Initiative

„BürgerBäume“ für mehr Stadtgrün in Schwelm

Ein Erfolg der Aktion „BürgerBäume“: Auf dem Blücherplatz, auf dem die Stadt den ersten barrierearmen Kinderspielplatz in Schwelm gebaut hat, haben die TBS acht neue Bäume gepflanzt.

Ein Erfolg der Aktion „BürgerBäume“: Auf dem Blücherplatz, auf dem die Stadt den ersten barrierearmen Kinderspielplatz in Schwelm gebaut hat, haben die TBS acht neue Bäume gepflanzt.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  In diesem Jahr pflanzen die Technischen Betriebe Schwelm 28 neue Bäume. Die AGU hat sie vorfinanziert. Jetzt werden Baum-Sponsoren gesucht

Klirrende Kälte am Mittwochmorgen auf dem Blücherplatz. Auf den zwei Bistrotischen steht ein Teller mit Baumkuchen und dampfender Kaffee wartet in Thermoskannen darauf, in die bereitgestellten Tassen zu fließen. Darum versammelt sind Vertreter der Stadt, der Technischen Betriebe Schwelm (TBS), der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (AGU) und viele Bürgerinnen. Die Damen sind neben den frisch gepflanzten Bäumen am neuen Spielplatz die wichtigsten Personen an diesem Morgen. Sie sorgen mit weiteren Einwohnern der Kreisstadt dafür, dass in Schwelm die Bäume auch in Zukunft in den Himmel wachsen. Sie stehen für die Aktion „BürgerBäume“, haben mit ihrer Spende den Weg freigemacht, dass in diesem Jahr insgesamt 28, quer über das Stadtgebiet verteilt, neue Bäume gepflanzt werden können.

Das Pflänzchen zu den „BürgerBäumen“ ist in einem Freundeskreis im vergangenen Jahr gesetzt und zum Stamm gewachsen. „Jeder Schwelmer sollte einen Baum stiften“, sagt Dr. Frauke Hortolani. Die stellvertretende Bürgermeisterin der SPD hat, wie ihre Amtskollegin Brigitta Gießwein (Bündnis 90/Die Grünen) und die übrigen Frauen, die sich an diesem kalten Wintermorgen am Blücherplatz versammelt haben, selbst einen Baum gestiftet. „Über die Baumsponsoren freut sich die Stadt. Schwelm wird dadurch wunderbar grün, ohne dass das Stadtsäckel dadurch belastet wird“, so Dr. Frauke Hortolani.

28 neue Bäume für 4500 Euro

Bei Michael Treimer von der AGU liefen in den zurückliegenden Monaten die Fäden zusammen. „Wir haben beraten“, redet Treimer seinen Part geringer, als er wirklich ist. Der von ihm einst mit gegründete Verein war erst einmal mit 4500 Euro finanziell in Vorleistung getreten. Für 15 der insgesamt 28 Bäume konnten mittlerweile Sponsoren aus den Reihen der Bürgerschaft gefunden werden.

Für einen Feldahorn auf dem Bürgerplatz, einen Zürgelbaum an der Sophienhöhe, eine Ulme an der Potthoffstraße, einen Feldahorn an der Moltkestraße, einen weiteren Feldahorn an der Barmer Straße und zwei Ebereschen an der Taubenstraße/Barmer Straße werden noch Sponsoren gesucht. Drei Feldahorn und drei Erlen ohne Standortangabe sind ebenfalls noch frei und warten auf Menschen, denen das Stadtgrün nicht egal ist.

Für Michael Treimer setzt die Aktion ein Zeichen gegen den Klimawandel. „Wir heißen ja nicht Trump. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht den Klimawandel.“ Auch in Schwelm werden die Sommer heißen und trockener. Das geht an den heimischen Bäumen, die Jahrhunderte mit dem hier herrschenden Klima in unseren Breiten überlebt haben, nicht mehr spurlos vorbei. Immer mehr der grünen Riesen kränkeln, sind von Pilzen und Bakterien befallen. Bis zu 500 Liter Wasser benötigt ein stattlicher Baum mit großer Krone. Die stärker versiegelten Oberflächen, gepaart mit dreimonatigen Trockenperioden, lassen den Baum langsam, aber sicher, verdursten. Der überreiche Fruchtbehang der Bäume sei ein letztes Aufbäumen vor dem Exodus, sagt Achim Stockermann. „Fast jeder Baum im Straßenbereich ist betroffen“, so der Grünflächenfachmann der TBS, der gemeinsam mit dem städtischen Baumkontrolleur Sven Weißenborn auf den Blücherplatz gekommen ist.

In den Städten ist die Botschaft vom Klimawandel angekommen. Weißbuche und Kastanie funktionieren in unseren Breiten nicht mehr. Stattdessen werden neue Baumarten angepflanzt. Die Baumschulen haben sich langsam darauf eingestellt, liefern erste Klimabäume. „Es ist wie ein Blick in die Glaskugel“, sagt Achim Stockermann. Mit den neuen Bäumen habe man erste gute Erfahrungen gemacht. Es sind zum Teil Bäume aus den asiatischen Steppen, die mit minus 30 Grad und drei monatiger Trockenheit zurechtkommen. Das neue Stadtgrün ist aber eine Nummer kleiner. „Je kleiner die Baumkrone, desto geringer der Wasserbedarf“, bringt es Achim Stockermann auf den Punkt.

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