Schwelmer und Soziale

Abriss und Neubau an Barmer Straße in Schwelm

Die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft will an der Barmer Straße gemeinsam mit der Stiftung Volmarstein Quartierentwicklung betreiben und ein Mehrgenerationsprojekt mit angeschlossenen Hilfsdiensten etablieren.

Die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft will an der Barmer Straße gemeinsam mit der Stiftung Volmarstein Quartierentwicklung betreiben und ein Mehrgenerationsprojekt mit angeschlossenen Hilfsdiensten etablieren.

Foto: Bernd Richter / WP

Schwelm.  An der Barmer Straße in Schwelm will die Genossenschaft mit der Stiftung Volmarstein generationsübergreifendes Wohnen verwirklichen und neu bauen.

Die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft möchte an der Barmer Straße in Schwelm eine Mehrgenerationen-Wohnanlage mit angeschlossenen Dienstleistungen rund um das Wohnen entwickeln. Dafür hat das Unternehmen mit Sitz am Mühlenteichplatz Kontakt mit der Evangelischen Stiftung Volmarstein aufgenommen. Das Konzept soll zum Sommer 2020 vorgelegt werden.

Leerzug innerhalb eines Jahres geplant

Über Jahre zieht bereits die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft die vier Häuser Barmer Straße 26-40a leer. Die letzten noch dort wohnenden acht Mieter hat man aktiv angesprochen und will ihnen innerhalb eines Jahres adäquaten Ersatz-Wohnraum zur Verfügung stellen. Auf der Vertreterversammlung im Hotel Fritz am Brunnen hat die Genossenschaft nun ihre Pläne konkretisiert, was mit den Grundstücken, auf denen die Immobilien stehen, geschehen soll. Wenn alles nach Plan geht, soll um das Jahr 2025 herum dort ein generationsübergreifendes Wohnen verwirklicht werden. Ergänzt werden soll das Angebot mit verschiedenen Sozialdiensten.

Angedacht ist neben der Schaffung von Wohnraum für alle Generationen betreutes Wohnen, gemeinschaftliche Wohnformen unter Einbindung von Demenz-Wohngruppen und Gemeinschaftseinrichtungen. „Das Gesamtkonzept ist von den inhaltlichen Festlegungen abzuleiten“, sagt Geschäftsführer Berndt Erlenkötter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zur Realisierung des Projekts hat sich das Wohnungsunternehmen mit einem erfahrenen Partner zusammengetan. „Wir sind froh, mit der Ev. Stiftung Volmarstein einen Partner gefunden zu haben, der das Projekt mit uns gemeinsam prüfen will. Wir als Genossenschaft können keine Pflegeleistungen erbringen“, sagt Berndt Erlenkötter, Geschäftsführer der Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft. Es geht um einen Grundstück von 7000 m², das neu überplant werden könnte. Mit eingeschlossen werden in die Planungen soll auch das leerstehende Haus Tobienstraße 3.

Für Berndt Erlenkötter ist der Standort für dieses neue Projekt ideal gewählt. In 700 m Umkreis verfügt sein Unternehmen über insgesamt 1200 Wohnung. Das Durchschnittsalter der Mieter in den Genossenschaftswohnungen liegt bei 55 Jahren – mit steigender Tendenz. Erlenkötter spricht deshalb auch nicht ausschließlich von einem Mehrgenerationswohnen, sondern von Quartierentwicklung im Bereich der Barmer Straße. „Wir planen keinen Standard-Wohnungsbau. Wir reden von einem sehr komplexen Thema, die Quartierentwicklung lebt von Inhalten und Dienstleistungen, die angeboten werden. Aus Genossenschaftssicht ist das eine einmalige Chance, etwas zu tun für 1200 Wohnungen, die im Umfeld liegen“, sagt Erlenkötter.

Die nächsten Monate sollen nun für eine Machbarkeitsanalyse genutzt werden. „Wir müssen die inhaltlichen Konzepte gemeinsam mit der Stiftung Volmarstein entwickeln. Dazu gehört auch, die eventuelle Fördermöglichkeit zu prüfen“, sagt Erlenkötter. Im Jahr 2020 hoffen die Partner dann konkret zu wissen, was genau gebaut werden kann. „Es ist ein sehr ambitioniertes Projekt, für Schwelm einzigartig. Der Gutachter sagt, es kann Modellcharakter haben“, so Berndt Erlenkötter.

