Arbeitslosigkeit

Stadt Rees hat Erfolg bei der Vermittlung von Arbeitslosen

Da die Stadt Rees eine sogenannte Optionskommune ist, unterhält sie selbst ein Jobcenter.

Da die Stadt Rees eine sogenannte Optionskommune ist, unterhält sie selbst ein Jobcenter.

Foto: IG BAU

Rees.   Das Reeser Jobcenter verzeichnet gute Erfolge bei der Vermittlung von Arbeitslosen. Amtsleiter empfiehlt Unternehmen, Förderprogramme zu nutzen.

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Für seinen Hartz-IV-Erfahrungsbericht 2018 erhielt Sozialamtsleiter Michael Becker anhaltenden Beifall seitens der Politik im Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales. Zum einen war es die ausführliche, zwölf Seiten starke Aufbereitung des Themas Sozialleistungen und deren Entwicklung, zum anderen der Erfolg, den er mit seinem Team in Sachen Arbeitsvermittlung verbuchen konnte.

Gab es im Juli 2017 in Rees 760 Bedarfsgemeinschaften, so konnte auf Grund der guten wirtschaftlichen Lage die Anzahl bis April 2019 durch Arbeitsvermittlungen deutlich gesenkt werden – auf aktuell 642. Obwohl im selben Zeitraum 132 neue Bedarfsgemeinschaften hinzukamen.

Viele Gründe für Unterstützung

22 Prozent der neuen Bedarfsfälle im vergangenen Jahr kamen durch Zuzüge zustande, 11,6 Prozent durch Scheidung, acht Prozent durch ein zu geringes Einkommen und sieben Prozent durch Verlust des Arbeitsplatzes, um nur einige Beispiele zu nennen.

Tatsächlich ist es der Stadt Rees gelungen, dass im vergangenen Jahr 203 Bedarfsgemeinschaften entfallen sind. Davon haben 77 Personen eine Arbeit aufgenommen, sieben ein Studium oder eine Ausbildung begonnen, 21 beziehen keine Sozialleistungen mehr, da sie höhere Einkünfte ihrer Erwerbstätigkeit haben. Durch diese 203 Abgänge und erhöhte Bundeszuschüsse haben sich die finanziellen Aufwendungen für die kommunalen Leistungen gegenüber 2017 um 22 Prozent verringert. Heißt: Die Stadt Rees hat 163.993 Euro einsparen können.

918 Personen sind arbeitssuchend

„In Rees werden aktuell 918 Personen von der Arbeitsvermittlung betreut“, trug Michael Becker vor. Von den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen sind die meisten, nämlich 320 Personen, zwischen 36 und 55 Jahre, 244 sind zwischen 25 und 35 Jahre, 207 unter 25 Jahre und 147 über 55 Jahre alt.

Der größte Teil der Arbeitssuchenden hat keine Ausbildung, was in der heutigen Arbeitswelt ein klares Vermittlungshindernis darstellt. Neben Einschränkungen wegen anerkannter Schwerbehinderung, Alter und häufigen Erkrankungen kommen zunehmend psychische Erkrankungen, Drogen- und Suchtprobleme hinzu.

Es gibt zwei neue Förderprogramme

Dennoch gibt es erstaunliche Vermittlungserfolge: In den ersten Arbeitsmarkt vermittelt wurden 2018 355 Personen, davon 191 sozialversichert, 135 geringfügig beschäftigt, sechs wurden in die Selbstständigkeit geführt, 23 in eine Ausbildung.

Im ersten Quartal 2019 wurden bereits 56 Personen auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt, davon 31 sozialversicherungspflichtig.

Durch ein neues, fünfjähriges Förderprogramm (§16i) für langjährige SGBII-Leistungsberechtigte, die eine große Arbeitsmarktferne haben, gibt es für Arbeitgeber in den ersten beiden Jahren eine Förderung von 100 Prozent danach sinke sie jährlich um zehn Prozent.

Sechs Langzeitarbeitslose wurden vermittelt

Ebenfalls einen Arbeitgeberzuschuss (§16e) gibt es für Menschen, die mindestens zwei Jahre lang trotz vermittlerischer Unterstützung arbeitslos sind. Hierfür erhält der Arbeitgeber im ersten Jahr 75 Prozent, im zweiten 50 Prozent der Lohnkosten.

Mit Hilfe des Förderprogramms hat das Reeser Jobcenter bereits sechs Langzeitarbeitslose untergebracht, drei im Theodor-Brauer-Haus, einen in Haus Aspel und zwei beim Baubetriebshof. Wünschenswert wäre es, so wurde in der Sitzung betont, wenn sich auch Reeser Unternehmen entschließen würden, die neuen Förderprogrammen in Anspruch zu nehmen.

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