Heimatpreis

Der Heimatpreis macht den Heimatverein Millingen-Empel stolz

Der Heimatverein Millingen-Empel möchte mitgestalten. Das gilt auch für die Zeit nach der Bahnübergangsbeseitigung in Millingen, wenn das Dorf zweigeteilt wird. Die Dorfgemeinschaft soll erhalten bleiben.

Der Heimatverein Millingen-Empel möchte mitgestalten. Das gilt auch für die Zeit nach der Bahnübergangsbeseitigung in Millingen, wenn das Dorf zweigeteilt wird. Die Dorfgemeinschaft soll erhalten bleiben.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Millingen/Empel.  Erster Heimatpreis der Stadt Rees: Der Heimatverein Millingen-Empel bemüht sich sehr um den Zusammenhalt im Dorf. In 2020 steht ein Jubiläum an.

Sie wussten gar nicht, dass ihr Hut in den Ring geworfen wurde. Entsprechend groß war die Freude, als Monika Michelbrink-Roth am Donnerstagabend von einem Ratsmitglied erfahren hatte, dass der Heimatverein Millingen-Empel den allerersten Heimatpreis der Stadt Rees verliehen bekommt: „Da sind wir schon stolz.“

Im nicht-öffentlichen Teil des Kulturausschusses hatten die Mitglieder sich für den Heimatverein ausgesprochen. Der Rat gab am Donnerstag dann ohne Diskussion grünes Licht. „Dann haben wir wohl gute Arbeit gemacht“, freut sich Michelbrink-Roth: „Wir versuchen die Dorfgemeinschaft zusammen zu halten. Wir holen alle mit ins Boot von Alt bis Jung.“ Verliehen wird der Preis in der letzten Ratssitzung des Jahres.

Von Mundart über Touren bis Dorfverschönerung

1975, nach der kommunalen Neuordnung, ist der Heimatverein entstanden, als es darum ging, die Kirmes im Dorf zu erhalten. Das ist geglückt, zuletzt mit einer Weiterentwicklung: „Vor fünf Jahren ist die Kirmes zum Kartoffelfest geworden. Dies wird sehr gut als Familienfest angenommen“, schildert die Vorsitzende.

Darüber hinaus hat der Heimatverein vieles auf die Beine gestellt. Es gibt regelmäßig Wander- und Fahrradtouren, vier Tagestouren im Jahr. Der Verein setzt sich für die Dorfverschönerung ein, pflanzt Blumen. Die Mundart wird gepflegt in einer Proot-Platt-Gruppe.

Denkmalschutz in die Satzung aufgenommen

Die komplette Weihnachtsbeleuchtung, die pünktlich zu Millingen im Licht auch etliche Bäume illuminiert, hat der Heimatverein übernommen. Seit zehn Jahren lockt der Verein mit einem Weihnachtsevent. Auch hier: „Kein Kommerz, ein Familienfest“, unterstreicht Michelbrink-Roth.

Sogar den Denkmalschutz hat der Heimatverein in seine Satzung aufgenommen. „Wir haben uns zum Beispiel bei der Sicherung der Burgruine Empel eingebracht, wo wir ja einmal im Jahr mit dem Klappstuhltheater vor Ort sind“, erklärt die Vorsitzende.

Trotz trennender Bahnlinie das Dorf zusammen halten

Zweifelsohne lässt sich festhalten, dass der Heimatverein ein Kitt für die Dorfgemeinschaft darstellt, der vieles zusammen hält: „Wir wollen mitgestalten“, zeigt sich Michelbrink-Roth durchaus ambitioniert. Das zeige sich auch beim Thema Betuwe. Nach der Bahnübergangsbeseitigung werde Millingen in zwei Hälften getrennt. Hier gelte es, das Dorf zusammen zu halten.

Was genau der Verein mit dem Preisgeld von 5000 Euro machen möchte, ist noch nicht klar. Aber ein besonderer Anlass stehe natürlich vor der Tür, erinnert Michelbrunk-Roth: 2020 feiere die St. Quirinus-Kirche ihr 900-jähriges Bestehen. Der Auftakt des Jubiläumsfestes steht am 2. und 3. Mai an. Zum Abschluss steht das Johannesfest am 27. Dezember auf dem Programm. Es wäre zumindest eine Idee, etwas von dem Geld für das Jubiläum zu investieren. „Das kommt da gerade recht“, meint die Vorsitzende.

Auch die Zeltbaugruppe im Verein feiert 2020 ihr 30-jähriges Bestehen. Immer wieder würden sich frisch gebackene Rentner finden, die sich hier engagierten, so Michelbrink-Roth. Durch die Gruppe könne der Verein steht’s eigene Zelte für Events vorhalten.

>> Heimatverein Millingen-Empel zählt 450 Mitglieder

Der Heimatverein Millingen-Empel zählt 450 Mitglieder, was bei 2998 Einwohnern in Millingen und 503 in Empel schon ordentlich ist. Etwa jeder achte in den Dörfern ist somit Vereinsmitglied.

Mit sieben Köpfen im Vorstand und auch vielen aktiven Mitgliedern stehe es gut um den Verein.

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