Spiel

Ennepetal Teil der weltweiten Spielemesse Spiel.digital

Ennepetal, Torben Knochenhauer und Sonja Dey, Anspieler Spieleladen Voerder straße 2020

Ennepetal, Torben Knochenhauer und Sonja Dey, Anspieler Spieleladen Voerder straße 2020

Foto: Privat / WP

Ennepetal.  Ennepetaler organisiert Spielemesse für Brettspielfans in seinem Anspieler-Spieleladen in Ennepetal.

Ein Tag ohne Spiele? Das kann sich Torben Knochenhauer nicht vorstellen. Nicht nur, weil er einen Spieleladen in Ennepetal besitzt, sondern weil Spielen für ihn so viel mehr ist als einfach nur ein schönes Hobby. Mit seiner Leidenschaft ist er nicht alleine. Mehr als 200.000 Menschen besuchten alleine im vergangenen Jahr die weltgrößte Spielemesse in Essen. Doch die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass sie ausfällt – zumindest fast. Aus der SPIEL wurden nun die SPIEL.digital. Die Veranstalter haben die Messe kurzerhand ins Internet verlagert und den Spieleläden vor Ort die Möglichkeit gegeben, Teil dieser Aktion zu werden. „Ganz klar, dass ich da mitmache“, sagt der Ennepetaler. Auch wenn die Vorbereitungen alles andere als einfach waren.

Verlage präsentieren Neuheiten

Vier Tage lang soll in dem Laden an der Voerder Straße nun gespielt werden können - von Donnerstag, 22. Oktober, bis einschließlich Sonntag, 25. Oktober. Angeboten werden verschiedene Zeitfenster, die verbindlich von festen Gruppen gebucht werden können. Vor allem Spiele-Neuheiten kommen dann auf die Tische. Kartenspiele, Familien- und Würfelspiele, knifflige Expertenbrettspiele: Torben Knochenhauer hat die Verlage angesprochen und viele verschiedene Spiele erhalten, die meisten gibt es noch nirgends zu kaufen. Spieleautoren werden kommen, Vertreter verschiedener Verlage – alles das, was sonst in Essen zu erleben wäre. Nur alles eine Nummer kleiner.

Und während die Fans sich im Internet über alles informieren können, was die Brettspielwelt zu bieten hat, können sie zeitgleich im Anspielerladen einiges davon direkt auch ausprobieren. So ist das Konzept der SPIEL-Local als Teil der virtuellen Spielemesse. Etwa 70 Läden in Deutschland und im Ausland machen mit.

Torben Knochenhauer musste viele Gespräche führen, wie eine Spielemesse unter Coronaschutzbedingungen in seinem Laden umgesetzt werden kann. Masken, Abstand, Rückverfolgung, feste Spielegruppen und Tischebuchungen, Lüften, genügend Desinfektionsmittel: Wer in seinen Laden kommt, soll sich sicher fühlen und eine unbeschwerte Zeit erleben.

Eigentlich gehören solche Veranstaltungen zu seinem täglichen Geschäfte - vor Corona. Ein bis zwei Mal im Jahr veranstaltet er seine eigene Messe auf Norderney, bietet Spielern die Möglichkeit neue Spiele kennen zu lernen. In diesem Jahr sei alles ausgefallen. Dann die Schließung seines Geschäftes. „Es ist eine schwierige Zeit“, sagt er. Er hat eine Bringedienst ins Leben gerufen, sich mehr ins Internet verlagert. Doch nichts ersetze die Interaktion am Spieltisch, den Spaß und die Freude am gemeinsamen Spielen. „Hier geht keiner raus, ohne das passende für sich zu finden“, sagt er. So vielfältig sei die Spielewelt geworden, abseits der Klassiker wie Mensch ärgere Dich nicht und Monopoly. Das mache den Reiz aus. Ob Alt oder Jung, Mann oder Frau, egal welcher Beruf: am Spielbrett seien alle gleich.

Aktuell herrscht aber noch Chaos auf den Tischen in seinem Laden. „Wir müssen die Neuheiten auspacken und lernen, damit wir sie auch erklären können.“ Noch gibt es freie Tische zu buchen – für alle, die an diesen vier Tagen im Oktober, den wichtigsten für Brettspielfans - dabei sein wollen. Analog und nicht digital.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben