Ehemalige Passage am Markt

„Ennepetal City-Center“ und neuer Action-Markt eröffnet

Andreas Bloecker (links) und Bürgermeisterin Imke Heymann (rechts) überreichen Andrea und Udo Schröder den Hauptgewinn.

Andreas Bloecker (links) und Bürgermeisterin Imke Heymann (rechts) überreichen Andrea und Udo Schröder den Hauptgewinn.

Foto: Hartmut Breyer / WP

Ennepetal.  Nach Umbau ist die ehemalige Passage am Markt in Milspe neu eröffnet worden. Das Bürger- und Einkaufszentrum heißt nun „Ennepetal City-Center“.

Der Andrang war groß, als der „Action“-Markt in Ennepetal am Donnerstag erstmals seine Türen aufschloss. Die Neuansiedlung des „Non-Food-Discounters“ war zugleich Anlass, die Eröffnung der grundlegend umgebauten ehemaligen Passage am Markt zu feiern. Und nun steht auch der neue Name für das Bürger- und Einkaufszentrum fest: „Ennepetal City-Center“.

2017 hatte die 1. Retail Property Hamburg GmbH das Gebäude erworben, das früher Kaufring, dann Ring-Kaufhaus beherbergte und zuletzt mehrere Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleister als Passage am Markt beherbergte. Insgesamt investierte die Gesellschaft etwa sechs Millionen Euro in das Projekt. Die komplette obere Etage wurde von der Stadt langfristig angemietet, dort sind seit einigen Wochen Bürgerbüro und Stadtbücherei zu finden. Im Erdgeschoss blieben der DM-Drogeriemarkt und die Fuchs-Apotheke erhalten, als Ankermieter zog der „Action“-Markt neu ein. Noch frei sind etwa 260 Quadratmeter Ladenfläche zum Marktplatz hin.

Andreas Bloecker, Geschäftsführer der 1. Retail Property Hamburg GmbH, äußerte sich im Gespräch mit dieser Zeitung zufrieden mit dem Ablauf des Umbaus. „Die reinen Bauarbeiten sind innerhalb von neun Monaten erledigt worden, das ist eine exzellente Leistung.“ Schließlich seien die Auftragsbücher der Unternehmen voll, die Kapazitäten begrenzt. Mit einer Stadt als Mieter, die spezielle Anforderungen habe, gebe es zudem zum Teil längere Bearbeitungszeiten. Und nicht zuletzt habe man noch in der Bauantragsphase den Architekten austauschen müssen. Bloecker lobte die sehr gute und professionelle Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Es habe kurze Wege gegeben, es seien aber auch Grenzen aufgezeigt worden.

Für die noch leer stehenden Flächen befinde man sich in Gesprächen mit Interessenten, erklärte Andreas Bloecker. „Wir haben Vorvereinbarungen mit zwei Mietern getroffen, bis Jahresende möchten wir den einen oder anderen Vertrag abgeschlossen haben.“ Man lasse sich Zeit, mancher Standortinteressierte sei skeptisch und wolle noch etwas die Entwicklung abwarten. „Es gibt aber auch welche, die unsere Erwartungen teilen“, so Bloecker. Details zu den Interessenten wollte er nicht preis geben, nur soviel: Es handele sich um sinnvoll ergänzende Branchen, bei denen es keine Sortimentsüberschneidungen mit Anbietern in der Innenstadt gebe.

Hauptgewinn für Andrea Schröder

Der neue Name „Ennepetal City-Center“ war im Rahmen eines Wettbewerbs gefunden worden. Die Jury, der Andreas Bloecker, Bürgermeisterin Imke Heymann und weitere Vertreter der Stadt sowie Claudia Möllney, Inhaberin der Ennepetaler Marketing-Agentur „Concept-Box“ angehörten, wählte den Vorschlag von Andreas Schröder aus. Die Ennepetalerin kann sich nun gemeinsam mit Ehemann Udo auf ein Event-Wochenende in Hamburg mit Musicalbesuch, Hafenrundfahrt und weiteren Highlights freuen – ein verspätetes Hochzeitsgeschenk, denn erst Anfang August heiratete das Paar. Für die Einsender von elf weiteren Vorschlägen gab es Preise, die von der Stadt, der Fuchs-Apotheke, DM und Action gestiftet wurden.

„Wir müssen uns noch an den neuen Namen gewöhnen“, sagte Imke Heymann bei der Eröffnungsfeier. Sie betonte, dass sich das Gebäude nach dem Umbau sehr gut präsentiere und drückte ihre Hoffnung aus,, gemeinsam die Innenstadt nach vorne bringen zu können. „Die Läden brauchen Sie und Sie brauchen Läden“, sagte sie an die Umstehenden gerichtet.

Dank richtete die Bürgermeisterin an Andreas Bloecker. Er habe sich entschieden, mit seiner Gesellschaft Geld in das Objekt zu investieren, für Ennepetal und für die Region, so Heymann. „Das ist jemand, der an Ennepetal glaubt.“

314. Action-Filiale in Deutschland

Der in Ennepetal eröffnete „Action“-Markt ist die 314. deutsche Filiale der stark expandierenden Einzelhandelskette, die vor 25 Jahren in den Niederlanden ihren ersten Markt eröffnete und mittlerweile fast 1400 Filialen in Europa betreibt.

Das „Ennepetal City-Center“ biete als Standort gute Bedingungen, erklärt Action-Expansionsleiter Elmar Wördehoff. „Wir müssen immer gucken, was angeboten wird“, sagt er. „Uns ist zwar ein Standort außerhalb mit Parkplätzen vor der Tür etwas lieber, aber mit 799 Quadratmetern hat das Ladenlokal die optimale Größe.“ Ab 800 Quadratmetern sei es meistens schwieriger mit der Genehmigung. „Grundsätzlich sind für uns alle Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern für eine Filiale interessant“, so Wördehoff. Es gebe zwar in Gevelsberg bereits einen Markt, doch habe Ennepetal ein eigenes Einzugsgebiet. „Mehr Filialen werden es hier am Ort aber auch nicht“, meint er.

Regionalleiterin Nadine Lüling zeigte sich erfreut über den großen Andrang am Eröffnungstag. „Der Zulauf ist erfreulich, da ja noch Ferienzeit ist.“ Grundsätzlich, so erklärte sie, reiche das Kundenspektrum von Jung bis Alt. Insbesondere Frauen, zunehmend aber auch Männer würden bei „Action“ einkaufen.

Dass mit „Kodi“ und „Tedi“ zwei Geschäfte, deren Sortiment sich mit dem von „Action“ zum Teil überschneidet, in unmittelbarer Nachbarschaft angesiedelt sind, nimmt Elmar Wördehoff gelassen. „Wir sind keine Angsthasen.“ Andernorts habe man gute Erfahrungen in ähnlicher Umgebung gemacht. „Wir können mit unserem Angebot schon punkten“, so der Expansionsleiter.

Bratwurst, Zauberei und Zuckerwatte

Viele Menschen zogen am ersten Verkaufstag mit großen „Action“-Taschen, die zur Premiere ausgegeben wurden, durch die Innenstadt. Darüber hinaus bildeten sich bei den verschiedenen Aktionen zur Eröffnung des „Ennepetal City-Centers“ Schlangen am Imbisswagen, an dem es Bratwürstchen für 50 Cent gab, am Zuckerwatte- und am Waffelstand sowie bei Zauberer „Tom Joke“, der kunstvolle Figuren aus Luftballons zauberte.

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