Hausbrand in Schwelm

Feuerwehreinsatz in Schwelmer Oberstadt zahlt Allgemeinheit

Wer zahlt bei Feuer? Janine Alexander und Aslihan Durmus (rechts) sind beide Fachwirtinnen für Versicherungen und Finanzen der Sparkasse Schwelm und betreuen dort die Kunden der eigenen Provinzial-Geschäftsstelle. Wir sprachen mit den beiden Damen über das Thema.

Wer zahlt bei Feuer? Janine Alexander und Aslihan Durmus (rechts) sind beide Fachwirtinnen für Versicherungen und Finanzen der Sparkasse Schwelm und betreuen dort die Kunden der eigenen Provinzial-Geschäftsstelle. Wir sprachen mit den beiden Damen über das Thema.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Wenn die Wohnung oder das Haus in Flammen aufgehen, ist das schon schlimm genug. Doch wer kommt in Schwelm für die Schäden auf.

Das Leben von uns Menschen ist voller Risiken. Das zeigt das Großfeuer in der Oberstadt. Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte gut versichert sein. Denn sonst steht er nur allzu leicht vor dem wirtschaftlichen Ruin. Doch welche Schäden werden im Fall der Fälle von den Assekuranzen abgedeckt und auf welchen Schäden bleibt der Geschädigte sitzen? Über diesen Themenkomplex hat unsere Redaktion mit Janine Alexander und Aslihan Durmus gesprochen. Die beiden Damen sind von Beruf Fachwirtinnen für Versicherungen und Finanzen und betreuen in dieser Funktion die Kunden der Provinzial-Geschäftsstelle der Städtischen Sparkasse zu Schwelm.

Wenn ein Wohngebäude in Flammen aufgeht: Welche Versicherung greift in diesem Fall?

Aslihan Durmus: Die Feuerversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung für jeden Immobilienbesitzer. Die Wohngebäudeversicherung deckt den Brandfall mit ab und greift darüber hinaus bei Sturm- und Hagelschäden, Leitungswasserschäden und deckt je nach Versicherungsvertrag auch Elementarschäden an Gebäuden ab.

Welche Schäden sind im Einzelnen abgedeckt?

Janine Alexander: Wenn alles richtig versichert ist, die Versicherungssumme passt, gibt es das Haus komplett neu. Wenn im Zuge der Versicherungsdauer das Gebäude umgebaut, erweitert oder ausgebaut worden ist, muss der Versicherungsvertrag entsprechend an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Deshalb unser Tipp: Regelmäßig den Kontakt mit der Versicherung pflegen und über die vorgenommenen Änderungen an der Immobilie sprechen. Auch können sich in den Jahren die Versicherungsbedingungen zum Vorteil des Versicherten geändert haben. Diese Änderungen werden nicht automatisch bei Altverträgen wirksam. Ein Blick in die Vertragsunterlagen gibt Aufschluss darüber.

Wer übernimmt die Kosten für das Inventar, das durch das Feuer im Haus oder in der Wohnung zerstört bzw. beschädigt worden ist?

Janine Alexander: Der Ersatz von Schäden am Inventar gehört nicht zum Leistungspaket einer Wohngebäudeversicherung. Das ist Sache der Hausratsversicherung. Die muss beispielsweise auch der Nachbar besitzen, wenn das Löschwasser in seiner Wohnung einen Schaden angerichtet hat. Wer keine Hausratsversicherung besitzt, der steht dann praktisch vor dem Nichts.

Wie sieht es mit Fahrlässigkeit aus?

Aslihan Durmus: Leichte Fahrlässigkeit ist immer versichert. In Neuverträgen zur Wohngebäudeversicherung ist in der Regel auch grobe Fahrlässigkeit als Risiko abgedeckt. Grob fahrlässig ist es beispielsweise, wenn jemand zu Hause eine Kerze unbeaufsichtigt in einem Raum brennen lässt oder der Topf mit Speisen auf einen angeschalteten Herd vergessen wird.

Wer trägt die Einsatzkosten für die Feuerwehr?

Janine Alexander: Grundsätzlich gilt, dass die Gemeinden für einen Großteil der Feuerwehreinsätze keine Rechnungen ausstellen. Einsätze, die der Rettung von Menschen dienen, werden in der Regel von der Allgemeinheit getragen. Auch wenn ein unverschuldeter Notfall – zum Beispiel ein technischer Defekt – die Ursache für den Einsatz ist, muss man sich keine Sorgen machen. Ausgenommen ist Vorsatz.

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