Landgutrestaurierung

Huis Landfort erhält 100.000 Euro für Gemüsegarten

Aus dem Prinz-Bernhard-Kulturfond erhält Huis Landfort im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Anholt 100.00 Euro für seinen Gemüsegarten.

Aus dem Prinz-Bernhard-Kulturfond erhält Huis Landfort im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Anholt 100.00 Euro für seinen Gemüsegarten.

Foto: Hans Blossey

Megchelen/Anholt.  Aus dem Prinz-Bernhard-Kulturfonds erhält Huis Landfort im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Anholt 100.000 Euro für Gemüsegarten.

In seiner beinahe 600-jährigen Geschichte hat das Huis Landfort viele verschiedene Besitzer gehabt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts diente es den Herren von Anholt als Jagdhaus. Im Jahr 2017 übernahm die Stiftung Erfgoed Landfort die Verantwortung für die Außenanlagen im niederländisch-deutschen Grenzgebiet bei Anholt.

Historisches Aussehen

Ein zentrales Anliegen der Stiftung ist, dass die Anlagen wieder so aussehen, wie sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Johann Albert Luyken kreiert worden sind. Besonders der historische Gemüsegarten steht im Fokus. Nun gibt es eine gute Nachricht. Die niederländische Zeitung De Gelderlander meldet, dass das Huis Landfort eine finanzielle Spritze in Höhe von 100.000 Euro erhält. Der Prinz-Bernhard-Kulturfonds unterstützt so die Restaurierung des historischen Gemüsegartens.

Besagter Garten wurde um das Jahr 1825 angelegt. Vermutlich geht der Entwurf auf den berühmten Landschaftsarchitekten Johan David Zocher jr. zurück, der sich auch für die Gestaltung des Waldes und des Parks verantwortliche zeichnete. Laut dem Prinz-Bernhard-Kulturfonds ist der Gemüsegarten von großer kulturhistorischer Bedeutung.

Obstmauer und Trenngraben

Die sechsstellige Summe soll vor allem in zwei Projekte fließen. Zum einen soll ein Fischteich entstehen. Zum anderen ist ein Trenngraben zwischen Gemüsegarten und der Obstplantage geplant. Darüber hinaus ist angedacht, dass es einen erhöhten Aussichtspunkt, Wanderwege und Hecken aber auch einen Kräuter- sowie Blumengarten geben soll.

Als besonderer Clou wird es eine Art pflanzliche Mauer geben. Auf einer Länge von 100 Metern werden die Äste, der dort zu pflanzenden Bäume horizontal verschachtelt, bis eine etwa zwei Meter hohe Abtrennung entsteht.

Ab 2022 für Öffentlichkeit zugänglich

Insgesamt veranschlagen die Verantwortlichen eine Summe von ungefähr 450.000 Euro für die Wiederherstellung des Gemüsegartens. Geplant ist, dass der Park und auch der Gemüsegarten ab dem Jahr 2022 für die Öffentlichkeit zugänglich wird.

Aufzug und Behindertentoilette

Diese Maßnahmen sind eingebettet in die allgemeine Restaurierung von Huis Landfort. Das Landgut soll ein „Nationales Zentrum“ werden. Die Stiftung möchte Landfort zu einem Zentrum machen, das zu einem Treffpunkt für alle wird, die sich für die Erhaltung und Bewirtschaftung der historischen niederländischen Landgüter einsetzen. Dies gebe dem Haus auch einen schönen neuen Zweck, heißt es dazu von Seiten der Verantwortlichen.

Bereits im Frühjahr war bekannt geworden, dass das historische Gebäude restauriert und isoliert wird. Es wird ein Aufzug und eine Behindertentoilette eingebaut. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch die Nebengebäude, Brücken und der Park in Angriff genommen werden. Die Heritage Landfort Foundation erhält dafür von der Provinz Gelderland eine Förderung in Höhe von einer Million Euro.

Architekt aus Anholt

Die architektonische Besonderheit am Gebäude liegt im starken deutschen Einfluss. Denn der aus Anholt stammende Architekt Johann Theodor Übbing zeichnete sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für einen besonderen Baustil aus. Er brachte einen zu der Zeit in Preußen populären orientalischen Einfluss nach Landfort.

>>>Teuerstes Landhaus im Gelderland

Huis Landfort wird im Übrigen auch als teuerstes Landhaus des Gelderlands bezeichnet. Denn im Jahr 2017 wurde es zum Kaufpreis von 7,5 Millionen Euro angeboten. Die angrenzenden Latifundien umfassen eine Fläche von 49 Hektar. Im Zweiten Weltkrieg war das Gebäude schwer beschädigt worden. Das angrenzende Kutscherhaus war nicht mehr zu retten.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Landgut noch in Privatbesitz. Erst 1970 ging das Eigentumsverhältnis dann über an die Stiftung Het Geldersch Landschap & Kasteelen. Zwischendurch wechselte der Prachtbau dann nochmals den Besitzer für einen symbolischen Preis von einem Gulden.

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