NightWash

NightWash Live begeisterte Publikum im Stadttheater Emmerich

Die Stand-Up Comedian Martina Schönherr beim NightWash Live in Emmerich.

Die Stand-Up Comedian Martina Schönherr beim NightWash Live in Emmerich.

Foto: Thorsten Lindekamp / Funke Foto Services GmbH

Emmerich.  NightWash Live, Plattform für junge Comedians, begeisterte das Publikum im Emmericher Stadttheater. 450 Zuschauer erlebten Comedy vom Feinsten.

Wow, was war das für ein Abend! Zwei pinkfarben, beleuchtete Waschtrommeln, eine überdimensionale Wäscheklammern im Hintergrund und ab ging’s im Stadttheater ins „NightWash Live“. Die Plattform für junge Comedians. Wie etwa seinerzeit für den unglaublichen Heinz (Gröning), gebürtig aus Emmerich. Er feierte damals schon beim gleichnamigen TV-Format im Waschsalon sein Debüt. Das es die nächste Generation drauf hat, bewiesen am Freitagabend gleich fünf Newcomer der Szene.

Allen voran Benni Stark, der als Moderator im Schleudergang -- auch mal mit der dänischen Gelassenheit nach dem Motto „Das ist nicht so gut“ -- durch die Start-Up-Comedy am Freitagabend führte. Inklusive einiger Scharmützel zu Emmerich. „Wenn man hier reinfährt ... Wow - dieses fette Casino, eine Augenarztpraxis und der Club Golden Day.“ Goldig auch, dass er sich fragte, warum kein Hop-On und Off-Bus durch die Rheinstadt fahre.

Vorgabe lautete „Lasst uns heute viel lachen“

Seine Vorgabe „Lasst uns heute viel lachen“ ging auf. Das ließen sich die rund 450 Zuschauer nicht zweimal sagen. Etwa bei Martina Schönherr, der Lady des Abends. Die Radiostimme aus Hamburg, die ja eigentlich Gornovic heißt: „Den Namen hat mir mein Mann geschenkt.“ Und just ließ sie den russischen Slang raushängen und berichtete von dem Hobby des Gatten, das Angeln: „Wenn der seine Köder sortiert, werde ich zum Tier.“

Schwimmbäder sind wie früher, hieß es von ihr. Aber während andere auf BBP (Bauch, Beine, Po) achteten, gelte für sie JCG (Jogginghose, Chips, Glotze). Apropos glotze(n): Da staunte das Publikum nicht schlecht, als Falk (Plücker) seine kabarettistische, musikalische Note mit Gitarre präsentierte. Ob die „Eigenurintherapie, so glücklich warst du noch nie“, das gesanglich die Kinder auf die Schippe nehmen oder gar einen Non-Stop-Fäkalsprachen-Refrain: Falk präsentierte alles. Einfach klasse, dieser Typ aus Berlin! Im Waschmaschinen-Energie-Jargon hätte er Effizienz A+++ verdient.

Youngster des Abends kam ebenfalls aus der Hauptstadt

Der Youngster des Abends kam ebenfalls aus der Hauptstadt: Ivan Thieme. Herrlich, wie der 23-Jährige von seiner ukrainischen Mutter und ihrer Umsetzung der besten, deutschen Bestrafungsmethoden berichtete. „Hausarrest war für sie Arrest vom Haus“. Soll heißen: Iwan wurde einfach zwei Wochen vor die Tür gesetzt.

Aus dem hohen Norden kam Glenn Langhorst. Der Hamburger machte aus seiner nicht gerade ranken, schlanken Figur keinen Hehl, zauberte zugleich durch Bewegungen auf der Bühne den Zuschauern ein Grinsen ins Gesicht. Der Glatzenträger wusste: „Wenn ich mich nicht regelmäßig auf dem Kopf rasieren würde, sähe das aus wie der Hambacher Forst, bevor RWE eingefallen ist.“

Durchschnittsalter der Besucher lag bei 20 bis 40 Jahren

Muskelkater vom Lachen, das wird sicherlich der ein oder andere Besucher nach NightWash Live haben. Da sage noch einer, die Jugend habe nichts fürs Theater übrig. Der Durchschnitt der Besucher lag bei 20 bis 40 Jahren. Also nix‘ Playstation, das Theater ist im Trend.

>>Das sollte man sich nicht entgehen lassen

In zwei Tagen macht die Simon & Garfunkel Revival Band im Stadttheater Station. „Ein Besuch lohnt sich am Mittwoch um 20 Uhr“, empfiehlt Theater-Chef Michael Rozendaal. Ein weiterer musikalischer Leckerbissen ist mit Nights on Broadway, eine Hommage an die Bee Gees am 20. November, 20 Uhr, angesagt. Karten gibt’s unter Tel.: 02822/75-2000.

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