Digitalisierung

Die Stadt Emmerich richtet ein Bürgernetz im Rathaus ein

Das Rathaus der Stadt Emmerich soll einen öffentlichen WLAN-Hotspot bekommen. Genannt: Bürgernetz.

Das Rathaus der Stadt Emmerich soll einen öffentlichen WLAN-Hotspot bekommen. Genannt: Bürgernetz.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Emmerich.  Emmericher Rathaus wird freien WLAN-Hotspot erhalten. Auch eine Strategie kommt, wo und inwieweit öffentliches WLAN in der City sinnvoll ist.

Die Verwaltung wird am Rathaus einen WLAN-Hotspot einrichten und ein Konzept für ein mögliches freies WLAN in der Stadt als Teil einer kommunalen Digitalisierungsstrategie erarbeiten. Darauf hat sich der Haupt- und Finanzausschuss in Emmerich am Dienstagabend verständigt.

Das Ansinnen geht zurück auf einen Antrag der UWE-Fraktion, ein kostenloses WLAN in der City zu errichten sowie dafür Fördermittel aus dem EU-Programm Wifi4EU zu beantragen. Dem voraus gegangen waren diverse weitere CDU- und AfD-Anträge der Vergangenheit seit 2012, die ähnliche Ziele hatten. Beim zweiten Versuch hat die Stadt Emmerich nun den Zuschlag für 15.000 Euro aus dem EU-Programm erhalten.

Bürgernetz ersetzt das interne Netz im Rathaus

Förderfähig sind Installations- und Gerätekosten fürs WLAN. Die Verwaltung schlug vor, das in die Jahre gekommene interne WLAN des Rathauses durch ein sogenanntes Bürgernetz zu ersetzen, auf das auch Besucher zugreifen können.

Beim Thema freies WLAN hatte die Stadt lange rechtliche Bedenken, vor allem im Bezug auf die Betreiberhaftung, sollte jemand illegale Handlungen über das öffentliche WLAN begehen, berichtete Martina Lebbing, Leiterin Zentrale Dienste bei der Stadt. Durch Gesetzesänderungen seien diese Bedenken inzwischen geringer geworden. „Aber die Kosten für ein freies WLAN wären immens.“

WLAN in der ganzen City sei nicht zeitgemäß

Mit dem neuen Digitalisierungskonzept sollen erstmal Ziele erarbeitet werden, was die Stadt erreichen will. Und Gebiete, wo sich WLAN anbieten würde: „Daraus lassen sich dann Dimensionen und Kosten ableiten.“ Gedanken über ein flächendeckendes WLAN seien heute nicht mehr zeitgemäß: „Das macht keine andere Stadt“, so Lebbing: aber die Digitalisierung sei „das (!) Thema der nächsten Jahre“.

Gerd Bartels, UWE-Fraktionschef, bat darum, eine zeitlichen Rahmen zu erstellen, damit das Thema nicht Jahre liegen bleibe.

Firmen schielen auf das 5G-Netz

Die BGE, so Fraktionschef Joachim Sigmund, würde gerne einen besonderen Fokus auf einem „elektronischen Bürgerbüro und einem elektronischen Gewerbeamt“ sehen. Ferner wollte Sigmund wissen, ob die Verwaltung nicht auch externe Beratung benötige. „Wir schlagen jetzt erstmal die ersten Pflöcke ein, dann sehen wir, ob wir Hilfe brauchen“, regte Bürgermeister Peter Hinze an.

Manfred Mölder (SPD) sieht einen wichtigen Baustein im 5G-Netz, dessen Lizenzen die Bundesnetzagentur nun vergeben habe: „Wer achtet darauf, dass wir im ländlichen Gebiet nicht abgehängt werden?“ Die auf dem Weltmarkt tätigen Firmen in Emmerich wie etwa Probat bräuchten diesen modernen Netzstandard.

Es muss sich noch zeigen, was die Digitalisierung von morgen braucht

Auch die CDU wünsche sich „State of the Art“-Lösungen für Emmerich, so Fraktionschef Matthias Reintjes: „Aber wir müssen erstmal abwarten, was wir brauchen.“ Die Antwort darauf soll die Digitalisierungsstrategie liefern. Dem stimmte Andrea Schaffeld, SPD-Fraktionsvorsitzende zu: „Es ist noch nicht alles im Alltag angekommen. Wir wissen noch nicht, was wir richten müssen.“ Die Digitalisierung ist halt eine sehr schnelllebige Entwicklung.

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