Franziska Giffey

AWo Ehrenamtsgala in Schwelm mit Bundesministerin Giffey

Jochen Winter, Geschäftsführer der AWo im Unterbezirk Ennepe-Ruhr im Gespräch mit Bundesministerin Franziska Giffey in Schwelm. Sie ist Festrednerin bei der großen Gala.

Jochen Winter, Geschäftsführer der AWo im Unterbezirk Ennepe-Ruhr im Gespräch mit Bundesministerin Franziska Giffey in Schwelm. Sie ist Festrednerin bei der großen Gala.

Foto: Lilo Ingenlath-GEgic

Schwelm.  Die AWo des Ennepe-Ruhr-Kreises hat in Schwelm mit einer großen Gala ihre ehrenamtlich Aktiven geehrt. Festrednerin war Bundesministerin Giffey.

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Wenn eine Ministerin extra aus Berlin anreist, um die Festrede bei der großen Ehrenamtsgala der AWo des Ennepe-Ruhr-Kreises zu halten, dann kann die Veranstaltung auch mal mit leichter Verspätung beginnen. Die Ministerin erschien pünktlich schon vor Beginn, aber so viele Menschen wollten Franziska Giffey begrüßen und mit ihr auf einem Foto zu sehen sein, dass sich die Eröffnung durch René Röspel etwas verzögerte.

„Noch nie wurden hier so viele Selfies gemacht“, begann Röspel, der als Vorsitzender des AWo-Unterbezirks Ennepe-Ruhr“ das Programm eröffnete. Mehr als 300 Gäste hatten sich im großen Saal des Leo-Theaters im Ibach-Haus versammelt. Die meisten von ihnen AWo-Mitglieder, die sich ehrenamtlich für andere Menschen einsetzen. Nach den Ehrenamtlichen, denen diese Gala galt, begrüßte Röspel besonders herzlich auch seinen Vorgänger im Amt des AWo-Vorsitzenden, Adi Ostertag, denn der hatte als „Ideengeber“ diese Form der Würdigung ehrenamtlichen Engagements bereits 1998 eingeführt. Röspel erinnerte an Marie Juchacz (1879–1956), die 1919 den Verein Arbeiterwohlfahrt gründete, um die Not nach dem Ersten Weltkrieg lindern zu helfen.

100 Jahre AWo

Das ganze Jahr über hatte die AWo in vielen Veranstaltungen das 100. Jubiläum gefeiert (wir berichteten). Diese Gala, mit großem Programm und vielen Ehrungen engagierter Mitglieder, war nun ein Höhepunkt. Röspel (55), der seit 1998 als Bundestagsabgeordneter der SPD den Wahlkreis 108 (Hagen/Ennepe-Ruhr-Kreis) im Bundestag vertritt, ging auch auf die Rücktrittsforderungen gegen den Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes ein: „Wir hier stehen alle zu Hartmut Ziebs.“

Dafür erhielt er starken Beifall vom Publikum. Röspel freute sich sehr, dass er Franziska Giffey als Festrednerin gewinnen konnte. Doch vor der Festrede der Ministerin gab es musikalisch-kabarettistische Unterhaltung.

Susan Kent und Franziska Mense-Moritz zeigten Auszüge aus ihrem Programm „Eine Diva kommt selten allein.“ Sie schlüpften in verschiedene Rollen, wechselten in Windeseile die Kostüme vom roten Glitzerkleid über das „große Goldene“ bis hin zum alten Bademantel, und brachten das Publikum mit tollem Livegesang, schrägem Humor und Ruhrpottcharme zum Lachen.

Zugewandt und locker

Jochen Winter, Geschäftsführer der AWo im Unterbezirk Ennepe-Ruhr, führte durch das Programm und sorgte dafür, dass Grußworte kurz ausfielen. So sagte Landrat Olaf Schade nur: „Ich bin gerne hier, um Danke zu sagen“, und er sprach die Hoffnung aus, dass die AWo auch in den kommenden Jahren so aktiv sein werde. Für die Festrednerin gab es jedoch 25 Minuten Zeit.

„Ich bin extra für euch heute früh um vier Uhr aufgestanden“, beginnt Franziska Giffey (41) ihre Festrede sehr zugewandt und locker. Sie bleibt beim „Du“. Sie berichtet, dass sie als Ministerin 500 Termine im Jahr habe, aber „René hat es mit seiner liebevollen Hartnäckigkeit geschafft, mich hierher zu holen.“ Sie ist selbst AWo-Mitglied und dankt den ehrenamtlich Aktiven: „Sie tun viel, viel mehr, als nur an sich zu denken, das ist sehr, sehr großartig“. Anhand einiger Beispiele berichtet sie auch über die Aufgaben ihres Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Zwischendurch unterbricht sie ihre Rede und wirft ein freundliches „könnt ihr noch?“ in die Runde. Das Publikum antwortet mit einem vielstimmigen „Ja“. „Wir müssen Politik so machen, dass die Menschen sie verstehen“, ist eines ihrer Ziele. „Die, die für Demokratie eintreten, sollten laut sein“, gibt sie den Zuhörern abschließend mit auf den Weg.

Musikalisches Kabarett

René Röspel bedankt sich mit den Worten: „Franziska passt mit ihrer Sprache und ihrer Offenheit gut ins Ruhrgebiet“. Gemeinsam ehren die Ministerin, René Röspel und Jochen Winter besonders verdiente „AWo-Urgesteine“. Dann muss Franziska Giffey zum nächsten Termin nach Wuppertal.

Mit musikalischem Kabarett und einem täuschend echten Udo Jürgens (Alex Parker) ging das umfangreiche Gala-Programm im Ibach-Haus weiter. Nach der Mittagspause nahm René Röspel weitere Ehrungen vor und Pianist und Sänger Alex Parker setzte als „Udo Jürgens“ das Programm schwungvoll, aber auch mit Tiefgang fort.

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