Brauchtum

Das Martinskomitée in Leegmeer spendet Erlös an NRZ-Aktion

St. Martin (Wolfgang Heimann) ritt hoch zu Ross durch Leegmeer.

St. Martin (Wolfgang Heimann) ritt hoch zu Ross durch Leegmeer.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Leegmeer.  NRZ-Aktion Klartext für Kinder erhält Spende aus dem Erlös des St. Martinzugs in Leegmeer. Bettler trug in 30 Jahren nur einmal Klompen.

Es ist kurz vor 15 Uhr als die NRZ den Bettler trifft. Die Adresse ist streng geheim, so Carlo Seibert. Die Devise für den armen Mann lautet: „Ich darf nicht zu früh und nicht zu spät an der Leegmeer-Grundschule sein.“

Barfuß ist angesagt

Nur ein einziges Mal habe er im Laufe der fast 30 Jahren, seit er diesen ehrenhaften Job mache, Klompen getragen. Ansonsten seien nackte Füße angesagt: „Barfuß für gerade einmal drei Minuten“, das sei okay. Der Bettler gerät ins Schwärmen als er von „imposanten“ Kinderaugen erzählt. Und wie kommt der Bettler überhaupt zur Schule? „Der kommt aus der Versenkung“, weiß St. Martin alias Wolfgang Heimann augenzwinkernd.

Lichterketten hängen in den Bäumen

Reges Treiben herrscht bereits seit dem Mittag auf dem Platz vor dem Treffpunkt. Das Martinskomitée bereitet vor. Wie Zöllner Zachäus sitzt Thorsten Schult etwa im Baum. Glühbirnen in die Lichterkette reinschrauben, das macht er gern.

Und dann steigt in der Nachbarschaft ein leckerer Glühwein-Nebel empor. Die freundlichen Verkäuferinnen Sabine Wagner und Nadine Ticheloven sind für einen Moment verschwunden. Schulkind Linda erklärt den Damen, wie man das warme Getränk, dass es in der hochprozentigen als auch in der Kinderpunsch-Variante gibt, perfekt in die großen Kessel schüttet.

Bratwürstchen und Hotdogs

Unterm Abdach des Treffpunkts hat sich Marcel Poot postiert. 450 Bratwürstchen und 100 Hotdogs warten dort auf Abnehmer. Seit Sonntagmorgen ist er für Besorgungen bereits unterwegs. Überall auf dem Platz heißt es: „Jeder hat ein Jöbken, aber keiner sticht heraus.“

Unter den Helfern ist auch Martin Singendonk. Ein Mann der ersten Stunde, der vor elf Jahren gemeinsam mit Nadine Burdack, Bianca Bosacki und Sven Houben die Idee für Glühwein-Stand und Co hatte. Während an der Ecke Berliner Straße/Schafsweg schon Laternen in den Bäumen baumeln, blinzeln bei Familie Linge über der Apotheke große Kürbis-Lampions im Sonnenlicht. Es wird schnell dunkel. Für die Kleinen bis zu den Größeren heißt es entlang der Hansastraße gruppen- und klassenweise Pole Position sichern. „Ich hab‘ ihn gesehen“, erklärt Bennet von der Klasse 2c mit seiner Olchi-Laterne.

St. Martin reitet hoch zu Ross

Gemeint ist St. Martin hoch zu Ross. Und just kommt der Bettler dazu. Kleine offene Mündchen der 105 Kindergarten-Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren mit ihren individuell gestalteten Laternen sind die Folge. „Die waren alle echt kreativ“, erklärte Leiterin Nadine Schmidt.

Und auch die Kinder der Leegmeer-Grundschule sind beim Anblick des Heiligen Mannes vollkommen aus dem Häuschen. Die i-Dötzchen mit ihren Janosch-Tigern, -Bären oder Fröschen, die Monsterlaternen der zweiten, die Mühlen der dritten oder die unterschiedlichen Motive der vierten Klassen – einfach nur schön anzuschauen.

Dank in der Heilig-Geist-Kirche

Nachdem sich St. Martin nach dem Zug durch die Gemeinde bei allen Teilnehmern in der Heilig-Geist-Kirche bedankt, lassen viele bei Glühwein und Co. den diesjährigen Martinszug ausklingen.

Helfende Hände dringend gesucht

Der Erlös des Martinszuges von 500 Euro geht auch diesmal an die NRZ-Aktion Klartext für Kinder. Für den Traditionszug werden dringend helfende Hände gesucht. Interessenten, können sich im Kindergarten Heilig-Geist, 02822/5550 oder im Sekretariat der Katholischen Leegmeer-Grundschule unter 02822/75-4200 melden.

Erstmals neben Feuerwehr, Emmericher Blasorchester, Spielmannszug und Hüthumer Musikverein sind die Johanniter mit dabei gewesen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben