Gericht

Freiheitsstrafe für Reeserin nach Fahrt ohne Führerschein

Eine Reeserin wurde wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt.

Eine Reeserin wurde wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung verurteilt.

Foto: Volker Hartmann / dpa

Rees/Isselburg.  Sie hatte keinen Führerschein und setzte sich trotzdem ins Auto: Eine Reeserin wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt.

Wenn sie die Zeit noch einmal zurückdrehen könnte, „würde ich es nicht wieder tun“, sagte die Reeserin. Doch das kann sie nicht. Und so musste die 51-Jährige nun die Konsequenzen tragen. Im März dieses Jahres war sie ins Auto gestiegen und zur Physiotherapie gefahren.

Und das, obwohl sie eigentlich nicht mehr im Besitz ihren Führerscheins war. Eine Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung verhängte daher Richterin Mareen Hölker gegen die berufstätige Mutter. Denn diese ist bereits – auch einschlägig – vorbestraft.

Auf der B67 in Isselburg erwischt

Geständig zeigte sich die Reeserin vor dem Emmericher Amtsgericht. Vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis lautete die Anklage seitens der Staatsanwaltschaft. Einen Umstand, den die Angeklagte auch nicht leugnete. Schließlich hatte die Polizei sie ohne ihren Führerschein im März dieses Jahres auf der B67 in Isselburg angehalten.

„Warum waren sie eigentlich mit dem Auto unterwegs?“, wollte die Richterin von der Angeklagten wissen. Diese versuchte, sich zu erklären. Erzählte von einer Trümmerfraktion im rechten Arm und dass sie damit regelmäßig zur Physiotherapie müssen.

Wissentlich ohne Führerschein ans Steuer gesetzt

„Eigentlich fährt mich immer eine Freundin“, so die Reeserin. Doch diese sei kurzfristig abgesprungen. „Und ich hatte wieder große Schmerzen und wollte den Termin nicht verpassen“. Und so setzte sie sich, im Wissen eigentlich keinen Führerschein zu haben, ans Steuer.

Viel schwerwiegender als der Vorfall an sich, erachtete Richterin Mareen Hölker die Eintragungen im Vorstrafenregister der Angeklagten. Vier Eintragungen hatte dieses. 2015 war sie das erste Mal wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt worden – natürlich einhergehend damit, dass sie auch damals den Führerschein abgeben musste.

Einschlägige Vorstrafen im Register

Auch in dieser Zeit fuhr sie ohne die Fahrerlaubnis – was natürlich wieder eine neue Strafe nach sich zog. Es folgte eine Verurteilung wegen Diebstahls. Und damit nicht genug. Im August des vergangenen Jahres wurde sie wieder wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt und ihr Führerschein einbehalten.

Ob sie ein Problem mit Alkohol habe, wollte die Richterin wissen. Sie trinke keine Flasche Wodka oder so, gab die Angeklagte an. Lediglich sei es Usus bei ihr in der Familie gewesen, dass man zum Abendessen ein Glas Wein trinke, sagte sie als Erklärung.

Vertreterin macht nur noch Home-Office

Ominös bleibt auch ein Vermerk der Polizei des Kreises Kleve in der Straßenverkehrsakte der Reeserin. Als sie ihren Führerschein nämlich abgegeben hat, hat sie der Behörde nämlich nur ihren alten, eigentlich als verloren gemeldeten Führerschein zukommen lassen.

Mittlerweile hat die Vertreterin, die sonst immer viel mit dem Auto unterwegs war, ihren Job dahingehend geändert, dass sie nun Home-Office betreibt. Auch in psychologische Behandlung hat sie sich begeben. Nichtsdestotrotz: Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung. Der Verteidiger plädierte darauf, lediglich eine Geldstrafe zu verhängen.

Zahlung an den Kinderschutzbund Emmerich

Richterin Mareen Hölker entschied, dass eine Freiheitsstrafe von drei Monaten Tat angemessen sei. Der Führerschein wird ein Jahr lang einbehalten. Zwei Jahre dauert die Bewährung, zudem muss die Angeklagte 750 Euro an den Kinderschutzbund überweisen.

Vor allem die Vorstrafen hatten zu der Entscheidung beigetragen. „Da wurden auch schon Geldstrafen gegen sie verhängt, die aber wohl keine Wirkung gezeigt haben“, so die Richterin.

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