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Aldi ändert Pläne für neue Filiale in Gevelsberg

Die Aldi-Filiale an der Haßlinghauser Straße in Gevelsberg. Sie soll abgerissen und neu gebaut werden.

Die Aldi-Filiale an der Haßlinghauser Straße in Gevelsberg. Sie soll abgerissen und neu gebaut werden.

Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg.  Aldi ändert seine Pläne bezüglich der neuen Filiale an der Haßlinghauser Straße in Gevelsberg. Der Bebauungsplan soll erneut ausgelegt werden.

In die Planungen für den Neubau der Aldi-Filiale an der Haßlinghauser Straße ist neue Bewegung gekommen. Die Gevelsberger Politik befasste sich in der vergangenen Woche mit dem Thema. Dabei ging es um eine Änderung des Flächennutzungsplans. Des Weiteren hat sich der sogenannte vorhabenbezogene Bebauungsplan (VEPL) geändert. Dieser muss nun erneut öffentlich ausgelegt werden, damit mögliche Bedenken geäußert werden können.

Vorteile für ältere Bürger

Wie berichtet möchte Aldi an der Haßlinghauser Straße seine Verkaufsfläche erweitern und seinen Markt im Zuge dessen modernisieren. Dazu soll die alte Filiale abgerissen werden. Die Verwaltung der Stadt Gevelsberg begrüßt das Vorhaben. Sie sieht darin vor allem Vorteile für ältere Bürger – breitere Gänge und niedrigere Regale würden dem demografischen Wandel und dem geänderten Einkaufsverhalten Rechnung tragen, heißt es.

Das Problem: Auf Grundlage des aktuellen Planungsrechts wäre ein großflächiger Lebensmitteldiscounter nicht genehmigungsfähig. Daher braucht es einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Dieser schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen.

Zweites Problem: Die Geschossfläche der neuen Filiale ist mit mehr als 1200 Quadratmetern zu groß für den aktuellen Flächennutzungsplan. Dieser stellt den betroffenen Bereich aktuell als gemischte Baufläche dar. Künftig soll er als „Sondergebiet Lebensmitteldiscounter“ beschrieben werden.

Vorprüfung notwendig

Der Rat der Stadt hat in seiner Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen, eine für das Änderungsverfahren notwendige Vorprüfung zur Umweltverträglichkeit durchzuführen. Je nach Ergebnis wird der Rat die Änderung des Nutzungsplanes beschließen und im Zuge dessen die Öffentlichkeit, Behörden und Träger sonstiger öffentlicher Belange beteiligen.

Auch der Entwurf für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan lag einen Monat lang zur Einsicht aus. Seitens der Öffentlichkeit gab es dabei laut Verwaltung keine Stellungnahmen.

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer regte an, darauf hinzuweisen, dass die Präsentation und der Verkauf von Randsortimenten hinter den Kassenzonen nicht erlaubt sind. Die Untere Wasserbehörde des Ennepe-Ruhr-Kreises bat darum, vor dem Neubau der Filiale zu klären, wie das Regenwasser von Dach- und Fahrflächen beseitigt wird.

Derzeit bestehe keine wasserrechtliche Erlaubnis, dieses in die Verrohrung des Krähenberger Baches zu leiten. Die Untere Bodenschutzbehörde wies darauf hin, spätestens beim Rückbau der alten Filiale beziehungsweise der Herrichtung der Fläche zu prüfen, ob schädliche Bodenveränderungen vorliegen.

Offenlage für 30 Tage

Während der Offenlage des Entwurfs änderte Aldi seine Planung. So soll das Gebäude der Filiale nicht wie vorgesehen an der westlichen Grenze des Grundstücks, sondern an der süd-östlichen Seite errichtet werden. Grund sind Probleme mit der Unterfangung und der Bebauung an der Grenze.

„Sämtliche Unterlagen wurden dieser Konzeptänderung angepasst und müssen dadurch nochmals offengelegt werden“, so die Verwaltung. Der Rat beschloss, die neue Version des Bebauungsplans wieder für 30 Tage auszulegen.

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