Umwelt

Safe Food Tüten gibt es bei Tenbült in Emmerich und Rees

Patrick Gottschling und Nelly Gottschling-van Fürden berichten über die Aktion „Safe Food Tüten".

Patrick Gottschling und Nelly Gottschling-van Fürden berichten über die Aktion „Safe Food Tüten".

Foto: Konrad Flintrop / FUNKE Foto Services

Emmerich/Rees.  Bäckerei Tenbült hat das Projekt „Safe Food Tüten“ ins Leben gerufen. Bis zu 15 Tüten mit Brot und Brötchen für drei Euro werden abends verkauft.

Vor ungefähr zwei Monaten hat die Bäckerei Tenbült ihr Projekt „Safe Food Tüten“ ins Leben gerufen. „’Fridays für future’ ist in aller Munde, und auch wir haben uns überlegt, was wir tun können, weil die Lebensmittelverschwendung viel zu hoch ist“, erzählt Nelly Gottschling-van Fürden, die mit ihrem Mann Patrick Gottschling das Traditionsgeschäft Tenbült, gegründet im Jahre 1888, Anfang 2018 übernommen hat.

Der Bäckermeister hat bei Tenbült gelernt und kennt den Laden aus dem Effeff. Neben dem Stammhaus an der Hauptstraße 27 in Millingen, wo sich auch die Backstube befindet, gehören Filialen im Edeka-Markt Millingen, am Markt in Rees, in Vrasselt an der Straße Dreikönige und seit kurzem auch am Großen Löwen mit einem kleinen Café. Und besonders hier läuft „Safe Food“ ganz besonders gut.

Abends gehen die Tüten über die Ladentheke

Bis zu 15 Tüten zum Preis von drei Euro gehen abends über die Ladentheke. Gefüllt sind diese in der Regel mit Brot, Brötchen - vom einfachen bis hin zu Dinkel- oder Kürbisbrötchen - sowie Teilchen. „Unsere Verkäuferinnen stellen die Tüteninhalte zusammen. Das hängt natürlich immer davon ab, was noch vorhanden ist“, betonen die Geschäftsleute. Die Kunden haben keine Möglichkeit, den Inhalt der Tüte zu bestimmen.

Die Aktion startet jeweils eine halbe Stunde vor Geschäftsschluss. Vor dem Start von „Safe Food“ hat sich das Ehepaar mit den Mitarbeitern zusammengesetzt, die bei der Wahl des Namens für das neue Projekt Vorschläge machen konnten.

Die Wunder- oder Feierabendtüte setzte sich nicht durch. „Wir haben ganz bewusst den Ausdruck Safe aufgenommen, denn wir wollen mit dieser Aktion gesichertes Essen von hoher Qualität auch den zukommen lassen, die sich sonst ein Brötchen oder Brot nur beim Discounter leisten können, weil sie auf den Pfennig gucken müssen“, hob Nelly Gottschling-van Fürden hervor.

Ein Zeichen für Nachhaltigkeit

Viele der Kunden bringen die Papiertüte beim nächsten Einkauf sogar wieder mit. Ein weiteres Zeichen für Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. Und damit nicht genug: Plastikstrohhalme im Café wurden abgeschafft, und regionale Produkte verstärkt aufgenommen. Wie beispielsweise den Honig von einem Imker aus Hamminkeln oder - ganz neu seit wenigen Tagen - der Verkauf von Äpfeln und Birnen von den Obstanlagen Baumann in Reeserward.

„Wir wollen die Leute animieren, ihr Einkaufsverhalten zu überdenken“, lautet das Prinzip der Geschäftsleute. Sie wissen: „Wir können nicht die Welt verändern, aber einen ersten Schritt tun.“

Auch wenn sich vieles bewegt in den Geschäften des Bäckermeisters: Geblieben ist der Bienenstich, das Aushängeschild der Betriebs. „Und ab Oktober kommen Marzipan und Stollen hinzu, die viele Fans haben.“ Die hat Konditormeister Frank Scheideler, der seit Februar diesen Jahres das Team verstärkt, auch schon gefunden: Der Hochzeitstortenbereich boomt.

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