Sperrung

Brückensanierung: Gevelsberger Klosterholz abgeschnitten

Die Klosterholz-Brücke ist mehr als 100 Jahre alt und wird ab kommenden Montag, 16. Juli,  für zehn Wochen gesperrt, weil sie dringend saniert werden muss.

Foto: Stefan Scherer

Die Klosterholz-Brücke ist mehr als 100 Jahre alt und wird ab kommenden Montag, 16. Juli, für zehn Wochen gesperrt, weil sie dringend saniert werden muss.

Gevelsberg.   Weil die Klosterholzbrücke dringend saniert werden muss, wird sie ab Montag, 16. Juli, voll gesperrt – mit erheblichen Konsequenzen.

Als das Paar mit seinem Hund in den Heller Weg einbiegt und auf die neue Beschilderung blickt, sind sich die beiden einig: „Das wir ein absolutes Chaos werden.“ Die Anwohner vom Klosterholz meinen die Verkehrssituation, die in dem Wohngebiet ab kommendem Montag, 16. Juli, gelten wird. Nach derzeitiger Planung wird die Klosterholzbrücke, die über die ehemalige Bahntrasse führt, gesperrt werden, weil sie dringend saniert werden muss.

Vor allem für diejenigen, die demnächst aus dem Wohngebiet mit dem Auto beispielsweise in die Innenstadt fahren wollen, bedeutet dies erhebliche Umwege. Sie können den Klosterholzberg nur noch über den Landringhauser Weg und somit durch Haßlinghausen verlassen.

Die Maßnahme

Ursache für die Maßnahme ist das Ergebnis einer Brückenprüfung. Die ergab den Wert von 3,5. Für diejenigen, die damit nichts anfangen können: Schlechter als 4, was akut einsturzgefährdet bedeutet, geht es in der Skala nicht. „Hier ist also dringendster Handlungsbedarf geboten“, sagt Fachbereichsleiter Björn Remer. Die Beschilderung ist bereits aufgebaut, so dass die Technischen Betriebe am Montag ihre Arbeit aufnehmen. Ein Teil der Arbeiten erfolgt von der Bahntrasse aus, aber beispielsweise für die Erneuerung der Fahrbahn muss die Brücke komplett gesperrt werden. „Weil die Fahrbahn derart eng ist, können wir auch den Verkehr nicht an einer Seite vorbeiführen“, sagt Bürgermeister Claus Jacobi.

Der Zeitplan

Bereits vor einige Wochen sind sämtliche Anwohner per Postwurfsendung darüber informiert worden, dass die Brücke über den Zeitraum von maximal zehn Wochen gesperrt werden wird. „Um möglichst wenige Verkehrsteilnehmer zu belasten, haben wir dies in die Sommerferien gelegt“, teilt das Stadtoberhaupt mit. Man wisse im Rathaus ganz genau, wie belastend die Situation sei, dies sei nicht zuletzt auch in einer Sprechestunde mit Jacobi, Remer und dem Technischen Leiter der Technischen Betriebe Gevelsberg, Ivo Knezovic, deutlich geworden.

Die Stadt hat daher in den Verträgen für die ausführende Firma eine Sprintprämie verankert. „Für jede Woche, die die Maßnahme eher fertig ist, bekommt das Unternehmen mehr Geld gezahlt“, sagt Björn Remer. Davon erhofft sich die Stadt eine zusätzliche Motivation, dass die Arbeiter die Baustelle so schnell wie eben möglich abschließen.

Die Umleitungen

Die Zufahrt zum Klosterholz für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen erfolgt über den Heller Weg. Hier wird die Anliegerstraße nach Rücksprache mit den Anwohnern aufgehoben. Als Einbahnstraße und mit einem 20-km/h-Tempolimit werden die Autofahrer in einem kleinen Bogen um die Brücke herumgeführt. Im Vorfeld hat die Stadt dafür den Heller Weg ertüchtigt und zudem Fahrbahnschwellen eingebaut, um das Tempolimit zu gewährleisten.

