Weltretter

Blauer Himmel und ein Regenguss

Redakteur Bernd Richter setzt auf gutes Schuhwerk. Vier Wochen lang erledigt er die dienstlichen Termine in Schwelm ausschließlich zu Fuß.

Redakteur Bernd Richter setzt auf gutes Schuhwerk. Vier Wochen lang erledigt er die dienstlichen Termine in Schwelm ausschließlich zu Fuß.

Foto: Max Kölsch

„Bin eben mal kurz die Welt retten...“ - Bis Ende Juni wird Redakteur Bernd Richter für unserer Serie alle Termine in Schwelm zu Fuß erledigen.

Schwelm. Sehe ich es positiv: „Bin eben kurz die Welt retten…“, die Nachhaltigkeits-Serie unserer Zeitung, findet im Sommer statt. Da fällt mir mein Beitrag, der freiwillige Verzicht auf das Auto, um zu Termin zu gelangen, doppelt leicht. Ich bewege mich gerne und in der Regel ist in den Sommermonaten in Schwelm der Regen wärmer als im Winter. Doch: Spaß beiseite. Schwelm ist die flächenmäßig kleinste Gemeinde in Nordrhein-Westfalen und deshalb liegt der Selbstversuch nah, gerade hier auf das Auto zu verzichten. Sonst würde wohl auch mein Arbeitgeber nicht so leicht mitspielen.

Die Kreisstadt ist die Stadt der kurzen Wege. Der Termin am Winterberg oder am Loh in Schwelm bedingt höchstens einen halbstündigen Fußweg. Der Gang nach Linderhausen sieht schon etwas anders aus. Hierfür kann man spielend die doppelte Zeit veranschlagen. Doch Termine in der Satellitenstadt stehen glücklicherweise sowieso nicht regelmäßig auf der Tagesordnung. Sonst würde der Redaktions-Zeitplan gehörig aus dem Ufer laufen.

Bergsteigen in Schwelm

Heute ist mein Glückstag! Der Donnerstag ist ein strahlend schöner Sommertag blauen Himmel. Genau das richtige Wetter, um zu Fuß zum Termin zu gehen. Für andere Leute einen Spaziergang, für mich heute einen Dienstgang, den mein Arbeitgeber bezahlt. Rainer Zachow und seine Frau Renate in der Steinhauser Bergstraße erwarten mich um 13 Uhr. Ihre Geschichte von der Teilnahme an der ZDF-Show „Bares gegen Rares“ soll der Aufmacher für den nächsten Tag sein.

Also los: meine Outdoor Schuhe angeschnallt und nicht zu vergessen ein Baseball Cap, damit ich keinen Sonnenstich bekommen. Und losgeht‘s. Google sagt, für die 2,2 km lange Strecke benötige ich die 32 Minuten. Die gleiche Zeit muss ich noch für den Rückweg einplanen. Das wird an diesem Tag sportlich, denn um 17 Uhr fängt im Rathaus die Sitzung des Hauptausschusses an.

Mein persönliches Resümee dieses Nachhaltigkeitstags: gutes Schuhwerk ist die halbe Miete und ein Überlebenspack gehört nun zu meiner Standartausrüstung. Denn wenn ich im vorzeigbaren Outfit auf Terminen erscheinen will, sollte ich immer ein zweites T-Shirt dabei haben. Denn Schwelm liegt im Tal und beim Besteigen der Hänge treffe sicherlich nicht nur ich mit durchgeschwitzten Klamotten am Ziel ein.

Sportlicher Sonntag

Das Sportprogramm für den heutigen Sonntag erfüllt. Dennoch dumm gelaufen. Der Termin sollte auf dem Gelände vom Fritz am Brunnen stattfinden. Doch wer nicht da war, war der Veranstalter der Schwelm Classic, genauer gesagt, es fehlten die Autos. Die Organisatoren hatten kurzfristig umdisponiert und ihre Siegerehrung schon am frühen Nachmittag über die Bühne gezogen. Das Nachsehen hat der Reporter, der pünktlich um 17.30 Uhr am Hotel eintrifft, und der von Schwelm Classic „eingekaufte“ Event-Manager, der als Moderator eigentlich den Abend schmeißen sollte. Dennoch: gewonnen habe neben dem Sieger der Oldie-Rallye auch ich, nämlich meine Fitness und damit meine Gesundheit. Abgesehen davon, das ein paar Regentropfen unterwegs meine Frisur durcheinander gebracht haben. Und mein Marschgepäck werde ich bei unsicherer Wetterlage künftig um einen kleinen Regenschirm ergänzen. Liebe Leser, für Sie ist mir eben keine Mühe und kein Weg zu weit.

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