Bandenkriminalität

Schwelm: Explosion in Filiale der Deutschen Bank

Die Filiale der Deutschen Bank liegt inmitten der Schwelmer Fußgängerzone. Das Unternehmen äußert sich zu dem versuchten Raub nicht..

Die Filiale der Deutschen Bank liegt inmitten der Schwelmer Fußgängerzone. Das Unternehmen äußert sich zu dem versuchten Raub nicht..

Foto: Stefan Scherer

Schwelm.   Trio versucht, Geldautomaten in Schwelm zu sprengen. Polizei fasst Verdächtige eine halbe Stunde nach der Tat. Möglicherweise Bandenmitglieder.

Die Explosion war in der ganzen Innenstadt zu hören. Drei Männer hatten Mittwochmorgen versucht, einen der Geldautomaten der Deutschen Bank in Schwelm zu sprengen. Sie scheiterten kläglich bei dem Versuch, das Kreditinstitut um viele tausend Euro zu erleichtern, und gingen der Polizei nur eine halbe Stunde nach der Tat ins Netz. Weit war das Trio nicht geflüchtet: Bei McDonalds klickten die Handschellen.

Es war noch nicht ganz 4 Uhr, als Nachbarn durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen wurden und beim Blick aus dem Fenster aus der Filiale der Deutschen Bank in der Fußgängerzone Rauch quellen sahen. Zudem beobachteten die Zeugen, wie drei Personen in einem Auto flüchteten. Sie verständigten die Feuerwehr und die Polizei. Während die Sirenen heulten, um die Feuerwehrleute wegen des potenziellen Gebäudebrands zu alarmieren und die Bevölkerung zu warnen, leiteten die Polizeibeamten umgehend eine Fahndung nach den flüchtigen Bankräubern ein.

Bei McDonalds klicken Handschellen

Neben den Streifenwagen, aus denen die Gesetzeshüter vom Boden aus die Stadt absuchten, stieg auch ein Polizeihubschrauber in die Luft. Die Zusammenarbeit beider Einheiten trug schnell Früchte: Während die Hubschrauberbesatzung dank der guten Beschreibung den Fluchwagen mit Hilfe einer Wärmebildkamera aufspürte, kontrollierten Streifenbeamte drei Männer, die sich bei McDonalds aufhielten. Als klar war, dass einer von ihnen den passenden Schlüssel für den Audi, mit dem die Täter geflüchtet waren und in dem sich Einbruchswerkzeug befand, in der Tasche hatte, klickten die Handschellen. Die Polizei brachte die drei Verdächtigen ins Gewahrsam auf die Polizeiwache in Ennepetal.

Parallel dazu war die Feuerwehr anfangs mit 48 Einsatzkräften und elf Fahrzeugen vor Ort eingetroffen. Einsatzleiter Oliver Dag gab jedoch schnell Entwarnung. Der Rauch war durch eine Nebelanlage hervorgerufen worden, die zu dem Alarmsystem der Bank gehört.

Dort hatten die Täter auch eine große Glasscheibe zerstört, die zu einer Abtrennung zwischen Foyer, in dem die Automaten stehen, und der Kundenhalle gehört. Außerdem beschädigten sie eine weitere Durchgangstür aus Holz. Am Dienstag wachte ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes in der Filiale. Sämtliche Fragen, die diese Redaktion an die Deutsche Bank richtete, blieben hingegen unbeantwortet: „Zu diesen Themen äußern wir uns generell nicht“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Verdächtige ohne Ausweispapiere

Die Polizei hingegen vernahm die drei Männer am Mittwoch. Die erste Hürde war bereits, ihre Identität festzustellen, denn keiner der Drei hatte Ausweispapiere dabei. Zwei gaben Herne als Wohnsitz an, einer sagte gar nichts. Den Namen nach zu urteilen, die sie den Beamten gegenüber angaben, stammen sie jedoch aus Osteuropa. Nicht zuletzt ihre Herkunft und ihre Vorgehensweise, die auf den Überwachungsvideos deutlich zu sehen war, haben die Beamten dazu veranlasst, die Sache an eine landesweite Ermittlungsgruppe weiterzugeben, die sich mit Sprengungen von Geldautomaten in ganz NRW beschäftigt. Die Vermutung, die dahinter steckt: Das Trio könnte Teil einer überregional agierenden Bande sein. Daher nehmen die Vernehmungen erhebliche Zeit in Anspruch. „Die drei Verdächtigen werden wohl erst am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden“, sagt Polizeisprecherin Vera Viebahn.

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