Nach dem Ausblick der Rückblick auf das abgeschlossene Geschäftsjahr der Genossenschaft. „Das ist für die Genossenschaft ein erfolgreiches Jahr gewesen“, sagt Geschäftsführer Berndt Erlenkötter und verweist auf die Bilanz. Die Investitionstätigkeit konnte das Unternehmen um rund 580.000 Euro weiter steigern. In Modernisierung/Instandhaltung des Wohnbestands wurden in 2018 rund 4,3 Millionen Euro (22,61 Euro je m² Wohnfläche) investiert. Im Rückblick umfasste der Topf Modernisierung/Instandhaltung in letzten zehn Jahren über 36 Millionen Euro. Einzelmodernisierung von 51 Wohnungen kosteten die Genossenschaft 1,332 Millionen Euro - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung von 9 Wohnungen und 381.000 Euro.

Genossenschaft hat treue Mitglieder

Die Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft ist mit dem Geschäftsjahr 2018 zufrieden. Sie konnte ihre Mitgliederzahl im abgelaufenen Jahr um 31 auf 5.633 Mitgliedern erhöhen. Die ausgegebenen Genossenschaftsanteile stiegen von von 98.089 auf 98.385. Bei einer Bilanzsumme 114 Mio. Euro wurde ein Bilanzgewinn 1.844 Mio. Euro errechnet.

Eigenkapitalquote von 27,6 Prozent

Der Jahresüberschuss betrug 2.049 Mio. Euro, die Rücklagen konnten um 1,7 Mio. Euro auf 21 Mio. Euro erhöht werden. Dadurch stieg die Eigenkapitalquote von 25,7 Prozent auf 27,6 Prozent. Rückblickend konnte die Genossenschaft damit in den letzten 10 Jahren ihr Eigenkapital um über 7 Mio. Euro erhöhen und über 30 Mio. Euro Verbindlichkeiten zurückzahlen und die Ertragskraft und Kapitalstruktur in 2018 weiter stärken. Laut Beschluss der Vertreterversammlung wird an die Genossenschaftsmitglieder eine Dividende von 4 Prozent (386.000 Euro) ausgeschüttet und werden 1,458 Mio. Euro der freien Rücklage zugeführt.

Mit der Vermietentwicklung zeigt sich Bernd Erlenkötter zufrieden. Die Erlösschmälerungsquote, gemessen an Sollmieten, ist mit 3,95 % konstant geblieben, die Vermietungsleistung mit 258 Vermietungen konnte um fast 7 % gesteigert werden. Der absolute Leerstand zum Jahresende konnte um 8 Wohnungen auf 163 Wohnungen reduziert werden. Ohne modernisierungsbedingten und strategischen Leerstand waren nur 18 Wohnungen fluktuationsbedingt frei.

Die Fluktuationsquote selbst reduzierte sich von 9,5 % auf 8,6 %, ohne Wechsel innerhalb der Genossenschaft betrug sie nur 6,8 %. Mieter der Genossenschaft sind eben treu. Fast ein Drittel der Kündigungen waren bedingt durch Sterbefälle und Umzüge in Pflegeheime. „Mit einer Durchschnittsmiete von 4,92 € je qm Wohnfläche sind wir ein wichtiger Anbieter bezahlbaren Wohnraum“, sagt Erlenkötter und verweist darauf, das sein Unternehmen 0,80 € unter dem Bundesdurchschnitt vom GDW liegt. 80 % der Wohnungen sind unter 400 € Nettomiete – nur 2 Wohnungen über 7 € je qm Wohnfläche. Ein Drittel des Bestandes ist im Größensegment bis 55 qm.

Insgesamt befinden sich 2.926 Wohnungen mit 190.000 m² Wohnfläche im Besitz der Schwelmer und Sozialen Wohnungsgenossenschaft. Über 10 % des Bestandes sind davon barrierefrei oder barrierearm. Hinzu kommen noch 788 Garagen, 367 Tiefgaragenplätze, 4 sonstige Einheiten.

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