Tempo 30 wird oft missachtet

Beschwerden über „Formel 1“ auf Heinrichstraße in Ennepetal

Die Heinrichstraße von der Berninghauser Straße aus gesehen. Insbesondere hier im oberen Teil seien Autos vielfach zu schnell unterwegs, klagen Anwohner.

Die Heinrichstraße von der Berninghauser Straße aus gesehen. Insbesondere hier im oberen Teil seien Autos vielfach zu schnell unterwegs, klagen Anwohner.

Foto: Hartmut Breyer

Ennepetal.  Anwohner beklagen sich, dass auf der Heinrichstraße zu schnell gefahren wird. Eine Verbesserung der Situation ist vorerst nicht in Sicht.

Schon seit Jahren beklagen sich Anwohner der Heinrichstraße, dass insbesondere auf dem gerade verlaufenden oberen Teilstück zu schnell gefahren wird. Die gesamte Straße ist Tempo-30-Zone – an beiden Enden und in der Mitte weisen Markierungen auf der Fahrbahn darauf hin – , doch daran würden sich viele Autofahrer nicht halten, heißt es von Seiten der Anwohner. Bei der Stadtverwaltung sei das Thema bekannt, so Stephan Langhard, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste und Stadtentwicklung. Man befinde sich derzeit in Gesprächen mit der AVU und den Stadtbetrieben über eine Erneuerung der Gehwege und müsse erst einmal abwarten, was sich daraus ergebe.

Eine Zeit lang habe auf der Heinrichstraße geradezu Ruhe geherrscht, berichtet Anwohnerin Monika Uellendahl. Das sei der Fall gewesen, als die Kölner Straße zwischen Timpen und Hembecker Talstraße wegen der Kanalbaumaßnahme gesperrt war. Im Zuge der geänderten Verkehrsführung war an der Kreuzung die Ein- und Ausfahrt in die bzw. aus der Kirchstraße nicht möglich, so dass nicht die Heinrichstraße, sondern die Deterberger Straße für die Durchfahrt zwischen Milspe und Homberge genutzt wurden. „Als die Sperrung aufgehoben war, wurde auf der Heinrichstraße die Formel-1-Saison wieder eröffnet“, klagt Monika Uellendahl.

Schon 2016 an Bürgermeisterin gewandt

Schon 2016 hatte sie sich hilfesuchend mit einem Schreiben an Bürgermeisterin Imke Heymann gewandt. Motorräder, Pkw und auch Lkw würden mit 50 km/h über die Straße donnern – an einer Straße, die durch die am Fahrbahnrand abgestellten Fahrzeuge schlecht einsehbar sei. „Es scheint, dass jeder, der zum Berufskolleg möchte, durch die Heinrichstraße fährt“, hatte Monika Uellendahl damals geschrieben. Es seien nicht einmal, anders als in der Kirchstraße, keine Fahrbahnerhöhungen zur Verkehrsberuhigung eingebaut worden. Die Situation habe sich zusätzlich dadurch verschärft, dass die Wurzeln der Straßenbäume den Gehweg hochgedrückt hätten, wodurch Fahrzeug noch weiter Richtung Fahrbahnmitte parken würden. Sie wünsche sich nun, dass „Mülltonnen-Blitzer“ aufgestellt werden, um Raser zur Kasse zu bieten und damit eine Beruhigung zu erzielen.

Planungen abwarten

Für die Nebenstraßen zwischen Kirchstraße und Berninghauser Straße gilt eine Beschränkung auf Tempo 30 km/h. Insbesondere an der Einfahrt aus der Kirchstraße ist die Markierung auf der Fahrbahn nicht mehr allzu gut zu erkennen und soll bei nächster Gelegenheit erneuert werden.

Stephan Langhard berichtet, dass die AVU in der Heinrichstraße die Erneuerung von Versorgungsleitungen plane. In diesem Zusammenhang sei vorgesehen, die Gehwege neu zu gestalten. Die Gespräche würden sich schon eine Weile hinziehen, er hoffe aber, dass noch in diesem Jahr konkretere Überlegungen dazu angestellt werden können. Eine Herausforderung sei nicht zuletzt, die Bäume, die das Straßenbild in besonderer Weise prägen, zu erhalten Nicht zuletzt hatte sich der Behindertenbeirat bereits der Heinrichstraße angenommen und insbesondere auf den stellenweise sehr holprigen Gehweg hingewiesen.

Verkehrsströme insgesamt im Blick

Man müsse abwarten, wie sich die Planung für die Heinrichstraße gestalte, bevor man über Maßnahmen zur Beruhigung des Verkehrs nachdenken könne, so Stephan Langhard. Grundsätzlich sei es aber so, dass die Heinrichstraße als Erschließungsstraße Richtung Homberge und Rüggeberg diene. „Wir müssen die Verkehrsströme insgesamt im Blick haben“, betont Langhard. Verdränge man Fahrzeuge aus der einen Straße, würden sie sich einen anderen Weg suchen. Das sei in diesem Fall die Deterberger Straße. Diese war schon während der Baumaßnahme auf der Kölner Straße extrem stark frequentiert worden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben