Kultur

Furioser Saisonauftakt für Konzertgesellschaft Gevelsberg

Die jungen Musiker Mariya Miliutsina (27, Traversflöte), Lars Hobein (24, Cembalo) und Amarilis Dueñas (21, Viola da Gamba) begeistern das Publikum in der Gevelsberger Lukaskirche.

Die jungen Musiker Mariya Miliutsina (27, Traversflöte), Lars Hobein (24, Cembalo) und Amarilis Dueñas (21, Viola da Gamba) begeistern das Publikum in der Gevelsberger Lukaskirche.

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Gevelsberg.  Die Konzertgesellschaft Gevelsberg ist mit dem Ensemble „La Réjouissance“ erfolgreich in die Saison gestartet. Das sind die weiteren Termine.

Zur Eröffnung der Saison lädt die Konzertgesellschaft Gevelsberg alljährlich ihre Mitglieder zu einem besonderen Mitgliederkonzert ein. Weit mehr als die Hälfte der 218 Mitglieder folgte dieser Einladung in die Gevelsberger Lukaskirche. Man traf sich, begrüßte einander herzlich, informierte sich über die kommenden Konzerte und die Vorfreude war spürbar. Außerdem konnten die Mitglieder auch gleich die Karten für ihr Jahresabonnement abholen.

Dann präsentierte das Ensemble „La Réjouissance“ ein wunderschönes Barockkonzert, das in dem schlichten hellen Raum der Lukaskirche einen besonders schönen, intimen Rahmen fand. Wegen der ausgezeichneten Akustik des Kirchenraumes nahm das Ensemble das Konzert auf Tonträger auf. Die drei Stipendiaten der Werner Richard – Dr. Carl Dörken-Stiftung spielten auf historisch nachgebauten Instrumenten, so dass Klang und Vielfältigkeit des Barock in besonderem Maße deutlich wurden.

Auf Alte Musik spezialisiert

Mariya Miliutsina (27), Traversflöte, Amarilis Dueñas (21), Viola da Gamba, und Lars Hobein (24) am Cembalo haben sich auf Alte Musik spezialisiert und spielten diese in allen Facetten von gefühlvoll-innig, über getragen und melancholisch bis hin zu fröhlich in Form von Tanzmusik aus der Zeit Ludwig XIV., und es gelang ihnen, mit ihrer Musik Geschichten zu erzählen. Die drei führten abwechselnd anschaulich durch das Konzert und erklärten auch Besonderheiten der Instrumente, wie den Unterschied zwischen Cello und Viola da Gamba („Beingeige“ oder „Kniegeige“).

Für dieses großartige Konzert mit Musik von Telemann, Bach, Rameau und auch weniger bekannten Komponisten, spendete das Publikum viel Beifall und als Ausklang gab es eine wunderschöne Sonate als Zugabe. Dr. Michael Ostermann, seit fünf Jahren Vorsitzender der Konzertgesellschaft Gevelsberg, zeigte sich nach dem Konzert sehr zufrieden: „Wir wollten gerne auch Barockmusik anbieten und das ist uns mit dem Ensemble La Réjouissance, das Gabriele Frohn, Michel Groves und ich beim Stipendiatenvorspiel in Herdecke entdeckt haben, sicher gut gelungen.“

Auch mit den Besucherzahlen ist Ostermann sehr zufrieden: „Die Besucherzahlen sind super. Unsere Konzerte werden nicht nur von den Mitgliedern besucht, wir haben auch gute Verkäufe an der Abendkasse. Manche liegen sogar im dreistelligen Bereich. Wir können in dieser Saison wieder ein reichhaltiges Programm mit großer Bandbreite zeigen. Die klassische Aufführungspraxis pflegen wir besonders gern, auch weil wir in der glücklichen Lage sind, in Gevelsberg einen großen Konzertsaal im Zentrum für Kirche und Kultur zu haben.“

Persönliche Höhepunkte

Ostermann freut sich, dass die Konzertgesellschaft optimistisch und gut strukturiert in die Zukunft blicken kann: „Mit unserem Ehrenamt müssen wir eine Struktur für die Kultur schaffen, denn hier gewinnt die Gemeinschaft.“

Nach seinen persönlichen Highlights der Saison befragt, kann Ostermann sich kaum entscheiden, aber das Familienkonzert liegt ihm besonders am Herzen: „Diese Konzerte werden so gut angenommen und erreichen so viele Kinder mit klassischer Musik, das ist einfach wunderbar.“

Zum Schluss verrät er noch seine Begeisterung für das junge Orchester, das beim fünften Meisterkonzert auftreten wird: „Wenn die Deutsche Streicherphilharmonie spielt, ist das eine Investition in die Zukunft und ich habe immer das Gefühl, dass ein Funke überspringt, der die lange Sommerpause bis zum nächsten Konzert überbrücken hilft.“

Gabriele Frohn beantwortete die Frage nach den persönlichen Highlights ganz anders. Sie hat sich bereits alle Musikstücke der kommenden Meisterkonzerte bei iTunes heruntergeladen. „Jetzt höre ich meine Playlist rauf und runter. Das sind alles Highlights.“

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