Kultur

Facettenreiches Orgelkonzert in Schwelm

Professor Johannes Geffert an der Tzschöckel-Orgel

Professor Johannes Geffert an der Tzschöckel-Orgel

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Schwelm.  Mit Johannes Geffert war ein hochkarätiger Organist in der Christuskirche zu Gast. Für Professor ist das Instrument immer noch „hervorragend“

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Gerne wird die Orgel wegen ihres prächtigen Äußeren und ihres gewaltigen Klanges als „Königin der Instrumente“ bezeichnet und so lautete der Titel des Konzerts, das der renommierte Organist Johannes Geffert im Rahmen des Orgelherbstes in der Christuskirche gab: „Music for the Queen of Instruments“.

Konstanze Pfeiffer seine Studentin

Professor Geffert war gern der Einladung seiner ehemaligen Studentin Konstanze Pfeiffer gefolgt, die seit einem Jahr Kantorin in der Evangelischen Kirchengemeinde in Schwelm ist. Er hatte ein besonderes Programm zusammengestellt, mit dem er vor allem die unterschiedlichen Facetten der Orgel zeigen wollte. „Eine Stunde Orgelspiel bedeutet fünf Stunden Registrierung“, berichtete Geffert, der bereits am Vortag viele detaillierte Registrierangaben eingestellt hatte, um die Möglichkeiten der großen Tzschöckel-Orgel erklingen zu lassen.

Beim fröhlich verspielten Tanzlied „Trumpet Minuet“ von Alfred Hollins (1865-1942) erinnerte die Orgel an Trompetenklang und zeitweise traten Orgel und Trompeten sogar in einen Dialog.

Auch „Music for the Queen“ spielte Professor Geffert: „Zadok, the priest“, aus den feierlichen „Coronation Anthems“ („Krönungshymnen“), die Georg Friedrich Händel 1727 zur Krönung des britischen Königs Georg II. komponierte, und die seitdem bei allen Krönungsfeierlichkeiten in Britannien gespielt werden. Hier brachte Johannes Geffert in großer Meisterschaft fast ein ganzes Orchester zum Klingen. Es folgte „Athalia“, eine Schauspielmusik, die Felix Mendelssohn Bartholdy in den Jahren 1843–45 zu einem Schauspiel des französischen Dramatikers Jean Racine komponierte.

Für das Publikum wären zwischen den einzelnen Stücken ein paar kurze Einführungen aufschlussreich gewesen, denn es handelte sich überwiegend um unbekannte und sehr selten gespielte Werke. Bei den nächsten beiden anspruchsvollen Stücken von Samuel Sebastian Wesley (1810-1876) und Edwin Henry Lemare (1865-1934) zeigte Geffert: So facettenreich kann Orgel klingen. Schade, dass das Publikum im Kirchenschiff nicht sehen konnte, wie nicht nur die Hände über die Tasten und Manuale, sondern auch die Füße über die Pedale wirbelten.

Sir Edward Elgar (1858-1934) war ein englischer Komponist der Spätromantik. Sein bekanntestes Werk ist der „Pomp and Circumstance March“, dessen Mittelteil auch als Hymne „Land of Hope and Glory“ einen Höhepunkt der alljährlichen Last Night of the Proms darstellt. Elgar schuf mit der Sonate G-Dur op. 28 ein fulminantes Orgelwerk. Johannes Geffert spielte diesen einzigartigen englischen Beitrag zur Orgelsinfonik in vier Sätzen beeindruckend perfekt und mit sorgfältiger Registrierung.

Das Publikum spendete großen Beifall für einen Organisten der Spitzenklasse. Johannes Geffert zeigte sich begeistert von der Orgel der Christuskirche und lobte ihre vielfältigen Möglichkeiten. Die Tzschöckel-Orgel ist für ihn schon eine „alte Bekannte“, denn 1992 lud die damalige Kantorin Sabine Horstmann ihn ein, zur Einweihung der neuen Orgel darauf zu spielen. Heute bezeichnet der renommierte Kirchenmusiker sie noch immer als „hervorragend“.

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