Glasfaser-Ausbau

Deutsche Glasfaser fehlt in Emmerich eine Genehmigung der DB

So sieht ein Glasfaserkabel im Querschnitt aus. Unternehmen im Gewerbegebiet Emmerich-Hafen warten schon länger auf ihren Anschluss durch die Deutsche Glasfaser.

So sieht ein Glasfaserkabel im Querschnitt aus. Unternehmen im Gewerbegebiet Emmerich-Hafen warten schon länger auf ihren Anschluss durch die Deutsche Glasfaser.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Emmerich.  Im Gewerbegebiet Emmerich-Hafen kommt der Glasfaser-Ausbau nicht voran. Die Deutsche Bahn zögert mit der Genehmigung zur Unterquerung der Bahn.

Das Warten auf den Betuwe-Ausbau, der ja auch die Beseitigung der Bahnübergänge und den Schallschutz mit sich bringt, ist ein gefühlter Dauerzustand. Für einige Unternehmen in Emmerich hängt aktuell scheinbar auch der Anschluss ans schnelle Internet damit zusammen. Die Deutsche Glasfaser kommt beim Ausbau des Gewerbegebietes Emmerich-Hafen nicht voran, weil die Deutsche Bahn die Genehmigung zur Bahnquerung noch nicht erteilt hat.

Frutarom wartet seit 2017 auf den Anschluss

Frutarom zum Beispiel hat nach NRZ-Informationen 2017 einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser über den Anschluss an das schnelle Netz geschlossen. Immer wieder wurden dem Unternehmen, das an der Reeser Straße 60 ansässig ist, ein neuer Anschluss-Termin genannt. Irgendwann reagierte die Deutsche Glasfaser auf Rückfragen kaum noch.

Kürzlich sei dann ein Bauleiter der Deutschen Glasfaser mal vor Ort gewesen und schilderte, dass die Leitungen bis zur Firma Phonepoint am Groendahlschen Weg gekommen sei, aber ab hier die Bahn etwa auf Höhe Weseler Straße unterquert werden müsse. „Der Ausbau des Glasfasernetzes im Gewerbegebiet Emmerich-Hafen verzögert sich aufgrund einer fehlenden Genehmigung zur Bahnquerung. Von dieser Genehmigung hängt die Glasfaseranbindung mehrerer Kunden im Bereich der Reeser Straße und im südlichen Teil des Ausbaugebiets ab“, erklärt dann auch Deutsche Glasfaser-Sprecher Sven Schickor.

Soll bis zum Betuwe-Ausbau gewartet werden?

Möglicherweise wird die Genehmigung nicht erteilt, weil man auf den Betuwe-Ausbau wartet. Die Deutsche Bahn könne derzeit „urlaubs- und krankheitsbedingt keine fachlich fundierte Antwort“ darauf geben, ob das so stimme, so ein Bahnsprecher zur NRZ. Die Deutsche Glasfaser hat diese Einschätzung zumindest nicht dementiert.

Auch die Stadt Emmerich kennt die Problematik und versucht zu vermitteln, wie Jens Barthel, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung, bestätigt. Abgesehen von der müsse sich die Deutsche Glasfaser auch mit Straßen NRW auseinandersetzen, da die Landesstraße überquert werden soll: „Mit zwei Körperschaften ist das manchmal schwierig“, so Barthel. Direkt beteiligt ist die Stadt Emmerich an dem Verfahren nicht.

Unternehmen geraten durch Netz-Abschaltung in Handlungsdruck

Abgesehen davon, dass die Deutsche Glasfaser nach NRZ-Informationen eigentlich so tief unter die Erde gehen wolle, das es für den Betuwe-Ausbau unschädlich sein sollte, wäre eine Zeitverzögerung in diesem (Betuwe-)Ausmaß für die betroffenen Unternehmen aber kaum vertretbar. Einige sollen auch schon gekündigt haben, andere stehen jetzt vor die Situation, eine Entscheidung fällen zu müssen.

Wie Frutarom. Die Deutsche Telekom schaltet demnächst das alte Netz ab. Dann bleibt für das Unternehmen nur noch die Internet-Telefonie mit der aktuellen 10 MBit-Leitung, was sich als problematisch herausstellen könnte. Frutarom muss also überlegen, ob man auf die Deutsche Glasfaser hoffen will oder einen neuen teureren Vertrag etwa mit der Deutschen Telekom abschließt.

Anschluss über Praest ist keine Alternative

In Praest gibt es schon Anschlüsse der Deutschen Glasfaser beiderseits der Bahntrasse. Dennoch sei es „keine sinnvolle Alternative“, so Schickor, das betreffende Gewerbegebiet von Praest aus zu erschließen.

„Aktuell finden Gespräche mit der Deutschen Bahn statt, in denen Deutsche Glasfaser einen gemeinsamen Termin anstrebt, um die Situation vor Ort zu lösen“, ergänzt Sven Schickor.

>> Es fließen keine Fördermittel

Übrigens fließen für den Ausbau des Gewerbegebiets Emmerich-Hafen keine Fördermittel, die oft einzuhaltende Fristen beinhalten. Der Ausbau findet privatwirtschaftlich statt, die Kosten hierfür trägt Deutsche Glasfaser. Die Zahl der betroffenen Kunden in dem Bereich möchte die Deutsche Glasfaser nicht kommunizieren.

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