. Der Neubau sei damals clever geplant worden, so Kohn, die Mietwohnungen hätten zur Finanzierung des Gemeindehauses beigetragen.

Bereits hell und freundlich präsentiert sich die Baustelle bei einem Rundgang unserer Zeitung. Besonders der Gemeindesaal hat gewonnen. Er wurde von 120 auf 170 qm vergrößert, die Glasbausteine durch große Fenster ersetzt. Die helle Decke und der Boden tun das Übrige. „Wir haben das Ganze transparenter gemacht. Der Raum soll einladender wirken, damit wir mehr Menschen erreichen“, sagt Pastor Christian Paasch. An den Gemeindesaal schließt ein vergrößerter Bistro-Bereich an, den Abschluss bildet nun eine Terrasse. Die Bühne wurde vergrößert und mit neuer Technik bestückt, eine tragende Wand wurde zurückgebaut, die Decke mit einem 12 Meter großen Doppel-T-Stahlträger abgefangen. Das allein sei ein Kraftakt im wahrsten Sinne des Wortes gewesen. Ein neues Treppenhaus führt in die erste Etage zu neuen Gruppenräumen. Selbst die untere Etage wurde nicht vom Umbau „verschont“.

Dank an Raco-Eigentümer

Die Jugendräume sind, Dank einer Trennwand, als ein ganzer Raum zu nutzen, es gibt neue Sanitäreinrichtungen. Besonders stolz ist die Gemeinde auf die besseren Wärmekennwerte. „Trotz erheblicher Vergrößerung werden wir nach dem Umbau energietechnisch besser fahren“, freut sich Eberhard Kohn.

Der Dank der Gemeinde gilt im Besonderen den Eigentümern der Firma Raco, die während der Bauzeit das Übergangsdomizil in der Döinghauser Straße 38 zur Verfügung gestellt haben – ohne diese Lösung hätte es für das Gemeindeleben schlecht ausgesehen. So richtig Freude auf kommt bei den Gläubigen allerdings, wenn sie an Osten denken. Der Umzug zu diesem Zeitpunkt zurück an die Kaiserstraße ist nämlich das erklärte Ziel der Gemeinde. „Das ist auch so eine Art Probelauf für uns“, sagt Eberhard Kohn.

Vergessen sind dann auch die Neubaupläne. Ursprünglich trug sich nämlich die Freie evangelische Gemeinde mit kompletten Neubauplänen. Mal wurde ihr das Grundstück an der Bahnlinie angeboten, auf dem heute der Netto-Markt seine Kunden bedient. Ein anderes mal lockte die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft mit einer Parzelle zur Bebauung an der Barmer Straße. „Es hat sich aber alles zerschlagen. Ende 2016 waren die Neubaupläne vom Tisch und die Entwicklung im Bestand das Ziel“, sagt Eberhard Kohn. Eine gute Lösung, wie sich beim Gang über die „noch“-Baustelle schnell feststellen lässt.

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