Trend Rudelsingen

Andrang beim Rudelsingen in Gevelsberger Filmriss Kino

Rudis Dudelrudel sorgt für eine tolle Stimmung im Gevelsberger Filmriss Kino.

Rudis Dudelrudel sorgt für eine tolle Stimmung im Gevelsberger Filmriss Kino.

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Gevelsberg.  Von bekannten Hits bis hin zu Volksliedern: Unsere Reporterin hat das Rudelsingen in Gevelsberg besucht und ist dem Trend auf den Grund gegangen.

In der Einladung von Rudis Dudelrudel stand: „Wir haben die Texte, Ihr die Stimmen“. Unsere Reporterin folgte dieser Einladung ins Gevelsberger Filmriss Kino.

Rudis Dudelrudel sind „Rudi“, Rüdiger Gies mit seiner Gitarre, „Sofie“, Marita Brochheuser, am Kontrabass und Steffi Hess am Akkordeon. Vor etwa zwei Jahren gründeten sie das Trio. Rudi und Sofie wohnen in Gevelsberg, Steffi kommt aus Pulheim. Zum dritten Mal sind sie mit Rudis Dudelrudel im Filmriss Kino zu Gast. Sie haben schon einmal den großen Kinosaal gefüllt.

Sehr gemischtes Publikum

Diesmal rechnen die Veranstalter nicht mit einem so großen Andrang und verlegen das gemeinsame Singen ins Foyer, doch es kommen immer mehr Gäste. Enno Henn vom Filmriss und die drei Musiker schleppen deshalb noch eine Menge Stühle herbei. „Jetzt müsst ihr mal raten, wer hier das Rudel ist“, fordert Rudi uns auf, und es wird gleich klar: Das Rudel sind wir, das Publikum, denn wir sind zum gemeinschaftlichen Singen gekommen.

Zum Singen, das seit einigen Jahren unter dem Namen „Rudelsingen“ bekannt und beliebt ist. Mit dem alten Volkslied „Die Gedanken sind frei“ geht es los: Im Publikum gibt es kaum einen, der das Lied nicht gleich mitschmettert. Das nächste Lied, „Puff the magic Dragon“ von Peter, Paul and Mary, ist nicht so einfach, aber die Texte werden per Beamer auf eine Leinwand projiziert. So klappt es auch mit den englischen Songs. „Morning has broken“ von Cat Stevens begeistert ebenso wie „Mendocino“ von Michael Holm oder „Marina“, Rocco Granadas Schlager von 1959. Nach jedem Lied gibt es viel Beifall.

Potpourri bekannter Hits

Wir singen ein Potpourri bekannter Hits der letzten Jahrzehnte und ein paar Volkslieder sind auch dabei. Die Hälfte der Lieder ist deutsch. Im äußerst gemischten Publikum, im Alter zwischen 25 und 80, sind die Frauen in der Mehrzahl, doch auch etliche Männer singen mit. Dann stimmen wir Peter Alexanders „Kleine Kneipe“ an. Schon wieder so ein alter Schlager? Das Publikum reagiert begeistert, singt inbrünstig mit und schunkelt mehrheitlich im Takt. Die drei da vorne, mit Gitarre, Bass und Akkordeon, erreichen ihr Publikum und sorgen für eine tolle Stimmung. Zur Einstimmung auf die Pause gibt es „Aber bitte mit Sahne“ von Udo Jürgens.

Rudi hat eine Wunschliste ausgelegt, um beim nächsten Mal noch besser auf die Wünsche des Publikums eingehen zu können. Der junge Mann neben mir, der enthusiastisch mitsingt, wünscht sich „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Die beiden Lieder wird es wohl erst beim übernächsten Konzert geben, denn als nächstes gibt es im Filmriss ein Weihnachts-Special mit Rudis Dudelrudel. Dieses findet am 15. Dezember von 16 bis 18 Uhr statt.

Nach der Pause singen wir dreistimmig einen Kanon, der zur herbstlichen Jahreszeit passt: „Hejo, spann den Wagen an“. Klang dieses melancholisch anmutende Volkslied auch zu meiner Schulzeit schon so schön, als wir es im Unterricht singen mussten? Herrlich unbeschwert singen zu können, macht offenbar alle glücklich. So unterschiedlich die Menschen im Publikum sind: Für zwei Stunden gehören alle zum „Rudel“.

Ein Gast erzählt: „Ich singe sonst nur im Auto, weil mich da keiner hören und kritisieren kann.“ Hier singen alle. Ob Irisch mit „Whiskey in the Jar“ oder Deutsch mit „Que Sera“. Sogar „das Lied der Heiratsschwindler“, wie Rudi es nennt, „Leaving on a Jet Plane“, klappt hervorragend und bei Cliff Richards „Rote Lippen soll man küssen“ lernen wir, dass der deutsche Text besser ist als das englische Original.

Vorfreude aufs nächste Mal

Nach zwei Stunden und 18 Liedern singen wir zwei Zugaben. „Bella Ciao“ und „Nehmt Abschied Brüder“, die deutsche Version der schottischen Volksweise „Auld lang syne“, stimmen fast ein wenig sentimental, aber es gibt schon Vorfreude auf das nächste Mitsing-Konzert mit Rudis Dudelrudel.

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