Buch porträtiert 24 Städte

E wie Ennepetal: Klutertstadt zählt zum NRW-Alphabet

Ein Auszug aus dem Buch: Wolfgang Koehler porträtiert Friedel Hillner. Außerdem sind hier die schöne Natur am Hellweg und ein Haus aus der Bergstraße in Voerde zu sehen.

Ein Auszug aus dem Buch: Wolfgang Koehler porträtiert Friedel Hillner. Außerdem sind hier die schöne Natur am Hellweg und ein Haus aus der Bergstraße in Voerde zu sehen.

Foto: Privat

Ennepetal.  Ennepetal repräsentiert in einem Buch über 24 NRW-Städte von A bis Z den Buchstaben E. Der Autor porträtiert darin die Voerderin Friedel Hillner.

Ennepetal liegt zwischen Detmold und Freudenberg – natürlich nicht geografisch, sondern in einem Buch, das 24 Städte aus Nordrhein-Westfalen vorstellt und jeweils einen Einwohner porträtiert und dessen Begriff von Heimat dargestellt. „NRW von A bis Z“ heißt das Werk, das der Weltenbummler und Fotograf Wolfgang Koehler aus Haltern am See erschaffen hat. Für jeden Buchstaben des Alphabets – außer Q und Y – wählte er eine Stadt aus. Beim Buchstaben E entschied er sich nicht für Essen, Euskirchen oder Ennigerloh, sondern für Ennepetal – die Stadt der Kluterthöhle. Und als interessante Persönlichkeit stieß er auf Friedel Hillner, die 2017 Voerder Ehrennachtwächterin wurde und sich leidenschaftlich um den Erhalt der plattdeutschen Sprache bemüht.

„Ich habe versucht, die Städte nach Region aufzuteilen. Und es sollten keine allzu großen Städte sein“, erklärt Wolfgang Koehler seine Auswahl. Als alter Dortmunder fand er, dass Ennepetal gut auf seine NRW-Karte passte. „Ich kannte es nur vom Durchfahren“, erzählt der Autor. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres besuchte er die Stadt, fotografierte Gebäude wie den Rathaus-Altbau und prächtige Wohnhäuser in Milspe und Voerde sowie die herrliche Landschaft. „Die Stadt hat wirklich schöne Architektur zu bieten“, betont Koehler. Zudem bat er Bürgermeisterin Imke Heymann um ein kurzes schriftliches Porträt der Stadt. „Das habe ich für jede Stadt so gemacht“, berichtet er. Etwas Stadtgeschichte beschreibt Heymann, stellt die Kluterthöhle und die landschaftlichen Vorzüge heraus, geht auf die Industriegeschichte und die heimische Unternehmerschaft ein und verweist zudem auf den – in diesem Jahr letztmals ausgetragenen – Spax-Cup, das U19-Fußballturnier zu Pfingsten

Einsatz für Plattdeutsch beeindruckte

Bei seinen Recherchen, nicht zuletzt im Internet, begegnete der Autor Friedel Hillner. „Ich habe geschaut, wer ab und zu in der Zeitung vorkommt und etwas besonderes in einer Stadt geleistet hat.“ Als damalige Voerder Ehrennachtwächterin war Hillner häufiger in der Berichterstattung zu finden. „Ich fand gut, was sie für Schüler gemacht hat“, hebt Koehler hervor. Die heute 83-Jährige bringt seit Jahren Kindern in der Grundschule Altenvoerde die plattdeutsche Sprache näher – versucht also, ein Stückchen Brauchtum lebendig zu halten. Davon erzählt das dreiseitige Porträt, das Koehler über Hillner verfasste – und von ihrer Passion, u. a. auf den Heimatabenden mit anderen Frauen plattdeutsche Sketche zum Besten zu geben und im Seniorenheim für Unterhaltung zu sorgen. Ein bisschen aus der Lebensgeschichte der weit gereisten, aber stets heimatverbundenen Voerderin hat Wolfgang Koehler im Buch festgehalten. „Wenn ich den weißen Kirchturm in Voerde erblicke, weiß ich, wo meine Heimat und mein Lieblingsoplatz sind“, zitiert Koehler die mit Ennepewasser getaufte Friedel Hillner. Natürlich findet auch ihr Ehemann Wolfgang Erwähnung.

Wolfgang Koehler ist in seinem Leben in der Welt herumgekommen. Als junger Mann ging er nach Kanada, machte sich von dort aus auf nach Papua-Neuguinea, Australien, Südamerika und zurück nach Europa. Eineinhalb Jahre war er unterwegs. Und auch später bereiste er immer wieder ferne Länder. Erlernt hat er ursprünglich das Kraftfahrzeughandwerk, arbeitete später als Personalchef und Betriebsleiter in technischen Großbetrieben und als Versandleiter im Exportbereich.

5000 Kilometer im Auto

Nun, im Ruhestand, befasste der 72-Jährige sich mit NRW. „Den Globus kannte ich schon, aber das, was vor der Haustür liegt, nicht so konkret.“ Also entwickelte Koehler die Buchidee, besuchte die 24 Städte von A bis Z, von Arnsberg bis Zülpich, riss mehr als 5000 Kilometer mit dem Auto ab – und fand nicht zuletzt den Weg ins schöne Ennepetal.

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