Innenstadt

Ennepetal hat wieder einen Citymanager

Der neue Citymanager Steffen Jeschke (vorne) an seinem Schreibtisch im Haus Ennepetal. Florian Englert, der Geschäftsführer der Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG, Bürgermeisterin Imke Heymann, Stephan Langhard, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bürgerdienste, und „My City“-Vorsitzende Barbara Mittag begrüßen ihn (von links).

Der neue Citymanager Steffen Jeschke (vorne) an seinem Schreibtisch im Haus Ennepetal. Florian Englert, der Geschäftsführer der Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG, Bürgermeisterin Imke Heymann, Stephan Langhard, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bürgerdienste, und „My City“-Vorsitzende Barbara Mittag begrüßen ihn (von links).

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.   Steffen Jeschke trat gestern Dienst an. Gevelsberger befasst sich in Masterarbeit mit der Voerder Straße.

Ennepetal hat wieder einen Citymanager. Gestern bezog Steffen Jeschke sein Büro im Haus Ennepetal. Der 26-Jährige, der in Gevelsberg aufgewachsen ist, möchte in enger Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern die Innenstadt nach vorne bringen. „Die Menschen fühlen sich nur in einer Innenstadt wohl, die sie selbst mit gestaltet haben“, meinte der Neue bei seiner Vorstellung.

In den vergangenen Wochen hat sich Steffen Jeschke bereits intensiv mit der Voerder Straße beschäftigt. „Analyse der Nahversorgungsfunktion in der Voerder Straße in Ennepetal“ heißt der Titel seiner Masterarbeit, die er in Kürze fertigstellen wird. „Durch die Vollerhebung des Einzelhandels lernt man die Stadt sehr gut kennen“, erklärt Jeschke. Die Abschlussarbeit für sein Geographiestudium an der Universität Passau erstellt er derzeit noch parallel zu seinem Berufseinstieg. Daher wird er im März seine Aufgabe nur mit der halben Stundenzahl wahrnehmen.

„Ich möchte erst einmal sondieren, was es hier gibt, und sehen, wie das Stimmungsbild ist“, erklärt der Citymanager. Er habe sicher ein gutes theoretisches Vorwissen und schon viele Eindrücke gesammelt. Konkrete Ideen wolle er nun gemeinsam mit der Bevölkerung entwickeln.

Stephan Langhard, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bürgerdienste, berichtete, dass man „ein sehr heterogenes Bewerberfeld“ gehabt habe. „Wir haben uns bewusst für einen Jüngeren entschieden“, erklärte er. „Wir wollten nicht, dass man bei uns vielleicht nur abgelegte Konzepte von anderswo ausprobiert. Wir brauchen junge,frische Ideen.“

„Von der Ausbildung her ist Steffen Jeschke sehr gut geeignet, unsere Innenstadt nach vorne zu bringen“, erklärte Barbara Mittag, Vorsitzende des im vergangenen Sommer gegründeten Vereins „My City“. Nicht zuletzt das Thema seiner Masterarbeit habe die Beteiligten im Bewerbungsverfahren gereizt. „My City“, die Vereinigung von Händlern und Dienstleistern aus der Innenstadt, ist Arbeitgeber des Citymanagers. Finanziert wird die Stelle zur Hälfte aus Fördermitteln von Bund und Land. Die andere Hälfte trägt die Stadt. Die Förderung läuft zunächst bis Ende 2020. „Wir werden eng zusammenarbeiten“, kündigte Barbara Mittag an. Auch ihr sei wichtig, dass die Bürger, nicht zuletzt auch junge Leute, ihre Ideen einbrächten. „Wir brennen förmlich darauf, die Innenstadt nach vorne zu bringen.“

Büro im Haus Ennepetal

Bürgermeisterin Imke Heymann sagte, dass man derzeit im Rahmen des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts mit vielen Bausteinen die Innenstadt entwickeln wolle. Sie nannte die mögliche Öffnung der Fußgängerzone, die Marktpassage, die neu belebt werden soll und in die die Stadt mit Bücherei und Bürgerbüro einzieht, den Abriss und Neubau von Haus Ennepetal und Mehrgenerationenhaus sowie den Ausbau eines Leerstandsmanagements. „Wir haben Anforderungen an ihn und verbinden Wünsche und Hoffnungen mit ihm“, sagte sie in Richtung des Citymanagers.

Auch Florian Englert, Geschäftsführer der Kluterthöhle und Freizeit GmbH & Co. KG, begrüßte Steffen Jeschke. „Wir haben uns seit einem Jahr das Thema Stadtmarketing groß auf die Fahne geschrieben“, erklärte Englert. Dabei seien Event - und Tourismusmarketing zwei wichtige Säulen. Nun komme mit dem Innenstadtmanagement eine weitere wichtige Säule hinzu. Nicht von ungefähr beziehe der Citymanager sein Büro im Haus Ennepetal. „Wir erhoffen uns sehr viele Synergien durch eine enge Zusammenarbeit“, betonte Englert. Er hoffe, dass Steffen Jeschkes Arbeit Früchte trage. „Nur gemeinsam können wir etwas für Ennepetal erreichen.“

Vor zu hohen Erwartungen gewarnt

Die Bürgermeisterin warnte bei der Vorstellung aber auch vor zu hohen Erwartungen an den Citymanager. „Wir werden nicht in den nächsten zwei, drei Monaten eine blühende Innenstadt haben“, sagte sie. Letztlich gehe es darum, vor dem Hintergrund der Konkurrenz durch den Online-Handel und des Wettbewerbs mit den Nachbarstädten wie Gevelsberg und Schwelm die passende Nische für Ennepetal zu finden.

Nun will Steffen Jeschke sich in den kommenden Tagen erst einmal einarbeiten. Dazu gehört auch die Überlegung, in Zukunft Zeitfenster einzurichten, in denen er für die Themen rund um die Innenstadt ansprechbar sein wird. „Ich würde aber auch gerne zu den Betreffenden hingehen“, sagt er. „Ich bin sowieso nicht unbedingt der Büromensch.“

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