Kultur

Ein Schelm in Schwelm im Leo-Theater zu Gast

Es darf gelacht werden: Das Leo-Theater serviert mit „Heinz Erhardt“ die erste von sechs Premieren in der neuen Spielzeit. Mit dabei (von links) Marika Kotulla, Marc Neumeister (rechts) und Ruben Michalik.

Es darf gelacht werden: Das Leo-Theater serviert mit „Heinz Erhardt“ die erste von sechs Premieren in der neuen Spielzeit. Mit dabei (von links) Marika Kotulla, Marc Neumeister (rechts) und Ruben Michalik.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Für seine Wortspiele und Gedichte wie „Die Made“ ist Heinz Erhardt bekannt. Das Leo-Theater in Schwelm erinnert an den deutschen Komiker.

Mit der ersten von insgesamt sechs Premieren in der neuen Spielzeit startet das Leo-Theater nach der Sommerpause am Samstag, 21. September, um 20 Uhr so richtig durch. Doch eigentlich ist „Heinz Erhardt – Ein Schelm in Schwelm“ eine Dreifachpremiere. Zwar kennt das Stammpublikum des Leos Heinz Erhardt schon aus dem Spielplan vergangener Zeiten, aber für den neuen Theaterchef Andreas Winkelsträter ist es in Eigenverantwortung die erste Begegnung mit dem Vermächtnis des deutschen Komikers. Marc Neumeister schlüpft ebenfalls erstmals auf der Bühne in die Erhardt-Rolle und Ruben Michalik, der Mann am Klavier, verstärkt ganz frisch das Team im Leo.

„Unsere Vorfreude ist wirklich groß“, sagt Andreas Winkelsträter. Das Theater selbst hat aufgerüstet, ein Teil der Zuschauer sitzt nun auf Podesten. Am Dienstag hat der Schreiner dort letzte Hand angelegt und die Holzkonstruktionen zwecks Geräuschoptimierung mit Teppich belegt. Gut 20 der insgesamt 176 Premierenkarte sind noch zu haben. Die Tickets gibt es im Vorverkauf in der Städtischen Sparkasse zu Schwelm und online unter www.leo-theater.ruhr.

Feinsinniger Humor

„Es gibt wohl keine Menschen in Deutschland, der Heinz Erhardt nicht kennt. Sein Humor ist auch nach 110 Jahren nicht kaputt zu kriegen“, freut sich Marc Neumeister auf sein Bühnendebüt als Heinz Erhardt, dessen Witz seiner Beobachtung nach auch in der jüngeren Generation immer mehr Anhänger findet. Der künstlerische Leiter des Leos verspricht den Besuchern eine komplette Inszenierung und keine Aneinanderreihung von einzelnen Sketchen. Nach Heinz Schubert alias „Ekel Alfred“ ist es der zweite Heinz, den Neumeister interpretiert und imitiert. „Der Humor der 1960er und -70er Jahre kommt beim Publikum im Leo gut an“, hat Marc Neumeister festgestellt.

Unterstützung erhält Marc Neumeister in seiner Rolle als Heinz Erhardt durch Marika Kotulla und Dylan Lippert-Bruckmann, beide spätestens seit den Proben auch eingefleischte Heinz Erhardt-Fans. „Es macht einfach sehr viel Spaß, diesen feinsinnigen Humor von Heinz Erhardt auf die Bühne zu bringen“, erklärt Marika Kotulla und Dylan Lippert-Bruckmann fügt an: „Einfach genial dieser eher leise Humor, der hier und da auch zum Nachdenken anregt.“

Dritter im Bunde neben Mark Neumeister ist Ruben Michalik. Der gebürtige Remscheider studiert Musik an der Musikhochschule in Köln und begleitet Marc Neumeister bei den Liedern am Klavier. „Es sind einfach sehr fröhliche Lieder, die sofort ausgelassene Stimmung verbreiten“, sagt der 23-Jährige. Ein wenig problematisch sei gewesen, dass es nicht für alle Songs Noten gibt – etwa beim Abschiedslied. Also hat der Musikstudent kurzerhand die Töne in Noten umgewandelt. Schwierig seien die Sprünge gewesen, die Heinz Erhardt beim Spielen mit der linken Hand gemacht hat.

Das Premierenpublikum darf sich ab Samstag jedenfalls auf ein Wiedersehen mit den Gedichts-Klassikern „Die Made“, „Ritter Fipps“, „Die polyglotte Katze“ oder auch „Warum die Zitronen sauer wurden“ freuen. Er habe „den Schalk im Nacken“, sagte der Humorist, Schauspieler, Komponist, Kabarettist und Dichter Erhardt einst über sich selbst. Andreas Winkelsträter spricht vom „immer noch ungekrönten König des deutschen Humors, der Großmeister der Blödeleien und vergnüglicher Wortspiele“, der das Lachen in deutsche Nachkriegs-Wohnzimmer zurückgebracht habe und mit Doppelsinnigkeiten und Wortverdrehung begeistere. Während die heutigen Comedians die Leute häufig in die Pfanne hauten, auch vor ihrem eigenen Publikum nicht Halt machten, nehme sich Erhardt lieber selbst auf die Schüppe.

Heinz Erhardt auf dem Spielplan im Leo-Theater

Mit dem Stück „Heinz Erhardt – Ein Schelm in Schwelm“, startet das Leo-Theater am Samstag, 21. September, um 20 Uhr die erste von insgesamt sechs Premieren in der neuen Spielzeit. Für die Premierenvorstellung selbst gibt es noch etwa 20 Karten im Vorverkauf

Die weiteren Termine für „Ein Schelm in Schwelm sind: Sonntag, 22. September, 11 Uhr und 15 Uhr; Samstag, 28. September, 16 und 20 Uhr; Sonntag, 29. September, 11 Uhr; Freitag 11. Oktober, 20 Uhr; Samstag, 16. November, 20 Uhr.

Weitere Termine wird es Anfang 2020 geben.

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