Europawahl

Politiker standen Schülern in Emmerich Rede und Antwort

Die Schüler der Gesamtschule nutzten rege die Fragestunde mit den lokalen Politikern.

Die Schüler der Gesamtschule nutzten rege die Fragestunde mit den lokalen Politikern.

Foto: Konrad Flintrop / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  Die Gesamtschule Emmerich hat unter dem Motto „Wir sind Europa“ eine Fragerunde mit Schülern und vier lokalen Politikern organisiert.

Vier Vertreter der lokalen Politik standen einigen Schülern der Emmericher Gesamtschule am Donnerstag bei einer Fragerunde Rede und Antwort. Die politisch interessierten Jugendlichen waren gut vorbereitet, es wurde gefragt und nachgehakt.

Die Verantwortlichen der Schule hatten unter dem Motto „Wir sind Europa“ die Fragerunde mit anschließenden Schülerworkshops zu aktuellen europapolitischen und lokalen Themen organisiert. Ziel war es, die demokratische Beteiligung und Mitsprache der Jugendlichen weiter zu fördern.

Dank an die Politiker

Zur Fragerunde hatten neben der SPD-Politikerin und ehemaligen Bürgermeisterin Irene Möllenbeck auch die Fraktionschefin der Grünen, Sabine Siebers und Matthias Reintjes, Vorsitzender der Emmericher CDU-Fraktion sowie Gerd Bartels von der UWE-Fraktion auf dem Podium Platz genommen

„Ich bedanke mich ganz ganz herzlich, dass Sie so kurzfristig Zeit gefunden haben. Das zeigt der Jugend wie wichtig das Thema ist, aber auch wie wichtig die jungen Menschen in Emmerich auch für sie sind“, bedankte sich die Schulleiterin Christiane Feldmann bei den Teilnehmern der Gesprächsrunde.

Bürgermeister Peter Hinze lobte die Schüler

„Schauen sie sich unsere Schüler an, eine bunte Mischung, die Gesamtschule spricht für Vielfalt. Sie braucht die Vielfalt und das werden sie heute ganz nah erleben.“ Auch Bürgermeister Peter Hinze, der aus terminlichen Gründen nicht an der Diskussionsrunde teilnehmen konnte ließ es sich nicht nehmen, zu Beginn der Veranstaltung ein paar Worte an die künftige Generation zu richten: „Ich finde es toll, dass es dieses Thema gibt und ihr euch so zusammengefunden habt“, fand der erste Bürger der Stadt und forderte die Jugendlichen auf, sich weiter zu engagieren und bei ihren Themen am Ball zu bleiben.

„Aus eigener Erfahrung weiß ich, Politik ist manchmal langwierig, aber niemals langweilig.“ Durch die anschließende Gesprächsrunde führten die beiden Schülervertreter Berna Arslan und Jonas Gabriel. Auf Bitten der Schüler stellten sich die Politiker zunächst noch einmal vor und erzählten davon, wie sie einst in Berührung mit der Politik gekommen sind.

Jugend sollte sich gern politisch engagieren

Über die Parteigrenzen hinweg bestand der Wunsch nach politischem Engagement der Jugend. „Es ist gut, wenn wir frische Gedanken bekommen, aber auch eine jüngere Sicht auf die Dinge“, fand Reintjes. Gut informiert zeigten sich die Jugendlichen nicht nur bei europäischen Themen. „Wie stehen Sie zu Artikel 13?“, sah ein Schüler nicht nur eine drohende Zensur beim Uploadfilter als problematisch.

Viele Wortmeldungen gab es bei den Themen Klimawandel und Energiewende. „Wir haben nicht mehr viel Zeit“, so die Befürchtung der Schüler, die sich auch fragten, worauf die lokalen Energieversorger zukünftig setzen. Die Information, dass die Flächen für Windkraftanlagen auf Emmericher Stadtgebiet nahezu ausgereizt seien, ließ die Jugendlichen nachhaken: „Warum gibt es dann immer neue Flächen für Logistiker?“

Ein Gewinn für beide Seiten

Große Flächen würden zum Nachteil der Umwelt versiegelt, Gewerbesteuereinnahmen seien verhältnismäßig überschaubar, Jobs entstünden bei den Firmen nur wenige und wenn dann meist nur im Niedriglohnsektor. Auch wenn die Vertreter der lokalen Politik nicht für jedes Problem die passende Lösung bieten konnten, war der Gedankenaustausch am Ende für beide Seiten ein Gewinn.

„Eine Sache, die man gerne wiederholen kann, wenn man sieht, wie viele Fragen hier noch offen sind“, stellte SV-Lehrer Frederik Lach fest, als der Gong zur großen Pause das Ende der Fragerunde einläutete. Mit nicht weniger Engagement, dafür ohne Politiker, arbeiteten die Fünft- bis Neuntklässler im Anschluss in ihren Workshops. Darin beschäftigten sie sich unter anderem mit der Gründung einer Partei oder der Initiative „Fridays for Future“.

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