Für Läufer Training, für Wanderer Mühe

Von Jana Kappe Ennepetal. "Rund um Ennepetal" bringt Wanderer, Walker und Läufer auf die Beine. In aller Herrgottsfrühe fanden sich gestern 45 Teilnehmer im Bremenstadion ein, um pünktlich um 6 Uhr die erste Teilstrecke ab Heilenbecke Talsperre in Angriff

Von der Heilenbecke Talsperre über Meier am Külchen ging es zum Ennepetaler Bahnhof. Da wollte auch Bürgermeister Michael Eckhardt zu der Wandergruppe stoßen, doch die pünktliche Truppe wartete lange vergebens und brach schließlich ohne den prominenten Mitstreiter und Namensgeber des Wandertages zu dem mit 11,5 Kilometern längsten und durch die Höhenunterschiede auch beschwerlichsten Teilstück vom Bahnhof nach Hasperbach auf. Reichlich verspätet brachte Ehefrau Edda ihren Mann dann zum Startort, von dort ließ sich Eckhardt eilig bis zum Kruiner Tunnel fahren, wo er sich der Gruppe noch anschließen konnte.

Der zehnjährige Lukas war dabei, der schon um 4.30 Uhr aufgestanden war, auch Evelin Diedrich, deren Hund Ronja nach den ersten zwei Abschnitten kein bisschen müde war. "Ich kann bald nicht mehr", sagte sie in der Pause, "aber Ronja will schon wieder los." Der 75-jährige Adalbert Meinecke hat sich die kompletten 54 Kilometer vorgenommen. "Normalerweise jogge ich", sagte er, "aber so eine lange Strecke wandere ich besser." Timo (7) und Jannis (4) waren mit ihren Eltern Anke und Michael Till unterwegs. "Wir fahren oft zusammen in die Berge zum Wandern", erzählt Anke Till. Nach zwei Teilstrecken verabschiedeten sich die ersten schon wieder. Die anderen und Neuzugänge gingen weiter über Hasperbach zur Peddenöde und danach wieder zur Heilenbecke Talsperre. Jedes Etappenziel war gleichzeitig Verpflegungsstelle. Bananen, Äpfel, Müsliriegel, Tee, Wasser und Apfelschorle gab es. Busse brachten die Teilnehmer, die ihre Tour an einem der Streckenziele beendeten, zurück.

Nicole Schlösser war extra früh ins Bett gegangen, um die frühen Laufgruppen zu erreichen. "Ich habe gestern Abend nur Wasser getrunken", sagte die Halbmarathon-Läuferin vor dem Start. Martin Weiss und Tatjana Diekmann haben sich die ganze Strecke vorgenommen. Tatjana Diekmann bereitet sich auf einen Marathon vor. Für sie ist "Rund um Ennepetal" eine gute Trainingsstrecke. Auch Dagmar und Ulrich Nicklaus sind leidenschaftliche Läufer, die das ganze Jahr durch vier bis fünf Mal die Woche über 30 Kilometer trainieren. Ulrich Nicklaus bereitete sich mit den 54 Kilometern gestern auf den Wettkampf von Athen nach Sparta vor.André Brocksieper läuft dreimal die Woche zehn bis 15 Kilometer. Er hat sich ebenso wie Uwe Hammermeister für den Sonntagmorgen zwei Teilstrecken, also gut 20 Kilometer vorgenommen. Wanderer und Walker starteten gemeinsam und gingen vier bis fünf Kilometer in der Stunde. Für die Läuferinnen und Läufer gab es zwei unterschiedlich schnelle Gruppen. Die einen legten rund 8,5, die anderen 10 Kilometer pro Stunde zurück. Unter den frühesten Startern waren auch zwei der jüngsten Teilnehmer: Lukas Plätz, Jahrgang 1997 und Jacqueline Schulz, Jahrgang 1995. Zurück am Bremenstadion konnten sie sich ihre Urkunde aushändigen lassen. Die Organisatoren von den Sportfreunden, der Skigemeinschaft, der Stadt und der Wandergruppe Rund-um-Ennepetal wickelten dort die Anmeldungen ab, betreuten die Verpflungsstationen und stellten auch Wanderführer.

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