Ausbildungsmesse

Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr: Firmen buhlen um die Jugend

Jung und digital präsentieren sich viele Unternehmen auf der Ausbildungsmesse, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

Jung und digital präsentieren sich viele Unternehmen auf der Ausbildungsmesse, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein.

Foto: Stefan Scherer / WP

Ennepetal.  Deutschlands größte nicht kommerzieller Ausbildungsmesse findet am Freitag, 27. September, von 8.30 und 16 Uhr in Ennepetal statt.

Der Blick zurück ist meist wenig konstruktiv, in diesem Falle jedoch existenziell, um zu verstehen, was sich da binnen einer Dekade entwickelt hat, und dass die Veränderung schneller rast, als jemals zuvor. Als nämlich vor zehn Jahren die EN-Ausbildungsmesse das erste Mal überhaupt stattfand, war Deutschland inmitten der Wirtschaftskrise. Arbeitgeber konnten sich aussuchen, wen sie einstellen. Bei den jungen Menschen, die am Start ihres Berufslebens standen, herrschte mit Blick auf Rezession und Zeitverträge vor allem eines: Unsicherheit. Das ist heute vollkommen vorbei, und das kapieren auch die Unternehmen. Deutlich zu sehen sein wird das auf der Ausbildungsmesse am Freitag, 27. September, die von 8.30 bis 16 Uhr öffnet.

Warteliste für Unternehmen

Mussten Jürgen Köder und sein Team von der Wirtschaftsförderagentur des Ennepe-Ruhr-Kreises seinerzeit noch Klinken putzen, bitten und betteln, dass die Firmen wenigstens mit einem kleinen Stand in die VER-Fahrzeughalle am Wuppermannshof kommen, „haben wir mittlerweile eine Warteliste, die immer länger wird“, sagt Köder. Der Grund liegt für Michael Stechele, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Hagen, auf der Hand: „Die Firmen müssen sich heute um die jungen Leute bemühen. Wir haben erstmals mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als unversorgte Jugendliche.“

Um von denen die besten zu bekommen, legen sich die Firmen, Handwerksbetriebe, Behörden und, und, und mächtig ins Zeug. „Die meisten bauen großen Messestände auf, haben kapiert, dass sie Schüler damit überzeugen können, wenn aktuelle Auszubildende auf Augenhöhe mit ihnen sprechen“, sagt Landrat Olaf Schulte.

Fast 300 Berufe und Studiengänge

Die Zahlen sprechen erneut für sich: Auf 4000 Quadratmetern können präsentieren sich 124 Unternehmen. Sie informieren die jungen Leute über 180 Berufsbilder und 100 duale Studiengänge. Dafür sorgt die VER unter einem enormen logistischen Aufwand, wie Geschäftsführer Peter Bökenkötter betont. 19 Messeschulbusse fahren durch die neun Städte des Kreises, um im richtigen Takt mehr als 3600 Schüler aus 27 Haupt-, Gesamt-, Real- und Sekundarschulen, aus Förderschulen, Gymnasien und Berufskollegs nach Ennepetal und wieder zurück zu bringen. Gern könnten es aus Sicht der Organisatoren auch deutlich mehr sein, aber weiterhin gibt es sogar weiterführende Schulen im Kreis, die ihren Schülern unentschuldigte Fehlstunden aufschreiben, wenn sie am Vormittag die Ausbildungsmesse besuchen. Für sie bleibt dann nur der Freitagnachmittag.

Die Messe ist am Freitag, 27. September, von 8.30 bis 14 Uhr ausschließlich Schülern und Lehrern vorbehalten. Anschließend öffnen sich allerdings bis 16 Uhr die Türen für jeden. Dann können die Jungen und Mädchen auch gern ihre Gespräche vom Vormittag vertiefen.

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