Jazz im Atelier

„Alltime Favourites“ begeistern 100 Musikfans in Kirchstraße

Machten „Jazz im Atelier“ wieder zum Erlebnis (von links): Ernie Griffin, Dagmar Bunde, Capo Mayer, Jörg Hedtmann.

Machten „Jazz im Atelier“ wieder zum Erlebnis (von links): Ernie Griffin, Dagmar Bunde, Capo Mayer, Jörg Hedtmann.

Foto: Veronika Pantel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Schwelm. Es ging wieder los: Beim nun wieder monatlich stattfindenden „Jazz im Atelier“ fanden sich um die 100 Jazzbegeisterte ein: Wie immer in drangvoller Enge in den ausverkauften Räumen der Schwelmer Kunst- und Malschule Pfaffenbach an der Kirchstraße.

Frontfrau Dagmar Bunde

Jörg Hedtmann & Friends – das sind an diesem Abend Frontfrau Dagmar Bunde (Gesang), Ernie Griffin (Piano), Capo Mayer (Bass) und Hedtmann selbst an den Drums, die heute zum ersten Mal gemeinsam spielen. „Alltime Favourites“ haben sie ihr Programm getitelt, und tatsächlich begegnet man vielen der immerwährenden Lieblings-Standards des Jazz: Louis Armstrongs „I´m in Heaven“ ist der noch ganz softe Beginn einer außergewöhnlich mitreißenden Performance. Denn wenn die gebürtige Rheinländerin und studierte Jazz-Sängerin Bunde mit ihrer ungemein beweglichen Stimme mit großer Bandbreite loslegt, gibt es auch für ihre Mitspieler kein Halten mehr. Etwa beim souligen „Just The Two Of Us“ von Bill Withers mit hämmerndem Piano und fetzigen Improvisationen der Instrumentalisten. Oder beim unvergessenen Duke Ellington-Erkennungs-Song „Take The A Train“, wo die Sängerin ihre lange Einlage im Scat-Singing (improvisiertes Singen von Silben ohne Bedeutung) meisterhaft zelebriert.

Improvisieren kann die Sängerin nicht nur beim Scat-Singen – sie imitiert auch verblüffend echt zahlreiche Blasinstrumente, die ja am heutigen Abend fehlen. In der Liebeserklärung an eine Stadt („Georgia on my Mind“) zerlegt der Pianist wieder einmal improvisierend die Melodieschnipsel in unzählige kleine Notenwerte, jagt die Skalen rauf und runter und pariert dennoch jeden kleinsten Hinweis der Frontfrau gefühlvoll – das ist ganz großes Jazz-Können.

Dagmar Bunde kann schmeichelnd singen wie Ella Fitzgerald (In a Sentimental Mood), von den Drums mit sanft touchierten Klängen untermalt. Oder sie lässt es ordentlich grooven, so dass das sanfte Schlummerlied „Summertime“ aus Gershwins „Porgy and Bess“ kein bisschen einschläfernd daherkommt.

Eigene Songs

Zwei eigene Songs der vielfach ausgezeichneten Jazz-Sängerin dürfen an diesem Abend nicht fehlen: In „Afternoon Waltz“ und „Blues for Jiggs“, das sie zum Abschied ihres Lehrers an der Kölner Musikhochschule Jiggs Whigham komponierte, darf auch der hervorragende Bassist wieder einmal seine große Klasse an versonnen oder treibend gezupften Saiten zeigen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben