Kommentar

Zur Einkommensstudie: Duisburg ist besser als sein Image

Duisburg.  Duisburg ist arm und unattraktiv? Mitnichten! Ein Kommentar von Sinan Sat zur Pro-Kopf-Einkommensstudie.

Duisburg bildet zusammen mit Gelsenkirchen das Schlusslicht beim verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen der Privathaushalte in Deutschland. Laut Studie sind die Menschen in keiner der 15 größten Städte der Republik im Mittel ärmer als bei uns.

Obgleich die Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung niemandem wirklich neu sein dürften, so vermittelt die Studie unweigerlich einmal mehr den Eindruck, dass Duisburg eine wenig lebenswerte – ja gar eine Verlierer-Stadt ist.

Dem ist aber mitnichten so.

Natürlich sind die Herausforderungen, vor denen unsere Stadt steht, nicht ohne. Sie dürfen weder kleingeredet noch ignoriert werden. Aber: Die Probleme sind nicht nur groß, sondern auch bekannt.

Mit allen verfügbaren Mitteln die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen und wo immer möglich, die Ansiedlung von Arbeitsplätzen zu fördern, muss ganz oben auf der Aufgabenliste der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik stehen. Die spürbare Steigerung des Einkommensniveaus – vor allem am unteren Ende der Einkommenstabelle – ist ein mühsamer und zäher Prozess; eine Herkulesaufgabe für jede Stadt. Sie zu bewältigen, ist das Kreuz, das diese Stadt trägt.

An all dem besteht nicht der geringste Zweifel.

Dennoch hinterlassen Studien wie diese immer auch einen Image-Schaden, der nicht gerechtfertigt ist. Denn Duisburg ist auch:

Eine Großstadt, in der man auch mit weniger Geld gut wohnen kann.

Eine Großstadt mit seit Jahren sinkenden Arbeitslosenzahlen.

Eine Großstadt mit einer hohen Zahl von Angeboten an Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose.

Eine Großstadt mit einer wachsenden Zahl sozialversicherungspflichtig beschäftigter Menschen (zuletzt waren es rund 177.500).

Eine Großstadt, in der vielerorts neue, attraktiv Siedlungen entstehen.

Kurzum: Duisburg ist, trotz aller Herausforderungen, in vielen Belangen deutlich besser als das Image, dass der Stadt anhaftet.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben