Gerichtsverhandlung

Emmerich: Mann soll Kontrolleur als Nazi beschimpft haben

Ein Mann aus Nimwegen war angeklagt, in Emmerich einen Kontrolleur der Bahn beleidigt zu haben.

Ein Mann aus Nimwegen war angeklagt, in Emmerich einen Kontrolleur der Bahn beleidigt zu haben.

Foto: Thorsten Lindekamp / FUNKE Foto Services

Rees.  Ein 35 Jahre alte Mann aus Nimwegen wurde verurteilt, weil er einen Kontrolleur als Naziguy, als Nazibursche, beschimpft haben soll.

Zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 30 Euro verurteilte das Emmericher Amtsgericht einen 35 Jahre alten Mann aus Nimwegen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er einen Fahrkartenkontrolleur als Naziguy, also Nazikerl oder Nazibursche, beschimpft hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 35 Euro gefordert, die unter Einbeziehung einer vorherigen Straftat zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 40 Tagessätzen à 35 Euro führen sollte. Weil sich der Angeklagte aber an die vorherige Tat nicht erinnern konnte oder wollte, verurteilte Richterin Mareen Hölker den Mann zu einer Geldstrafe für die aktuelle Tat. Die vorherige Verurteilung (15 Tagessätze à 10 Euro) behält ihre Gültigkeit.

Die Tat wurde unterschiedlich geschildert

Was war geschehen? Der Mann aus Nimwegen hatte am 28. September 2017 den Zug in Emmerich Richtung Arnheim bestiegen. Ein Fahrkarte hatte er gekauft, aber nicht – wie es Vorschrift ist – entwertet. Rund 15 Minuten war der Zug unterwegs, als der Angeklagte kontrolliert wurde. Was dann geschah, schilderten Angeklagter und Kontrolleur unterschiedlich.

Der Angeklagte sprach von einer Auseinandersetzung. „Ich wusste nicht, dass man in Deutschland das Ticket zuvor entwerten muss“, erklärte er. Er habe den Eindruck gehabt, dass der Kontrolleur ihn wegen seiner Hautfarbe abgelehnt habe, ihn zudem schadenfroh angelächelt habe, als die Bundespolizei anwesend gewesen sei.

Der Angeklagte habe sich nicht kooperativ gezeigt

Der Kontrolleur konnte sich zwar nicht mehr an das Gesicht des Angeklagten erinnern, wohl aber an den Vorfall. „Der Mann hat sich keineswegs kooperativ gezeigt, wollte seinen Ausweis nicht zeigen“, erinnerte sich der Kontrolleur. Er habe die Bundespolizei gerufen, woraufhin der Angeklagte ihn im Beisein der Beamten als Nazi beschimpft habe. „Ich habe mich überdies gewundert, dass in der Anklage nur der Vorwurf der Beleidigung und zusätzlich auch der der Erschleichung von Leistungen steht“, wunderte sich der Zeuge. Tatsächlich gebe es zwei Vorfälle, einen der Bundes- und einen der Landespolizei, so die Richterin.

Die Richterin sah die Tat des Angeklagten als erwiesen an, weil auch die Polizeibeamten eine entsprechende Aussage gemacht hatten. „Ich fühle mich zu Unrecht verurteil, ich habe den Mann sicher nicht beleidigt“, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort. Und ließ durchblicken, dass er Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird.

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