Kunst

Ausstellung über Elisabeth Altenrichter-Dicke in Ennepetal

Die Bronzehand im Innenhof im Haus Ennepetal ist eines der bekanntesten Werke.

Die Bronzehand im Innenhof im Haus Ennepetal ist eines der bekanntesten Werke.

Foto: Gerhard Klee

Ennepetal.   Ausstellung mit Werken von Elisabeth Altenrichter-Dicke: Ennepetals bedeutendste Künstlerin wäre in diesem Frühjahr 90 Jahre alt geworden

Gemälde, Federzeichnungen und Skulpturen – das Foyer im Haus Ennepetal war voll von Werken der heimischen Künstlerin Elisabeth Altenrichter-Dicke. Ausgestellt war aber nur ein kleiner Teil ihres vielfältigen Schaffens, das anlässlich ihres 80. Geburtstages gezeigt wurde. Die Künstlerin selbst hatte die Auswahl getroffen, und bei der Eröffnung der Ausstellung standen sie und ihre Kunst im Mittelpunkt. Uwe Schumacher war der Laudator, und der damalige Bürgermeister Michael Eckhardt dankte ihr im Namen der Stadt. In wenigen Tagen gibt es wieder eine Ausstellung mit Werken von Elisabeth Altenrichter-Dicke im Haus Ennepetal. Die Künstlerin, die am 28. Dezember 2013 starb, wäre am 28. April 90 Jahre alt geworden. Die Ausstellung wird am Samstag, 27. April, um 12 Uhr eröffnet. Dazu sind Gäste willkommen.

Mehr als 160 Kirchen gestaltet

Das Andenken an die in der ganzen Republik in Kunstkreisen bekannte Elisabeth Altenrichter-Dicke wahrt ihre in Schwelm lebende Nichte Susanne Angrick. Das ist ein Glück für die Kunstwelt, aber auch für die Ennepetaler Bürger. Elisabeth Altenrichter-Dicke, die wohl bekannteste Künstlerin aus Ennepetal, hat in ihrer Heimatstadt mehr als Spuren hinterlassen. Ihr populärstes Werk in der Klutertstadt ist wohl die vier Meter hohe Bronzeplastik, die Hand im Innenhof des Hauses Ennepetal.

Ja, das Haus Ennepetal, das in die Jahre gekommene Bürgerhaus, war ihr Kind. Sie stritt leidenschaftlich für den Bau, für die innere und äußere Farbgestaltung. In der Sparkassen-Hauptstelle steht eine von Elisabeth Altenrichter entworfene Skulptur mit dem Titel „Der kleine Prinz“, und für die Zweigstelle Voerde entwarf sie ein Fenster.

Wer aber ihr Inneres spüren möchte, der muss das wunderbare Kirchenfenster in der Martin-Luther-Kirche in Altenvoerde betrachten. Es zeigt das ganze christliche Verständnis. „Von Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern bis Pfingsten“, sagt Gemeindepfarrer und Superintendent Andreas Schulte in dem Film von Horst Groth über das Leben der Künstlerin („Meine Tante Elisabeth“). Die christlichen Symbole wie Fisch, Taube und Kelch sind in dem farbenprächtigen Fenster zu entdecken.

Mehr als 160 Kirchen gestaltete sie, schuf Glasfenster für kirchliche und auch für weltliche Bauten. Dass in Voerde am ev. Gemeindehaus ein Glockenspiel erklingt, das ist Elisabeth Altenrichter-Dicke zu verdanken. Sie stand der Evangelischen Kirchengemeinde bis zu ihrem Tode nahe.

Eine Frau voller Pläne

Die Künstlerin, die mit Ehemann Hannes (auch Künstler) in ihrem Atelierhaus in Voerde jahrzehntelang lebte, wuchs in der Großfamilie Dicke auf der Fuhr in Milspe auf. Nach all den Aussagen, hatte sie eine behütete Kindheit. Nichte Susanne Angrick weiß: „Schon früh hatte sie den festen Willen, Künstlerin zu werden.“

Nach dem Abitur studierte Elisabeth Dicke freie und angewandte Malerei an der Werkkunstschule in Wuppertal und Bildhauerei in München. Im Studium lernte sie den Hagener Hannes Altenrichter kennen, mit dem sie 37 Jahre verheiratet war, bis zu seinem Tode. Elisabeth Altenrichter-Dicke war lange Zeit Vorsitzende des Berufsverbands Bildender Künstler in NRW. U. a. organisierte sie 1986 und 1991 die landesweite Ausstellung „Exponata“ in Münster.

Wenn am Samstag im Haus Ennepetal die Ausstellung anlässlich ihres 90. Geburtstages zur Erinnerung an ihr Leben und Arbeiten eröffnet wird, dann wird sie fehlen, die selbstbewusste Frau, die fast immer einen langen blauen Rock trug und voller Pläne war. Einen konnte sie nicht mehr realisieren. Sie wollte so gerne ein Buch über das Leben der Familie Dicke auf der Fuhr schreiben. Vor zehn Jahren sagte sie mit fast jugendlicher Stimme im Haus Ennepetal in ihrer Ausstellung: „Da sind meine Skizzen und Bilder von Reisen. Das war ein Vergnügen. Gearbeitet aber habe ich woanders!“ Diese Federzeichnungen sind auch in der neuen Ausstellung zu sehen.

Nichte Susanne Angrick fasste in dem Film „Meine Tante Elisabeth“ mit einem Satz zusammen, was viele Menschen sagen, die Elisabeth Altenrichter-Dicke kennen gelernt haben: „Sie war eine große Künstlerin“.

>>> INFO

Die Ausstellung in Erinnerung an Leben und Arbeiten von Elisabeth Altenrichter-Dicke wird am Samstag, 27. April, ab 12 Uhr im Haus Ennepetal eröffnet. Werke der am 28. Dezember 2013 gestorbenen Künstlerin sind im Haus Ennepetal täglich, außer am 1. Mai, von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Nach Absprache sind auch andere Zeiten möglich. Schirmherrin der Ausstellung ist Bürgermeisterin Imke Heymann.

Der Ennepetaler Filmemacher Horst Groth schuf den Film „Meine Tante Elisabeth“. Der Film beschreibt das Leben der Künstlerin. Zahlreiche Wegbegleiter kommen darin zu Wort, die Schwester der Künstlerin, Ursula Dahlmann, Nichte Susanne Angrick und die Freundin der Künstlerin, Barbara Golder.

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