Horrorunfall

Tödlicher Unfall Ennepetal: Verursacher in Lebensgefahr

Die Unfallstelle auf der Holthauser Talstraße in Ennepetal. Der Seat war nach ersten Erkenntnissen der Polizei in den Gegenverkehr geraten und frontal mit dem VW Tiguan zusammengestoßen.

Die Unfallstelle auf der Holthauser Talstraße in Ennepetal. Der Seat war nach ersten Erkenntnissen der Polizei in den Gegenverkehr geraten und frontal mit dem VW Tiguan zusammengestoßen.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.  Eine Frau aus Gevelsberg ist beim Zusammenstoß zweier Pkw in Ennepetal gestorben. Ein 23-Jähriger aus Hagen war in den Gegenverkehr geraten.

Bei einem tragischen Verkehrsunfall am Sonntagmittag um 12.20 Uhr auf der Holthauser Talstraße ist eine 65-jährige Gevelsbergerin ums Leben gekommen. Ihr 67 Jahre alter Ehemann sowie ein 23-Jähriger Hagener erlitten schwerste Verletzungen. Zwei Pkw waren in einer Kurve wenige hundert Meter vor der Einmündung in die Heilenbecker Straße frontal zusammengestoßen.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der bergab in Richtung Milspe fahrende Hagener mit seinem goldfarbenen Seat Leon in einer Rechtskurve in den Gegenverkehr geraten und frontal mit dem bergauf in Richtung B 483 fahrenden braunen VW Tiguan des Ehepaars aus Gevelsberg zusammengestoßen. Durch die enorme Wucht des Zusammenpralls wurde der Tiguan rückwärts die Böschung hinaufgeschoben. An der Unfallstelle ist eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erlaubt. Wie schnell die Unfallfahrzeuge gefahren sind, müssen nun die Ermittler der Polizei herausfinden. „Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen und wertet nun alle Unfallspuren aus, die Rückschlüsse auf das Geschehen geben können“, teilt Sonja Wever, Pressesprecherin der Polizei mit.

Sofort herbeigeeilte Anwohner aus nahe gelegenen Häusern leisteten nach dem Zusammenstoß Erste Hilfe und wählten den Notruf. Doch für die Beifahrerin des Tiguan kam jede Hilfe zu spät. Sie sei trotz sofort vom Rettungsdienst eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen leider noch am Unfallort verstorben, berichtete der Einsatzleiter der Feuerwehr Ennepetal, Björn Windhövel. Ihr Ehemann wurde schwerstverletzt mit einem Rettungswagen in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Den Seat-Fahrer transportierte ein Rettungshubschrauber in das Bergmannsheil-Krankenhaus nach Bochum. Dort kämpft er auch am Montagmorgen noch um sein Leben.

Weil der Seat den schwereren VW Tiguan zurückgeschleudert hatte, so das ein dahinter fahrender Ford Transit auf ihn gekracht war, liegt nahe, dass der Seat deutlich schneller gefahren ist, als der Wagen des Ehepaares. „Wir werden in die Richtung Geschwindigkeit selbstverständlich ermitteln, werten aber auch das Mobiltelefon des Hageners aus und untersuchen eine Blutprobe.“ Letzteres sei bei einem tödlichen Unfall Standard. Ob die Blutprobe allerdings aufschlussreich sei, stehe nicht fest, weil der 23-Jährige wegen seiner Verletzungen diverse Medikamente erhalten habe.

Zwei Hubschrauber angefordert

Der Fahrer des Ford Transit hat einen Schock bei dem Unfall erlitten. „Er hat eine erste Aussage zu dem Unfallhergang gemacht, steht allerdings noch sehr stark unter dem Eindruck er Geschehnisse“, sagt Sonja Wever auf Nachfrage dieser Zeitung.

Gute Nachrichten hingegen gibt es zum Gesundheitszustand des Ehemannes der Verstorbenen. „. Auch der Fahrer des Tiguan wurde schwer verletzt, nach bisherigen Erkenntnissen besteht jedoch keine Lebensgefahr mehr“, teilt die Polizei mit.

Nach Eingang des Notrufs hatte die Feuerwehr Ennepetal Vollalarm für die Hauptwache sowie die drei Löschzüge gegeben. Etwa 60 Kräfte der Wehr waren vor Ort im Einsatz, hinzu kamen Notärzte und Kräfte des Rettungsdienstes. Nach dem Eintreffen nahmen die Einsatzkräfte zunächst rettungsdienstliche Maßnahmen vor. Die leblose Beifahrerin sei sofort aus dem Tiguan herausgeholt worden, um mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen zu können, so Björn Windhövel. Die beiden in ihre Pkw eingeklemmten Fahrer habe man schonend gerettet. Nach den ersten Eindrücken vor Ort hatten die Rettungskräfte zwei Rettungshubschrauber angefordert. Während einer den Hagener aufnahm, wurde der andere nicht benötigt, da ein nahe gelegenes Krankenhaus einen Patienten aufnehmen konnte, so dass der Transport per Rettungswagen günstiger war.

Ein Notfallseelsorger sowie Kräfte der psychosozialen Einheiten der Feuerwehren Hagen und Ennepetal betreuten die zivilen Ersthelfer sowie den schockierten Fahrer des dritten beteiligten Fahrzeugs, der vorsorglich auch vom Rettungsdienst begutachtet worden war.

Beamte des Verkehrsunfallkommissariats und der Kripo nahmen am Unfallort, der ein einziges Trümmerfeld war, die Ermittlungen zum Unfallhergang auf. Noch kann keine gesicherte Ursache dafür genannt werden, warum der 23-jährige Hagener auf der Landstraße in den Gegenverkehr geraten war.

Straße mehrere Stunden gesperrt

Die Holthauser Talstraße war während des Rettungseinsatzes und der folgenden Maßnahmen mehrere Stunden gesperrt. Auch die Heilenbecker Straße wurde zeitweilig in Höhe der Einmündung Holthauser Talstraße gesperrt, weil in dem Bereich die beiden Rettungshubschrauber landeten.

Aufgrund des Meldebildes waren die Feuerwehr Ennepetal mit 14 Fahrzeugen, der Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises mit zwei Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug, zwei Rettungstransporthubschrauber und die Polizei vor Ort.

Während des Einsatzes, der bis etwa 15.20 Uhr lief, wurde die Feuerwehr Ennepetal parallel zu den schrecklichen Geschehnissen auf der Holthauser Talstraße um 14.33 Uhr zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage, zu einer Firma im Industriegebiet Oelkinghausen alarmiert. Dieser Einsatz wurde von Einsatzkräften des Grundschutzes abgearbeitet. Der aufgelaufene Brandmelder wurde kontrolliert, es konnte jedoch keine Schadensmerkmale ausgemacht werden. Der Einsatz war für die zehn Einsatzkräfte um 15.03 Uhr beendet.

Um 15.27 Uhr wurde das Hilfeleistungslöschfahrzeug in die Scharpenberger Straße zu einer Tragehilfe für den Rettungsdienst“ alarmiert. Dieser Einsatz war für die vier Einsatzkräfte um 15.50 Uhr beendet und damit ein extrem beanspruchender Tag.

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