Neue Mitte Schwelm

Bürgerinfo zum ISEK am 25. September

Im Zuge des Baus der „Neuen Mitte Schwelm“ nennt das ISEK 42 Einzelmaßnahmen, mit denen die Innenstadt von Schwelm für die Zukunft fit gemacht werden soll.

Im Zuge des Baus der „Neuen Mitte Schwelm“ nennt das ISEK 42 Einzelmaßnahmen, mit denen die Innenstadt von Schwelm für die Zukunft fit gemacht werden soll.

Foto: Hans Blossey

Schwelm.  Am 26. September wird der Rat der Stadt das ISEK beschließen. Einen Tag zuvor gibt es im Rathaus eine Bürgerinformationsveranstaltung.

Politische Diskussionsrunden, auch Ausschusssitzungen genannt, sind in der Kreisstadt immer gut für Überraschungen. Mal dauern die Treffen im Ratssaal vier Stunden und länger, dann wiederum sind sie vorbei, ehe sie richtig begonnen haben. In ihrer Kürze überraschte die jüngste Hauptausschuss-Sitzung. Nach einer Korrektur blieb von den ursprünglich 20 Punkten der Tagesordnung nur noch ein Torso übrig. Und die inhaltliche Diskussion über die verbleibenden Punkte war zum Teil schon in den vorgelagerten Fachausschüssen passiert bzw. wird erst in künftigen Sitzungen erfolgen.

Nach einer guten Stunde und dem einstimmigen Votum für das 130 Seiten starke „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“, kurz ISEK genannt, schlossen sich die Türen hinter den wenigen Bürgern, die den Weg in den Ratssaal gefunden hatten, und es wurde weiter nichtöffentlich getagt.

Innenstadtumbau für 20 Millionen

Das ISEK ist sozusagen die Blaupause für die „Neue Mitte Schwelm“ samt Rathaus, Kulturzentrum, Kesselhaus und Innenstadt-Umgestaltung und ist zwingend erforderlich, um Fördergelder beim Land und auch beim Bund abgreifen zu können. Insgesamt fünf Handlungsfelder und 42 Einzelmaßnahmen haben die Fachleute der Planungsgruppe Stadtbüro und der Planersocietät in dem Papier aufgelistet, die innerhalb von acht Jahren umgesetzt werden sollen. Rund 20 Mio. Euro soll das in Summe kosten, wobei die Stadtplaner den Eigenanteil für die Stadt bei geschätzten 5,7 Millionen Euro ansetzen. Den Anteil der Bürger beziffern die Fachplaner mit 1 Mio. Euro. In die Untersuchung mit einbezogen werden quasi alle Lebensbereiche in der Innenstadt. Die fünf Handlungsfelder sind: Städtebau und Wohnen, Öffentlicher Raum und Verkehr, Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie, Ausflugsziele, Kultur, Freizeit und Soziales und Prozesssteuerung. Beschlossen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nichts, jede einzelne der im ISEK aufgeführten Maßnahmen muss noch von der Politik beschlossen werden. „Die wesentlichen Leitplanken werden bleiben, die Details können sich ändern“, so Carsten Schäfer, Planungsgruppe Stadtbüro, im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung.

Wer sich über das ISEK informieren möchte, der sollte sich den Mittwochabend, 25. September, freihalten. Auf einer Bürgerversammlung ab 18 Uhr wollen Verwaltung und Politik im Ratssaal mit den Bürgern in Dialog treten. Die Veranstaltung wird rund eineinhalb Stunden dauern. Am Tag darauf, am Donnerstag, 26. September, wird ab 17 Uhr der Rat der Stadt zusammenkommen und das ISEK offiziell beschließen. Das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ für die „Neue Mitte Schwelm“ ist auch auf der Internetseite der Stadt einsehbar als Vorlage für die Ratssitzung am 26. September als Sitzungsvorlage Nr. 115/2019 und zwar unter https://www.schwelm.de/rathaus/politik/ratsinformationssystem/

Brandschutzgutachten deckt Mängel an Feuerwehrgebäuden auf

Die Stadt arbeitet an einem neuen Brandschutzbedarfsplan. Der liegt zwar noch nicht vor, aber er verspricht spannend zu werden. Dabei geht es auch um die drei Gebäude, in denen die Feuerwehr in Schwelm zu finden ist. Alle Immobilien weisen erhebliche Mängel auf, der Gutachter sieht „akuten Handlungsbedarf“. Die Ertüchtigung der Feuer- und Rettungswache an der August-Bendler-Straße beispielsweise scheint aus Sicht der Fachleute nicht möglich bzw. nicht sinnvoll zu sein.

Im Hauptausschuss wurde nur ansatzweise darüber diskutiert, doch schon da zeigte sich, mit wie viel Zündstoff das Thema behaftet ist. Es geht um viel Geld. Grüne-Ratsherr Marcel Gießwein sprach das Feuerwehrgerätehaus in Linderhausen an. Das ist 2011 in Betrieb gegangen. Dazu wurde die alte Turnhalle der ehemaligen Grundschule Linderhausen für rund 190.000 Euro umgebaut. Nach dem jetzigen Stand der Dinge ist die Immobilie so für die Feuerwehr nicht mehr zu nutzen. „Ich erwarte eine Aufklärung, wie wir vor wenigen Jahren ein Gerätehaus bauen konnten, das wir jetzt nicht mehr ertüchtigen können“, so Gießwein. Eine Antwort bekam der Grüne-Politiker darauf nicht. Aber der Brandschutzbedarfsplan liegt ja auch noch nicht vor.

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