Die andere Zuwegung erfolgt über den Landringhauser Weg, also über Sprockhövel-Haßlinghausen. Dies ist in umgekehrter Richtung auch die einzige Möglichkeit mit einem Auto das Wohngebiet zu verlassen. Das bedeutet für die Menschen, die dort wohnen, Umwege von mehreren Kilometern, um beispielsweise mit dem Auto in die Gevelsberger Innenstadt zu gelangen, wollen sie ihre Einkäufe nicht in Haßlinghausen tätigen.

Die Verwaltung hat auch für Sonderfälle geplant: „Sollten während der Bauphase beispielsweise Lieferungen anstehen, die mit größeren Fahrzeugen bewerkstelligt werden müssen, mögen sich die Anwohner mit den Technischen Betrieben auseinandersetzen.“ Die Ansprechpartner sind unter 02332/704517 oder 02332/ 70450 zu erreichen. Außerdem stehen die städtischen Vertreter unter 02332/771110 jederzeit im Rathaus für Rückfragen, Erörterungen und Anregungen der Bürger zur Verfügung.

Feuerwehr, Polizei, ÖPNV

Betroffen von der Maßnahme ist auch die Buslinie 563 der VER, die zwischen Ennepetal Busbahnhof und Gevelsberg Elsternstraße fährt. Sie beginnt und endet nun an der Haltestelle Teichstraße. Um eine Anbindung zum Wohngebiet „Elsternstraße“ sicherstellen zu können, wird ab Montag eine so genannte Taxi-Bus-Linie eingerichtet. Ein Fahrzeug in Sprinter-Größe wird im Stundentakt zu den gewohnten Tarifen verkehren – allerdings nur nach telefonischer Voranmeldung. Bis spätestens 30 Minuten vor Fahrtantritt kann jeder seinen Wunsch bei Taxi Sahin unter 02332/3388 mit Nennung des Namens und der Ein- und Ausstiegshaltestelle, der Anzahl der Fahrgäste sowie der Bekanntgabe von großen Gepäckstücken, anmelden. Ruft niemand an, fährt der Taxi-Bus allerdings auch nicht.

In Fahrtrichtung Elsternstraße erfolgt der Zustieg an der Teichstraße, der Bus führt durch den Heller Weg. In Richtung Hauptbahnhof und Innenstadt startet der Taxi-Bus an den Haltestellen „Elsternstraße“ und „Wachtelstraße“ und fährt ohne Zwischenhalt über Landringhausen an die Haltestellen Gevelsberg „Hauptbahnhof“ und „Mitte“. Informationen wird die VER auch an den Haltestellen aushängen.

Gleiche Wege gelten für die Feuerwehr und die Polizei. „Uns war sehr wichtig, dass die Einsatzkräfte schnell in das Gebiet kommen, aus diesem Gesichtspunkt heraus ist es zusätzlich sinnvoll, die Einbahnregelung im Heller Weg in diese Richtung zu führen“, sagt Bürgermeister Claus Jacobi.

Fußgänger und Radfahrer

Radfahrer und Fußgänger müssen keine Umleitungen in Kauf nehmen. Sie können einerseits die parallel zur Klosterholzbrücke verlaufende Holzbrücke in beide Richtungen nutzen, die nicht gesperrt werden muss. Ebenso ist es möglich, von der Wachtelstraße aus über die Fußgängerbrücke den Verbindungsweg in Richtung Klosterholzstraße oder Habichtstraße zu nutzen und so in die Innenstadt zu gelangen.

INFOBOX

Interessanter Fakt am Rande: Auch die Familien derjenigen, die an den Umleitungen im Rathaus maßgeblich mitgewirkt haben und am Ende die Entscheidungen getroffen haben, sind von der Baumaßnahmen betroffen.

Denn einerseits lebt der zuständige Fachbereichsleiter Björn Remer mit seiner Familie am Klosterholz und überlegt sich noch, ob er demnächst mit dem Auto zur Arbeit fährt.

Andererseits wohnt die Mutter von Bürgermeister Claus Jacobi am Heller Weg.

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