Feuerwehr

AfD-Streit - Feuerwehrpräsident Ziebs: „Ich bin erschüttert“

Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Schwelm.  Im Kampf gegen Rechts erfährt DFV-Präsident Hartmut Ziebs eine Welle der Solidarität seiner Kameraden. Auf Facebook zeigt er sich betroffen.

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Die Diskussion um Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV) aus Schwelm, bewegt derzeit die Kameraden bundesweit. Fünf seiner sieben Vize-Präsidenten haben ihm das Vertrauen entzogen und seinen Rücktritt gefordert. Hintergrund soll sein Kampf gegen Rechts sein.

Am Sonntagabend meldete sich Ziebs auf Facebook zu Wort. „Die Entwicklung der letzten Woche erschüttert mich zutiefst“, wandte er sich direkt an seine Kameraden und untermalte den Post mit einem traurigen Emoji.

Gleichzeitig bekräftigte er: „Meine Kernaussage bleibt: Die teilweise rechtsnationalen Tendenzen bei der AfD sind eine Gefahr für die Demokratie. Es wäre dramatisch, wenn die Feuerwehr da reinrutscht.“ Am kommenden Mittwoch, nach der Beerdigung seiner Mutter, wolle er sich zu den gesamten Vorgängen äußern.

„Es stehen unendlich viele hinter Ihnen“

Innerhalb weniger Stunden reagierten mehrere tausend Nutzer auf die Worte des DFV-Präsidenten. „Hartmut, mein aufrichtiges Beileid und ganz viel Kraft. Ich bin zutiefst entsetzt von dem Verhalten von manchen Funktionären in Feuerwehruniform. Halte durch und bleib unser, mein Präsident!#hartmutmeinpräsident“, schreibt ein Nutzer. Unter dem Hashtag #hartmutmeinpräsident hatten sich in den vergangenen Tagen zahlreiche Kameraden solidarisch gezeigt. „Es stehen so unendlich viele hinter Ihnen! Danke für die klaren Worte“, schreibt eine andere Nutzerin.

Am Sonntag meldete sich auch der Kreisfeuerwehrverband Ennepe-Ruhr zu Wort. Präsident Rolf-Erich Rehm zeigte sich bestürzt. „Die persönlichen, öffentlich ausgetragenen Angriffe gegen Hartmut sind weder von ihrer Art, noch vom Inhalt her zu tolerieren“, heißt es in seiner Stellungnahme. Er sei „entsetzt darüber, dass Kameradschaft, Vertrauen und Respekt für Teile der höchsten Feuerwehrvertretung in Deutschland scheinbar nur Worthülsen sind, die leichtfertig auf dem Altar eigener Machtgelüste geopfert werden.“ (kari)

Update 21. November: Im Gespräch mit unserer Redaktion hat sich Hartmut Ziebs geäußert und seine Kritiker zum Rücktritt aufgefordert.

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