Wildes Kippen

Ennepetal will härter gegen Müllsünder vorgehen

Wie hier in Hasperbach wird immer wieder illegal Müll in Waldstücken entsorgt. Künftig will die Stadt Ennepetal repressiv gegen die Verursacher vorgehen.

Wie hier in Hasperbach wird immer wieder illegal Müll in Waldstücken entsorgt. Künftig will die Stadt Ennepetal repressiv gegen die Verursacher vorgehen.

Foto: Hartmut Breyer / WP

Ennepetal.  Mit Firat Demirhan wurde ein neuer Mitarbeiter eingestellt, der einen Schwerpunkt auf die Verfolgung von Müllsündern legt.

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Kistenweise Müll an den Containerstandorten, wilde Kippen im Wald und das Abstellen von Farbeimern, Elektroschrott und Restmüll an den Tagen der Sperrmüllabfuhr: Immer wieder sorgt die illegale Ablagerung von Abfällen im Ennepetaler Stadtgebiet für Ärger. Einerseits verschandelt der Müll die Straßen und schädigt zum Teil die Umwelt, andererseits trägt die Allgemeinheit die Kosten für die Beseitigung der illegalen Abfälle durch die Stadtbetriebe Ennepetal (SBE). Mit einem „Konzept für die Verbesserung der Sauberkeit und Vermeidung von illegalen Müllablagerungen in Ennepetal“ will die Verwaltung dem Problem Herr werden. Mit Firat Demirhan wurde ein neuer Mitarbeiter eingestellt, der einen Schwerpunkt auf die Verfolgung von Müllsündern legt.

„Das Problem ist allgegenwärtig, jeder kann etwas dazu berichten“, sagen Demirhan und Fachbereichsleiter Stephan Langhard. Nun wolle man „vermehrt repressiv“ daran gehen, sprich: den Verursachern mit verstärkten Kräften nachgehen und Verwarn- bzw. Bußgelder verhängen. In einem elfseitigen Konzept, dass Firat Demirhan federführend erstellte, werden die Hauptziele benannt.

Containerstandorte

Etwa ein Dutzend der insgesamt 69 Containerstandorte (Altpapier, Altglas, zum Teil auch Altkleider) fällt laut Konzept immer wieder durch zunehmende Vermüllung auf. Dabei handelt es sich nicht nur um Papierabfälle, sondern auch um Abfälle anderer Art. Zudem werde beobachtet, dass durch Nachahmungseffekte diese Standorte besonders schnell vermüllt würden. Bisher wurde der Müll durch die Firma Fischer mit eingesammelt, ohne Dokumentation und weitere Ermittlungsarbeit.

Künftig sollen die Abfälle an den Containerstandorten konsequent auf Hinweise zum Verursacher untersucht werden. Ergeben sich Verdachtsfälle, werden die Betreffenden um Stellungnahme gebeten. Bestätigt sich der Verdacht, wird je nach Schwere des Vergehens ein Verwarngeld oder ein Bußgeldbescheid erlassen. Daneben sollen die Erkenntnisse aus der Überwachung genutzt werden, um einer Vermüllung der Standorte schon im Vorfeld entgegen zu wirken.

Wilde Kippen

Bei den wilden Kippen gab es bisher verschiedene Wege, wie die Informationen an die Verwaltung herangetragen wurden. Künftig sollen diese an Firat Demirhan weiter geleitet werden, der dann jeden Fundort anfahren, mögliche Verursacher ermitteln und schließlich die SBE mit der Beseitigung des Mülls beauftragen soll. Im Gegensatz zu früher werden so alle Fälle aktenkundig gemacht und es erfolgen bei Hinweisen auf den Verursacher abschließend Ermittlungen. Insbesondere bei wilden Kippen sei man sehr auf die Mithilfe der Einwohner angewiesen, heißt es im Konzept. Dafür sollen die etablierten Kontaktmöglichkeiten per Telefon, E-Mail und Mängelmelder ergänzt werden um Instrumente, die es Bürgern erlaubt, möglichst einfach Fundstellen zu übermitteln. Das könnte eine „Müll-Hotline“ sein, über die es einen direkten Kontakt zum verantwortlichen Mitarbeiter des Ordnungsamtes gibt bzw. die Möglichkeit, auf einen Anrufbeantworter zu sprechen. Ein „WhatsApp“-Mängelmelder, der in einigen Städten bereits eingesetzte wird, wäre ebenfalls denkbar.

Sperrmüll

Die Sperrmüllabholung findet immer montags in den ungeraden Monaten des Jahres statt. Es habe sich gezeigt, dass viele Bewohner bereits zum Start oder während des Wochenendes ihren Sperrmüll an die Straße stellen. Das sei aber nicht erlaubt, heißt es im Konzept. Aufgrund des fehlenden Personals an den Wochenenden habe man diese Ordnungswidrigkeit nicht verfolgen können. Ebenso verhalte es sich bei Sperrmüllsammlern, die sich Sperrmüll verbotener weise aneignen würden.

Darüber hinaus würde immer wieder Abfall herausgestellt, der nicht zum Sperrmüll gehöre und letztlich vom Betriebshof eingesammelt werden müsse. Künftig soll es auch an Wochenenden punktuell Kontrollen durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes geben. Neben Hinweisen an die Bewohner auf geltendes Recht könnten dann auch Verwarn- und Bußgelder verhängt werden. Nicht zuletzt solle angesichts der Vielzahl an Problemen, die sich aus dem Montag als Abholungstermin ergeben, die Verlegung der Sperrmüllabholung auf einen anderen Wochentag geprüft werden.

Abfallbehälter / Müllvolumen

Ein Augenmerk soll künftig zudem auf die korrekte Trennung der Abfälle sowie die ausreichende Anzahl und Größe von Müllbehältern geachtet werden. Bisher nahm hier der Entsorger stichpunktartig Kontrollen vor und verweigerte beispielsweise bei überfüllten Behältern die Leerung. Erlangten die SBE Kenntnis von „problematischen Haushalten“, hätten Mitarbeiter dir Grundstückseigentümer zu einer ordnungsgemäßen Entsorgung aufgefordert und dazu beraten, heißt es im Konzept. Künftig soll ein Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes solche Kontrollen durchführen und bei Ordnungswidrigkeiten Maßnahmen einleiten. Nicht zuletzt soll der Fachbereich 1 informiert werden, der ggf. größere Behälter zuteilen kann. Die Verwaltung hofft, so langfristig die Zahl wilder Kippen einzudämmen.

„Wir konnten schon viele Sünder ermitteln“, berichtet Firat Demirhan, der Anfang September seine Arbeit aufnahm, Es sei an Verwarn- und Bußgeldern dadurch einiges zusammengekommen. „Die Mühe lohnt sich schon“, meint er. Stephan Langhard ergänzt, dass das nun erstellte Konzept kein abgeschlossenes Werk sei, sondern auf den Erfahrungen der Mitarbeiter aufbauend fortlaufend angepasst und ergänzt werden soll.

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