Kultur

Behelfsdach schützt Haferkasten am Haus Martfeld

Ein Gerüst samt Planen schützt nun den Kornspeicher am Haus Martfeld vor Wind und Wetter. Das Baudenkmal war für 72.000 Euro versichert

Ein Gerüst samt Planen schützt nun den Kornspeicher am Haus Martfeld vor Wind und Wetter. Das Baudenkmal war für 72.000 Euro versichert

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  Der von einem Feuer weitgehend zerstörte Haferkasten am Haus Martfeld in Schwelm war für 72.000 Euro versichert. Der Wiederaufbau wird teurer.

Nicht der Verpackungskünstler Christo ist im Park am Haus Martfeld tätig geworden, sondern die Gerüstbaufirma Ziebs aus Schwelm: Gut zwei Wochen, nachdem ein verheerendes Feuer den in der Grünanlage aufgestellten historischen Kornspeicher schwer beschädigt hat, schützt nun eine mit Planen wetterfest verpackte Stahlkonstruktion die Reste des Baudenkmals. Ein festes Dach komplettiert das Ganze und verhindert, dass Regenwasser der übrig gebliebenen Eichenholzkonstruktion weiteren Schaden zufügen kann.

Spendenaufruf für Wiederaufbau

Die Schwelmer nehmen Anteil am Zustand ihres Haferkastens, der aus dem Jahr 1583 stammt und damit das älteste erhaltene Holzgebäude in der Kreisstadt ist. „Die Firma Ziebs hat das Gerüst zum Selbstkostenpreis aufgestellt“, sagt Ralf Stoffels. Der Schwelmer Unternehmer ist zweiter Vorsitzender des Verschönerungsvereins Schwelm, in dessen Besitz sich das Baudenkmal befindet. Die Anwohner der Windmühlenstraße haben den Erlös ihres Straßenfestes, 500 Euro, für die anstehende Sanierung gespendet. Ralf Stoffels hat auf der Facebook-Seite des Verschönerungsvereins einen Spendenaufruf gestartet, um Geld für den Wiederaufbau zu sammeln. „Wir als Verschönerungsverein sind dringend auf Spenden angewiesen, um das Baudenkmal ,Haferkasten’, den Kornspeicher im Martfeld-Park, zu erhalten“, sagt Stoffels und weist darauf hin, dass der Verein berechtigt sei, auch Spendenquittungen auszustellen.

Selbst über die Stadtgrenzen hinweg bewegt die Menschen das Unglück, das vermutlich auf eine Brandstiftung zurückzuführen ist. Eine ehemaliger Schwelmerin, die heute gemeinsam mit ihrem Mann in Schermbeck eine Dachdeckerei betreibt, hat Kontakt mit Ralf Stoffels aufgenommen und ihre Hilfe beim Wiederaufbau angeboten. Über die Brände, die momentan in Schwelm herrschten, sei sie wirklich schockiert, schreibt die Ex-Schwelmerin. „Natürlich hänge ich noch sehr an meiner Heimatstadt. Wir würden gerne Hilfe leisten und, sofern der Speicher wieder Instand gesetzt werden kann, uns darum kümmern, dass unser Speicher ein neues Dach bekommt. Lohn und Material würden wir sehr gerne übernehmen. Alles natürlich in Absprache mit dem hiesigen Denkmalschutzamt“, so das Angebot der gebürtigen Schwelmerin an ihre Heimatstadt.

Das Heft des Handelns liegt momentan allerdings nicht in der Hand des Verschönerungsvereins, sondern bei der Stadt Schwelm. Die Gemeinde ist Versicherungsnehmerin, der Haferkasten soll für 72.000 Euro versichert sein. Um weitere Schritte einleiten zu können, muss ein Schadensgutachten erstellt werden, das auch über die Kosten eines Wiederaufbaus informiert„Uns liegt das Angebot eines Sachverständigen vor. Wir haben es der Versicherung weitergeleitet“, sagt Thomas Striebeck vom Immobilienmanagement der Stadt Schwelm.

Auch Ralf Stoffels wünscht sich eine zügigere Schadensregulieren. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das eine Rekonstruktion des Haferkastens möglich gemacht wird, warten aber noch auf die Freigabe zur Beauftragung des Gutachtens, das Klarheit über den Schadensumfang und die Rekonstruktionskosten geben soll.“

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