Alles rund um den Apfel

Der Schwelmer Michael Treimer gibt Gartentipps

Michael Treimer, Gründungsmitglied Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz, gibt Gartentipps. Am morgigen Mittwoch, 18. September, wird er über alte Apfelsorten berichten.

Michael Treimer, Gründungsmitglied Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz, gibt Gartentipps. Am morgigen Mittwoch, 18. September, wird er über alte Apfelsorten berichten.

Foto: Bernd Richter

Schwelm.  Warum geht der Basilikum-Topf aus dem Supermarkt immer ein? Warum können Allergiker manche Äpfel essen und manche nicht? Schwelmer weiß Antworten

Und wie kann man aus Löwenzahn ein schmackhaftes Heißgetränk machen? Michael Treimer kennt die Antworten. Seit 1981 engagiert er sich in der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Schwelm und hat auch viele praktische Garten-Tipps parat.

Der Schwelmer verbringt viel Zeit in seinem Garten. Radieschen im Frühjahr, Salate im Sommer, Grünkohl im Herbst. Jede Jahreszeit habe viel zu bieten. Man könne mehr aus dem Garten verarbeiten, als man denkt. Wie beim Löwenzahn, sagt Treimer und erklärt, wie man aus dem einen Muckefuck machen kann: Im Oktober einfach die Wurzeln ausgraben, in Stücke schneiden, trocknen, mahlen und dann das Pulver heiß aufkochen. Wichtig sei, mit offenen Augen die Natur zu betrachten und für sich zu nutzen, im nachhaltigen Sinne. Er freut sich, dass der Umweltschutz wieder mehr in den Köpfen der Menschen angekommen sei, und auch der regionale Gedanke eine immer größere Rolle spiele.

Saftmobil am 22. September

Wer Lust auf einen eigenen Apfelbaum hat, dem empfiehlt Treimer eine alte Sorte und keine Säulenobstbäume. „Die alten Sorten sind viel länger haltbar und auch viel verträglicher“, weiß Treimer. Dadurch, dass sie nicht hochgezüchtet, nicht systemisch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt und viel natürlicher als viele Äpfel aus dem Supermarkt seien, könnten diese auch von vielen Allergikern gegessen werden. „Dies sind keine 08/15-Äpfel, hätten hier und da eine Macke, schmecken aber super und sind ohne Chemie.“ Das Problem ist: Diese Äpfel sind nicht zu kaufen, weil sie nicht zu den zugelassenen Sorten des Bundessortenamtes gehören. Die Ernte sei nicht ergiebig, wie bei den gezüchteten Sorten, dafür aber leckerer. Michael Treimer rät zum Besuch eine Samen- oder Pflanzentauschbörse, um sich eine Apfelsorte abseits von Pink Lady und Co. zu sichern. Sein Tipp: Die Bergische Gartenarche in Wuppertal setzt sich für die Pflanzenvielfalt ein und könne sicherlich weiterhelfen.

Im vorigen Jahr hatten wir eine außergewöhnlich gute Ernte, dafür gibt es in diesem Jahr fast nichts. All diejenigen, die Glück mit ihren Äpfeln hatten, die sollten sich drei Termine vormerken: Am 28. September (14 bis 17 Uhr) ist der Obstwiesentag am Tannenbaum in Schwelm, da geht es um Informationen rund um heimisches Obst und die Natur. Den 12. Oktober, 11 bis 16 Uhr (Biologische Station Ennepetal, Kontakt 02333/603541). Dann ist auch hier das Saftmobil vor Ort und presst literweise frischen Apfelsaft. Wegen der schlechten Ernte sind noch einige Termine frei. Auch für Sonntag, 22. September, auf dem Hof Rassenhövel, 9-17 Uhr können Äpfel zu Saft verarbeitet werden. Auch hier gibt es noch freie Plätze, 02336/13826.

Warum es so wenig Äpfel gibt? Auch die lange Trockenheit und die Hitzewelle seien schuld, sagt Treimer. Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, der ist am morgigen Mittwoch, 18. September, ins Haus Martfeld eingeladen, zur Veranstaltung Altes neu entdeckt. Dabei dreht sich alles um die alten Apfelsorten.

Wer Lust auf frische Kräuter hat, der sollte diese lieber selber pflanzen. So könne man sicher sein, dass alle natürlich wächst und sich auch hält. Wer Basilikum im Topf kauft, der werde schnell merken, dass die Kräuter eingehen. Treimer erklärt, dass diese in den Gewächshäusern mit einer Menge von Substraten zum schnellen Wachsen animiert werden. Bei jedem Gießen würden die wasserlöslichen Mineralien ausgeschwemmt. Einzige Lösung: So schnell wie möglich in gute Blumenerde umtopfen. „Dann gibt es eine Chance, dass das Basilikum länger überlebt.“ Rosmarin, Oregano, Thymian: Allesamt Kräuter, die gut im Garten oder auf dem Balkon wachsen und einen tollen Duft verströmen. Problematisch sei Petersilie. „An manchen Orten wächst es, an manchen nicht.“ Warum, das wisse Treimer nicht. Sein Tipp: Immer wieder an einer anderen Stelle aussähen, irgendwann klappt es. Der wichtigste Garten-Tipp des Fachmanns? Einfach ausprobieren, worauf man Lust hat und viel gießen. Der Boden sei durch die langen Trockenperioden sehr trocken. Ein Garten soll auch Spaß machen - zu jeder Jahreszeit.

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